VERZEICHNIS: Luzerner Regierung will Bauinventar schaffen

Im Kanton Luzern soll es nicht mehr nötig sein, dass die Denkmalpflege notfallmässig ein kurz vor dem Umbau oder Abbruch stehendes Gebäude retten muss. Der Regierungsrat will dieses Ziel mit einem Bauinventar erreichen.

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Das Inventar solle informieren, welche Bauten im Kanton Luzern "erhaltenswert" seien. Objekte von erheblichem wissenschaftlichen, künstlerischen, historischen oder heimatkundlichen Wert würden zudem speziell als "schützenwert" gekennzeichnet, schreibt der Regierungsrat in seiner am Montag veröffentlichen Botschaft.

Kein definitiver Schutz
Ein solches Inventar war auch schon vom Kantonsparlament verlangt worden, dies nachdem die Denkmalpflege bei einem Bauprojekt auf dem Therma-Areal in Sursee oder beim Abbruch eines Fabrikkamins in Wolhusen in letzter Minute eingegriffen hatte.

Das neue Bauverzeichnis schützt die aufgeführten Objekte aber nicht definitiv. Es habe vor allem informativen Charakter und schaffe für die Eigentümer und die Behörden mehr Rechts- und Planungssicherheit, schreibt der Regierungsrat.

Sämtliche im Bauinventar aufgeführten Objekte dürfen erst dann abgebrochen werden, wenn für den Neubau eine Bewilligung vorliegt. Soll ein als "schützenswert" eingestuftes Objekt verändert werden, hat die Bewilligungsbehörde ein Mitspracherecht.

Definitiv geschützt bleiben nur die im Denkmalverzeichnis aufgeführte Bauten. Ein Eintrag in dieses Verzeichnis ist aufwendig, weil stark in die Rechte der Eigentümer eingegriffen wird. Es sei deshalb nicht möglich ein flächendeckendes Denkmalverzeichnis zu erstellen, begründet der Regierungsrat die Schaffung des neuen, weniger restriktiven Bauinventars.

Pilotphase
Der Kanton hat mit dem Aufbau des neuen Bauinventars bereits im Rahmen eines Pilotprojektes begonnen. Er geht davon aus, dass es rund 7000 "erhaltenswerte" oder "schützenswerte" Bauten im Kanton gibt. Dies würde sieben Prozent des Baubestandes ausmachen.

Zudem will der Kanton analog zum Bauinventar das archäologische Fundstelleninventar aktualisieren. Die Schaffung der beiden Inventare wird bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen und total vier Millionen Franken kosten.

sda