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Der vierte Trakt des Schulhauses Erlen in Emmen wird nun doch gebaut

Bei der Schulanlage Erlen in Emmen soll der vierte Trakt nun doch wie ursprünglich geplant erstellt werden. Das frisch gebaute Provisorium wird somit gar nie richtig in Betrieb genommen.
Beatrice Vogel
Das Provisorium beim Schulhaus Erlen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmenbrücke, 24. April 2019)

Das Provisorium beim Schulhaus Erlen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmenbrücke, 24. April 2019)

Nun ist der Entscheid des Emmer Gemeinderats gefallen: Der seit langem geplante Neubau beim Schulhaus Erlen wird definitiv erstellt. Dies entgegen der Hoffnung von Anwohnern, das Provisorium würde stattdessen stehen bleiben.

Das Provisorium wurde als Notlösung im vergangenen Halbjahr erstellt, weil eine Einsprache den Neubau blockiert hat. Nachdem das Bundesgericht diese im März abgelehnt hat, veranlasste der Gemeinderat einen Marschhalt. Nun wird das Provisorium nie vollständig in Betrieb genommen. Denn die Module, aus denen es besteht, werden für den neuen Trakt benötigt.

Sockelgeschoss fehlt bei Provisorium

Ausschlaggebend für den Entscheid war laut Bildungsdirektor Brahim Aakti (SP) der Schulraumbedarf: «Dieser kann mit dem Provisorium nicht gedeckt werden.» Denn aktuell eingebaut sind lediglich die drei Module, die von der Kantonsschule Menzingen gekauft wurden. Der Neubau beinhaltet jedoch noch ein Sockelgeschoss – das als vierter Stock notabene der Grund für die Einsprache war. In diesem sollen Fachräume, das Lehrerzimmer, ein Kindergarten sowie die Tagesstrukturen untergebracht werden. «Diese Räumlichkeiten an einem weiteren Standort im Gebiet Erlen unterzubringen, würde nicht nur zu Mehrkosten führen, sondern auch den effizienten Schulbetrieb durch die weiten Fusswege erschweren und dem Grundsatz der Verdichtung zuwiderhandeln», so Aakti.

Des Weiteren sei das Provisorium nicht auf die Lebensdauer von 50 Jahren erstellt, sondern von Anfang an als befristete Übergangslösung konzipiert worden. So sind die Korridore zu wenig breit, es fehlt die Hauswartwohnung, und auch die Heizung ist nicht auf Dauer ausgelegt. Aakti: «Zudem besteht die Baubewilligung nur für drei Jahre, was anschliessend ein neues Baugesuch, allfällige Einsprachen und somit Unsicherheiten zur Folge hätte.»

Der Raumbedarf wird ab dem Schuljahr 2020/21 akut, da dann vier zusätzliche Klassen eröffnet werden. Für das kommende Schuljahr sollen Fachzimmer in den bestehenden Gebäuden als Klassenzimmer genutzt werden, und einzelne Unterrichtseinheiten sowie ein Kindergarten verlegt werden. «Glücklicherweise ist im Riffig ein Kindergarten frei. Auch die Hauswirtschaft kann dort stattfinden», erklärt Aakti. «Da das Riffig-Schulhaus relativ nah ist, sind die Schulwege für die Kinder machbar.»

Baustart erfolgt im Sommer

Der konkrete Zeitplan sieht gemäss Brahim Aakti folgendermassen aus: Zunächst erfolgt die Ausschreibung der Bauarbeiten, sodass im Sommer mit dem Bau des Sockelgeschosses gestartet werden kann. Dieses sollte bis Ende Jahr stehen, das Provisorium kann bis dann noch für Fachunterricht oder Gruppenarbeiten genutzt werden. Anschliessend werden die Module demontiert und beim Neubau eingebaut. Parallel dazu entsteht der Vorbau des vierten Trakts, in dem unter anderem das Treppenhaus untergebracht wird. Aakti: «Auf das Schuljahr 2020/21 werden die ersten Schulzimmer bezugsbereit sein, vollständig bezogen werden kann der Neubau aber erst an Weihnachten 2020.»

Einwohnerrat entscheidet über Zusatzkredit

Das Emmer Stimmvolk hat dem Baukredit über 9,4 Millionen Franken für den Neubau im März 2018 zugestimmt. Die Mehrkosten, die durch das Erstellen des Provisoriums entstanden sind, belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Franken. Dafür muss beim Einwohnerrat noch ein Zusatzkredit beantragt werden. Aakti: «Dies wird aber erst geschehen, wenn wir die Kosten genau beziffern können.» Grundsätzlich sei es gut, dass das Bundesgerichtsurteil so früh gekommen sei, sagt Brahim Aakti abschliessend, «so konnten wir die Kosten für den Umzug ins Provisorium sparen».

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