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Neue Ausstellung geplant: Das Agrarmuseum Burgrain in Alberswil lanciert ein Crowdfunding-Projekt

In Alberswil soll eine neue Dauerausstellung zum Thema Landwirtschaft entstehen. Dazu braucht die Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum mindestens 65'000 Franken.

Fabienne Mühlemann
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Das Agrarmuseum Burgrain in Alberswil gibt es bereits seit 46 Jahren. Auf rund 1800 m2 erhält man einen Einblick in die sich wandelnden Lebens- und Arbeitskreise von Bauern und in die Entwicklung der Agrartechnik. Nun soll es neben dem bestehenden Museum eine neue Ausstellung geben. Das Thema: «Wer ist Landwirtschaft?»

Das bestehende Agrarmuseum in Alberswil.

Das bestehende Agrarmuseum in Alberswil.

Bild: PD

Was verbirgt sich hinter dieser Ausstellung? Die Leiterin des Museums, Beatrice Limacher, klärt auf: «Es geht darum, den Besucherinnen und Besuchern komplexe Zusammenhänge der Landwirtschaft verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie viele Akteure beteiligt sind.» Es trage jeder etwas dazu bei, so auch der Mensch mit seinem Konsumverhalten. «Man soll die Ausstellung verlassen können und erkennen: Auch ich bin Landwirtschaft», sagt Limacher.

Interaktive Erlebniswelt schaffen

Wann haben einheimische Beeren Saison? Die neue Ausstellung thematisiert unser Konsumverhalten und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Wann haben einheimische Beeren Saison? Die neue Ausstellung thematisiert unser Konsumverhalten und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Bild: PD

Die neue Ausstellung werde sich grundlegend von der aktuellen unterscheiden, so die Museumsleiterin:

«Das bisherige Museum ist statisch. Trotz sehr schöner Objekte fehlt der Bezug zur Gegenwart und zum Alltag. Die neue Ausstellung soll eine Art Erlebniswelt werden, mit interaktiven Medien.»

Insbesondere geht es um die nachhaltige Entwicklung, aber auch um globalisierte und industrielle Landwirtschaft oder zum Beispiel um Boden, Stoffflüsse oder Biodiversität – «einfach Themen, die in der Gesellschaft brennen», sagt Limacher.

Die Ausstellung findet im obersten Stock der neuen «Schüür» Platz, wo sich die Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum eingemietet hat. Der Neubau entsteht gleich neben dem bestehenden Museum – dem ehemaligen Bürgerheim – und wird voraussichtlich im Winter 2021 fertiggestellt. Die Eröffnung des Museums ist am 5./6. Juni 2021 geplant.

So soll die geplante «Schüür» in Alberswil aussehen.

So soll die geplante «Schüür» in Alberswil aussehen.

Visualisierung: PD

Ein Viertel des Ziels erreicht

Damit die Ausstellung wie geplant erstellt werden kann, braucht die Stiftung Geld. Dieses soll durch Crowdfunding zusammenkommen. «Wir haben diese Form gewählt, weil so unter anderem durch Social Media eine breite Bevölkerungsschicht erreicht werden kann», sagt Limacher. Auf der Plattform Funders können Privatpersonen oder Unternehmen vom 20. Oktober bis 9. Dezember 2020 Beträge spenden. Das Ziel: Es sollen mindestens 65'000 Franken zusammenkommen. Ein Blick auf die Plattform zeigt, dass mittlerweile rund 15'000 Franken gespendet wurden, was 23 Prozent des Ziels ausmacht. «Es war ein guter Start, doch wir sind noch weit vom Ziel entfernt», so Limacher:

«Wir schreiben daher auch gezielt Leute an und hoffen, dass so das Geld zusammenkommt.»

Und was, wenn nicht alles aufgebracht werden kann? «Die Ausstellung werden wir trotzdem machen, denn einen grossen Teil der Kosten konnten wir mit Eigenleistungen und Drittmitteln bereits decken. Doch dann könnten wir nicht alle unsere Ideen wie geplant umsetzen», sagt Limacher. «Und wir müssten auf anderen Wegen noch Geld suchen.»

Erlebnisweg zum Biohof geplant

Neben dem bestehenden Museum und der neuen Ausstellung in der «Schüür» ist ausserdem ein dritter «Schauort» geplant. So soll ein Themenweg vom Agrarmuseum zum Biohof Burgrain entstehen. Hier stehe die Biodiversität im Vordergrund. So können die Besucher zum Beispiel im Boden wühlen und verschiedenen Bodensorten kennenlernen, mehr über Wildbienen und deren Futterpflanzen erfahren oder einfach verschiedene Beeren an der Hecke naschen und damit auch Saisonalität erleben. Mit dem Weg werde ausserdem die Zusammenarbeit zwischen dem Agrarmuseum und den Produktionsbetrieben der Agrovision verstärkt.

Übrigens: Als Dank können Spender auf Funders eine Gegenleistung auswählen. Diese reicht von einem Gratiseintritt ins Museum, Besuch von Erlebnismodulen über Burgrain-Überraschungspakete bis hin zu Museumsführungen. Limacher: «Das schafft vielleicht noch einen Anreiz, um zu spenden. Wir sind daher optimistisch, dass wir das Crowdfunding-Ziel erreichen werden.»

Hinweis: Crowdfunding unter www.funders.ch/agrarmuseum-burgrain. Weitere Infos unter www.museumburgrain.ch.

Das Video zum Crowdfunding: