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Viel individuelle Qualität am Finale des «Projekt 9»-Wettbewerbs in Luzern

Gestern ist die 10. und letzte Ausgabe des Schülerwettbewerbs «Projekt 9» über die Bühne gegangen. Auch weil das Interesse stetig gesunken ist, suchen die Verantwortlichen nun nach Alternativen.
Raphael Zemp
Michael Kipfer aus Malters hat aus dem Motor einer defekten Gartenhackmaschine einen Go-Kart gebaut, der bis zu 50 km/h schnell fährt. Damit hat er den 1. Rang in der Kategorie individuelle Projekte (Nachmittag) gewonnen. (PD)
Roman Fidler, Schüler der Kreisschule Thierstein West (SO), hat mit seinen Comiczeichnungen den Publikumspreis gewonnen. (PD)
Sieger in der Kategorie individuelle Projekte (Vormittag): Maurin Bühler aus Root präsentiert sein 22-Grad-Passiv-Haus. (PD)
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Sie haben am diesjährigen «Projekt 9»-Wettbewerb abgeräumt

Sie bauen Go-Karts aus defekten Gartenhackmaschinen oder Pizzaöfen aus alten Boilern, sie drehen Musikvideos und Filme, und sammeln mit speziellen Aktionen Gelder für bedürftige Menschen: Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe der Kantone Solothurn, Zug und Luzern – und Finalteilnehmer des Wettbewerbs «Projekt 9». Am Donnerstag präsentierten sie ihre Arbeiten den rund 300 Besuchern im grossen Saal der PH Luzern. Es war dies bereits die zehnte und in dieser Form letzte Austragung des Wettbewerbs.

«Die Projektauswahl war gewohnt breit», sagt Erich Lipp, Verantwortlicher des «Projekt 9», auf Anfrage. Wobei sich auch diesmal gezeigt habe: künstlerische und soziale Arbeiten sind bei den Jugendlichen besonders beliebt – auch als Ausgleich zum «eher kopflastigen» Schulunterricht. «Aussergewöhnlich war in diesem Jahr hingegen, wie viele hochstehende Einzelprojekte eingereicht wurden.» Damit bestätigt sich ein Trend der letzten Jahre: Die Arbeiten, welche die Abschlussschüler von Real und Sek im Rahmen des Projektunterrichtes aushecken, werden immer ausgeklügelter. Besonders beeindruckt war Lipp dabei von den «professionellen Projektpräsentationen». Das sei sicherlich auch ein Verdienst der betreuenden Lehrpersonen.

Lehrer haben weniger Ressourcen

Trotzdem ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Anzahl der Projekteingänge abgenommen hat. Während in den besten Jahren über 200 Einsendungen eingingen, waren es heuer noch deren 60. Dafür hat Lipp zwei Erklärungen: Einerseits hätten viele Lehrpersonen mit dem Umstieg auf den Lehrplan 21 wohl zu viel am Hut. Andererseits seien inzwischen immer mehr regionale Wettbewerbe vom selben Format ins Leben gerufen worden. «Diese Auswirkungen spüren wir», erklärt Lipp.

Weil auch noch ein Sponsor abgesprungen ist, muss sich «Projekt 9» nun neu erfinden. In welcher Form, das ist noch unklar. «Wir arbeiten derzeit unter Hochdruck an einem neuen Wettbewerbsformat.» Dabei sollen nebst Bildungsvertretern auch ehemalige Gewinner ihre Ideen einbringen.

Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb 2009 auch mit dem Ziel, die Bedeutung des Projektunterrichts zu stärken. Dieser fand ab 2003 Einzug in die Stundenpläne der Abschlussklassen – und ist mittlerweile in den meisten Deutschschweizer Kantonen etabliert, so auch im Kanton Luzern. «Dieser Neuerung standen viele Lehrer zunächst kritisch gegenüber», erinnert sich Lipp, der selbst als Lehrer tätig war. Zumindest für Lipp hat sich das Format allerdings mehr als bewährt: «Ohne dass der Lehrer immer den Takt angeben muss, wecken die zwei bis drei Stunden Projektunterricht pro Woche bei vielen Jugendlichen ungeahntes Potenzial.» Die Schüler sammelten Erfahrungen, von denen sie noch lange zehren könnten.

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