Hundefreilaufzone beim Tribschenhorn wird ein Fall für das Kantonsgericht

Im Gebiet Tribschenhorn soll als Pilotprojekt die dritte Hundefreilaufzone der Stadt Luzern eingerichtet werden. Die Umsetzung aber verzögert sich. Gegen die Baubewilligung wurde Beschwerde erhoben.

Sandra Monika Ziegler
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Mischlingshund Malika auf der Wiese beim Richard-Wagner-Museum am Tribschenhorn (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 7. September 2018))

Mischlingshund Malika auf der Wiese beim Richard-Wagner-Museum am Tribschenhorn (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 7. September 2018))

Die geplante Hundefreilaufzone inklusive Badeplatz unterhalb des Wagner-Museums, zwischen Warteggstrasse und Seeufer wird – wenn überhaupt– erst nächstes Jahr eröffnet. Bereits im März zeichneten sich Einsprachen gegen dieses Pilotprojekt ab.

Obwohl mehrere Gespräche zwischen Einsprecher und Stadt stattgefunden haben, kam es zu keiner Einigung. Nun wird das Kantonsgericht über die Beschwerde entscheiden müssen. Das teilte die Luzerner Stadtverwaltung gestern mit.

Die Einsprachen kamen aber nicht etwa von Hundegegnern, sondern von Mitgliedern des Vereins Pro Hund Tribschen. Zu den Einsprachen konnte es kommen, weil für die Hundefreilaufzone im Tribschen ein Baugesuch nötig ist. Denn Teile des Areals befinden sich im Bundesinventar der Landschaften und Denkmäler. Ohne Baugesuch kam indes die jüngst als Pilotprojekt eröffnete Hundefreilaufzone am Churchillquai aus. Bauherrin im Gebiet Tribschenhorn ist die Stadtgärtnerei. Deren Leiter Cornel Suter sagt: «Die Verzögerung wird sicher einige Monate betragen. Es ist schade jetzt wieder warten zu müssen, wir wollten eigentlich vorwärts machen.» Zum Kernpunkt der Beschwerde wollte Suter mit Verweis auf das Laufende Verfahren keine Stellung nehmen. Er bestätigt aber, dass sie im Austausch mit diversen Partnern der Hundefreilaufzone sind.

«Das Problem sind Halter, die ihren Hund nicht im Griff haben, und nicht an der Leine.»

Fünf Mitglieder des Vereins Pro Hund Tribschen haben stellvertretend für den Verein die Beschwerde eingereicht. In ihrem Namen verfasste Pius Mahnig eine Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt. Pius Mahnig ist Präsident des Vereins: «Der Rechtsweg wird beschritten, da die Stadt trotz mehrerer gemeinsamen Gespräche und unserer Bereitschaft, konstruktive Lösungen zu finden, an ihren rigiden Konzepten festhält.» Den Hauptgrund der Beschwerde ans Kantonsgericht, die am 23. Juli eingereicht wurde, formuliert der Verein so: «Der Verein setzt sich für einen artgerechten Hundefreilauf ein und erachtet die geplante, viel zu kleine Hundefreilaufzone Tribschenhorn bei gleichzeitiger Leinenpflicht im umliegenden Gebiet als unzureichend und nicht tiergerecht.» Bis der Entscheid vom Kantonsgericht vorliegt, bleibt das Vorhaben blockiert.

Der Quartierverein verhält sich neutral

Und wie sieht dies der Quartierverein Tribschen Langensand? «Der Quartierverein bleibt neutral», sagt deren Präsident Urs Cattani. Er betont aber, dass sie keine Hundehasser seien. Für Cattani ist klar: «Das Problem sind Hundehalter, die ihren Hund nicht im Griff haben und nicht an der Leine.» Und dies obwohl am Tribschenhorn, wie auf dem gesamten Stadtgebiet Leinenzwang gelte, so Cattani.

Beim Wagner-Museum kennt man die Diskussion um die Hundefreilaufzone. Dazu Katja Fleischer, Museumsleiterin: «Wir stehen der Sache positiv gegenüber. Wichtig für uns ist, dass es sich um ein Pilotprojekt handelt, das - falls nötig - den Bedürfnissen angepasst werden kann.»

Hundewiese bei Äbiker Hötte

Eignet sich ein Gelände zwischen Neuhaltenring und Ronstrasse, hinter den Familiengärten bei der Äbiker Hötte, für eine Hundewiese? Das klärt die Gemeinde Ebikon ab. Falls ja, ist es ebenfalls ein Pilotprojekt. Den Anstoss dazu hat der Verein Hundefreunde Ebikon gegeben. Dieser wurde im Mai 2017 gegründet, nachdem auf dem Risch-Areal ein Hundeverbot in Kraft getreten war. Die entsprechende Parzelle wird bislang von einem Landwirt gepachtet. Es handelt sich dabei um eine landwirtschaftlich genutzte Wiese, welche er bis fünf Mal im Jahr mäht. Der Landwirt macht nun dazu eine Offerte für den Unterhalt. Auf Nachfrage sagt Fred Dätwyler, Präsident der Hundefreunde Ebikon: «Wir sind immer noch in Gesprächen, entschieden ist noch nichts.» Auf die Frage, ob das Terrain von knapp 3000 Quadratmetern gross genug sei, sagt Dätwyler: «Es ist zwar knapp, doch daran soll es nicht scheitern.» (sam)

Weitere Informationen zum Nebeneinander von Mensch und Hund in der Stadt Luzern gibt es hier.

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Astrid Longariello