Vier Megger wollen neu in den Gemeinderat – wir stellen das Quartett vor

Der Megger Gemeinderat war bisher FDP-dominiert. Nun wollen auch Grüne und SVP in die Exekutive einziehen.

Hugo Bischof
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Acht Personen bewerben sich bei den Wahlen am 29. März um die fünf Sitze im Megger Gemeinderat. Zur Wiederwahl stellen sich Gemeindepräsident Urs Brücker (GLP), Gemeindeammann HansPeter Hürlimann (FDP), Sozialvorsteher Olivier Class (FDP) und Bildungsvorsteherin Carmen Holdener (CVP). Einzig Umwelt/Energie/Sicherheit-Direktor Josef Scherer (FDP) tritt zurück. Wir stellen hier die neu kandidierenden Personen vor und stellen ihnen wichtige Fragen.

Kurz-Porträts

Kurt Hegele

Kurt Hegele

Kurt Hegele (parteilos): 63-jährig, verheiratet, drei erwachsene Kinder, fünf Enkelkinder. 2003-2013 Leiter Zeitungsproduktion, 2013-2018 Geschäftsführer Ringier Print Adligenswil AG. Heute eigene Consulting Firma.

Karin Flück Felder

Karin Flück Felder

Karin Flück Felder (FDP): 52-jährig, verheiratet, zwei Kinder (18 und 16), aufgewachsen in Meggen, Betriebsökonomin, Controlling und Qualitätsmanagement Ausgleichskasse Luzern, Co-Präsidentin Kinderkrebshilfe Zentralschweiz.

Andrea Staffelbach

Andrea Staffelbach

Andrea Staffelbach (Grüne): 52-jährig, Meggen, selbständige Beraterin. An der Universität Luzern kontrolliert sie die Einhaltung der Studiums-Zulassungsbedingungen. Mitgliedschaften: WWF, Mission Meggen, Rega, Stiftung-Paraplegie. Greenpeace, VCS, Pro Natura.

Michael Birrer

Michael Birrer

Michael Birrer (SVP): 37 jährig, verheiratet, 2 Kinder. Als ICT-Unternehmer im Bereich Cyber Security in Meggen tätig. Präsident der SVP Meggen. Vorstand Gewerbeverein Meggen. Offizier der Artillerie, Kommunikationsexperte. 

Weshalb kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Kurt Hegele (parteilos): «Meggen braucht kompetente, zielorientierte Persönlichkeiten im Gemeinderat zur Lösung der sozialen, demografischen und finanziellen Herausforderungen. Ich kann mit meiner Führungs- und Projekterfahrung in einer ausgewogenen Zusammensetzung des Gemeinderats mithelfen, Konzepte zu entwickeln und die Zukunft von Meggen mitzugestalten.»

Karin Flück Felder (FDP): «Seit zwölf Jahren bin ich in der Controlling-Kommission der Gemeinde Meggen. Ich möchte mich mit dieser wertvollen Erfahrung als Gemeinderätin für eine effizient geführte und bürgernahe Gemeinde einsetzen, damit unsere schöne Gemeinde weiterhin attraktiv bleibt.»

Andrea Staffelbach (Grüne): «Ich kandidiere, weil mich die frei werdenden Themen Umwelt und Energie faszinieren. Auch Meggen kann noch mehr für die Biodiversität tun. Gerne biete ich der Bevölkerung eine Auswahl an. Es ist wichtig, dass alle Kräfte im Gemeinderat eingebunden sind.»

Michael Birrer (SVP): «Die SVP hat als zweitstärkste Wählerpartei in Meggen Anspruch auf einen Sitz in der Exekutive. Ich will als Gemeinderat Gutes bewahren, Funktionierendes optimieren und Neues bedacht in Bestehendes integrieren.»

Was sind die drängendsten Herausforderungen in Meggen?

Kurt Hegele (parteilos): «Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum für junge Familien und den unteren Mittelstand. Dies könnte zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den Wohnbaugenossenschaften geschehen. Auch die Umwelt und CO2-Themen sowie Zukunft mit alternativen Energien muss weiterhin intensiv bearbeitet und auf die Zukunft ausgerichtet werden. Ein Dauerthema sind auch Bildungs- und Weiterbildungschancen auf hohem Niveau für alle.»

Karin Flück Felder (FDP): «Grundsätzlich sind wir bereits jetzt eine sehr attraktive Gemeinde mit einem überdurchschnittlichen Dienstleistungsangebot für die Bevölkerung. Meggen steht jedoch seit diesem Jahr vor grossen finanziellen Herausforderungen, werden wir doch durch die Gesetzesänderungen immer mehr belastet. Auch die Ortsentwicklung ist für mich sehr wichtig. Ich werde mich einsetzen, dass wir zukünftig ein zurückhaltendes Bevölkerungswachstum in Meggen haben. Auch liegt mir das Thema Energie sehr am Herzen. Auf den Dächern der Häuser in Meggen brauchen wir mehr Photovoltaikanlagen.» 

Andrea Staffelbach (Grüne): «Ich erwarte gespannt die Resultate der Bevölkerungsumfrage betreffend 5G-Antennen. Richtlinien des Bundes für die adaptiven Antennen fehlen noch, auch sind die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt noch ungenügend geklärt. Die kantonale Aufgaben- und Finanzreform beschert der Gemeinde einen deutlichen Aufwandüberschuss. Die erforderlichen Schritte wurden bereits unternommen, die Planzahlen stimmen optimistisch. Auch in Meggen droht, die Natur zurückgedrängt zu werden. Viele Plätze und Strassenabschnitte könnten vielfältiger gestaltet werden.»

Michael Birrer (SVP): «Meggen darf für Leute mit niedrigen Einkommen und die gutbürgerliche Mittelschicht nicht unattraktiv werden. Ich setze mich deshalb für bezahlbare Wohnungsmieten ein. Meggen soll auch weiterhin Raum für alle Gewerbesektoren zur Verfügung halten. Dem zunehmenden Verkehr müssen wir mit intelligenten Verkehrsleitkonzepten begegnen (Beruhigungsmassnahmen, Entlastungsmöglichkeiten). Dazu gehören u.a. sichere Schulwege und kluge Buslinienführungen. Umwelt- und energiepolitisch ist Meggen bereits jetzt eine Vorzeigegemeinde. Private und Unternehmen werden bei der Implementierung von Energie-Infrastruktur, die eine sinnvolle, nachhaltige und effektive Energiebewirtschaftung ausweisen unterstützt.»

Wie kann Meggen langfristig eine attraktive Gemeinde bleiben?

Kurt Hegele (parteilos): «Es braucht mehr als den tiefsten Steuerfuss im Kanton. Meggen wird langfristig ein demografisches Problem erhalten. Es ist wichtig, dass Meggen in der Altersstruktur der Einwohner eine gute Durchmischung von jung und alt erhält. Wir müssen generationsübergreifend an die Zukunft denken. Das schliesst nicht aus, dass den besonderen Bedingungen von Meggen gebührend Rechnung getragen wird. Denn wir alle sind stolz auf unsere Gemeinde.»

Karin Flück Felder (FDP): «Meggen muss finanziell gesund bleiben und somit kostenbewusst mit den Steuergeldern umgehen. Die Ortsentwicklung muss zurückhaltend erfolgen, damit wir den Dorfcharakter mit all den gut funktionierenden Vereinen aufrechterhalten können. Zudem ist es ganz wichtig, dass unser sehr wertvolles Erholungsgebiet (Grünflächen, Wald, Schloss Meggenhorn) erhalten bleibt.»

Andrea Staffelbach (Grüne): «Durch die bezaubernde Aussicht auf See und Berge und die tiefen Steuern ist Meggen bereits eine attraktive Gemeinde. Mit der energetischen Sanierung von älteren Bauten kann einerseits Energie gespart und andererseits günstiger Wohnraum erhalten bleiben. Günstiger Wohnraum macht die Gemeinde Meggen noch attraktiver und bewirkt eine langfristig gute demografische Durchmischung, was unser Dorfleben fördert.»

Michael Birrer (SVP): «Wichtig ist, dass der Gemeinderat die Gemeinde nicht nur steuerlich attraktiv hält, sondern auch weiterhin für alle Altersgruppen, Einkommens- und Vermögensschichten und alle Bürgerinnen und Bürger attraktive Angebote ermöglicht. Ein Beispiel findet man bereits für die Kinder und Jugendlichen im umfangreichen Angebot der Schule Meggen oder dem Nachbarschaftshilfsprogramm des Gemeinderates für Soziales.»

Müsste sich Meggen finanziell stärker an den grossen Kulturbetrieben in Luzern beteiligen?

Kurt Hegele (parteilos): «Es ist gut und richtig, dass Meggen sich an den grossen Kulturbetrieben in der Stadt Luzern beteiligt. Aber es ist auch wichtig, dass Megger Kultur und Vereine massgebend unterstützt werden.»

Karin Flück Felder (FDP): «Die Solidarität aller Gemeinden gegenüber der Stadt ist sehr wichtig. Meggen unterstützt die Kultur in Luzern überdurchschnittlich und spricht immer wieder zusätzliche Gelder für Luzerner Kulturbetriebe. Zudem stellt Meggen seine Infrastruktur (Gemeindesaal, Schloss Meggenhorn) auch den Bewohnern ausserhalb von Meggen zur Verfügung.

Andrea Staffelbach (Grüne): «Die Bewohner und Bewohnerinnen von Meggen profitieren von den kulturellen Angeboten in Luzern. Somit soll Meggen einen Beitrag leisten – ob mehr oder weniger, ist Verhandlungssache.»

Michael Birrer (SVP): «Meggen ist Mitglied der Regionalkonferenz Kultur Luzern, unterstützt Kulturbetriebe aus der Stadt aber auch direkt. Der aktuelle Aufwand ist verantwortbar und muss nicht angepasst werden.»