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Viele Luzerner Gemeinden lagern Teile ihrer Verwaltung an Private aus

Per Anfang 2019 gibt Hohenrain Aufgaben seines Bauamts an eine private Firma ab. Dadurch erhofft man sich mehr Professionalität. Dieses Vorgehen kennen schon viele Luzerner Gemeinden.
Niels Jost

In Hohenrain herrscht rege Bautätigkeit. Über 50 Baugesuche sind heuer bereits eingegangen. Daraus resultiert viel Aufwand für die kleine Verwaltung des 2500-Seelen-Dorfs – trotz bestehendem Vertrag mit einem Ingenieurbüro. Zur Entlastung wird Hohenrain ab 2019 die Haupttätigkeiten des Bauamts auslagern.

Den Zuschlag erhalten hat das Ingenieur- und Planerbüro Bucher und Partner AG aus Sursee, mit der die Gemeinde schon einige Jahre im Bereich Baukontrolle zusammenarbeitet. 2019 kommen weitere Aufgaben hinzu, wie bautechnische Beratungen gegenüber Bauwilligen – unter anderem vor Ort –, Komplettierung von Baugesuchs- und Vorabklärungsunterlagen sowie Vorbereitungen von Verfügungen.

Grund für die Auslagerung des Bauamts sind laut Gemeindeschreiber und Bauamtleiter Markus Vanza die höheren Anforderungen im Bauwesen. «Die Verfahren im Baurecht werden immer komplexer, zudem sind wir mit einer steigenden Regelungsdichte konfrontiert, etwa in den Bereichen Raumplanung oder Bau- und Umweltrecht», sagt Vanza. «Ausserdem steigen die Ansprüche der Bevölkerung. Mit der Auslagerung streben wir eine Professionalisierung und kürzere Bearbeitungszeiten an.»

Auslagerung ist keine Seltenheit

Dass eine Gemeinde Verwaltungstätigkeiten auslagert, ist keine Seltenheit. Besonders Gemeinden mit einer kleinen Verwaltung kommen da schnell an ihre Grenzen, weiss Fabian Peter. Der Gemeindeammann von Inwil leitet beim Verband der Luzerner Gemeinden den Bereich Bau, Umwelt und Wirtschaft. Laut ihm gibt es diverse Vorteile, wenn eine Gemeinde Bauamtstätigkeiten auslagert oder extern vergibt: «Eine kleine Verwaltung hat oftmals zu wenig Personal, um Ressourcenschwankungen auffangen zu können oder Stellvertretungen bereitzustellen.» Der FDP-Kantonsrat hebt auch den Austausch in grösseren Teams hervor: «Bei komplexen Projekten ist es vorteilhaft, wenn eine Entscheidung breiter abgestützt werden kann.»

Während die Vergabe einzelner Aufträge an Firmen vielerorts zum Standard gehört, schliessen sich Gemeinden immer häufiger auch zu regionalen Bauämtern zusammen. So etwa im Entlebuch (Escholzmatt-Marbach, Flühli, Hasle, Schüpfheim und Entlebuch). Zusammen arbeiten auch Wolhusen, Werthenstein und Doppleschwand, genauso wie Büron, Geuensee und Knutwil oder auch die Gemeinden Ballwil, Eschenbach und Inwil im Regionalen Bauamt Oberseetal.

Auch für Hohenrain war es eine Option, sich Letzterem direkt anzuschliessen. Da man aber deren Regelungen telquel hätte übernehmen sollen, habe man sich für eine Ausschreibung im Einladungsverfahren mit fünf privaten und zwei öffentlichen Organisationen entschieden.

Bewilligung erteilt nach wie vor der Gemeinderat

Wer nun befürchtet, Hohenrain werde künftig von aussen gesteuert, der irrt sich, beteuert Markus Vanza. So ist nach wie vor die Gemeinde dafür zuständig, Baugesuche physisch entgegenzunehmen, diese schliesslich bekannt zu machen sowie Einsprache- und Beschwerdeverfahren und die gesamte Bauadministration und -statistik zu führen. Auch die Baubewilligung erteilt weiterhin der Gemeinderat respektive die Baubehörde. Das Personal wird dafür zeitlich entlastet. Regelmässig - vorerst alle zwei Wochen - werde der Projektleiter von Bucher und Partner AG in Hohenrain zugegen sein und vor Ort beispielsweise Erstauskünfte geben. Vanza: «Diese persönliche Betreuung ist uns sehr wichtig.»

Sichergestellt sei diese nach wie vor auch durch die bisherigen Gemeindeangestellten, die unter anderem im Bauamt tätig sind. Dies sind neben Vanza noch eine weitere Verwaltungsmitarbeiterin, eine Lehrtochter sowie der zuständige Gemeinderat. Zu einem Stellenabbau wird es demnach trotz der Auslagerung nicht kommen. Nur Gemeindeschreiber Vanza werde sein Pensum, das aktuell «deutlich über 100 Prozent» läge, reduzieren.

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