VIERWALDSTÄTTERSEE: «Bei Vitznau ist die Situation dramatisch»

Bei den Schifflandungsstegen baden trotz Verbot oft Leute. Sie begeben sich damit in Lebensgefahr. Jetzt büsst die Polizei die Schwimmer.

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Schwimmer neben dem Dampfschiff Uri beim Landungssteg Vitznau. (Leserbild Rainer Schade)

Schwimmer neben dem Dampfschiff Uri beim Landungssteg Vitznau. (Leserbild Rainer Schade)

Ein herrlicher Sonntag im August. Beim Schiffssteg in Vitznau baden zahlreiche Leute. Obwohl dies verboten und gefährlich ist. 

Rainer Schade, ein Tourist aus Deutschland, beobachtet die Szene  und ist entsetzt. «Als ein Dampfschiff herannahte, sind einige Männer direkt auf das Schiff zugeschwommen und versuchten, sich festzuhalten», sagt der Berufsfotograf. «Ich dachte, das gibts nicht. Die sind doch nicht normal.» Das Schiff sei praktisch von Badenden umgeben gewesen. Der Kapitän habe die Maschine gestoppt, noch ehe er anlegen konnte.

Leute haben falsche Vorstellung

«Solche Szenen sind für Schiffsführer der blanke Horror. Bei Vitznau ist die Situation wirklich dramatisch. Wenn es so weitergeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem bösen Unfall kommt», sagt Benjamin Schacht, Kapitän bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV). 

Im Zürichsee ist Mitte Juli eine Frau, die in der Nähe eines Schiffes gebadet hat, in die Schiffsschraube geraten und dabei schwer verletzt worden. «Wenn ein 300-Tonnen-Schaufelraddampfer wie die Uri beschleunigt, entsteht ein gewaltiger Sog. Wer davon erfasst wird, hat schlechte Karten», sagt Schacht, der seit 20 Jahren auf dem See fährt. 

«Gerät man gar in ein Schaufelrad, gibts schlimme Verletzungen, und man wird ziemlich sicher nie mehr arbeiten können.» Die Leute hätten eine völlig falsche Vorstellung, wenn sie glauben, sie könnten wegschwimmen, wenn sie vom Sog erfasst werden.

Busse droht
Auch am Lidosteg beim Verkehrshaus und in der Luzerner Bucht begeben sich badende Menschen immer wieder in Lebensgefahr. Leute, die den See ohne auffällige Badekappe oder Begleitboot durchschwimmen, leben laut Schacht gefährlich. In Vitznau führt die Wasserpolizei nun vermehrt Kontrollen durch.

Roger Rüeger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.