Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VIERWALDSTÄTTERSEE: Boote sollen Tempo drosseln

Die Öko-Allianz im Grossstadtrat will, dass über das Luzerner Becken hinaus eine Höchstgeschwindigkeit für Privatboote gilt. Das letzte Wort hat jedoch der Kanton.
Stefan Dähler
Im Luzerner Becken gilt bereits ein Tempolimit. Künftig könnte diese Zone erweitert werden. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Juli 2013))

Im Luzerner Becken gilt bereits ein Tempolimit. Künftig könnte diese Zone erweitert werden. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Juli 2013))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Wer von Luzern aus mit einem Boot startet, muss dies gemächlich tun. Im Luzerner Seebecken gilt bis zur Linie Tribschenhorn-Seeburg eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Stundenkilometern. Hinter der Linie kann die Post abgehen. Tagsüber gilt eine Richtgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, nachts sind es 30 Stundenkilometern. Es handelt sich dabei um Empfehlungen, eine bindende Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht.

Nun wollen GLP, SP und Grüne, dass die Zone mit Temporeduktion vergrössert wird. Sie haben beim Stadtrat ein Postulat eingereicht, in dem sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung bis zur Linie Haslihorn-Meggenhorn fordern. Dabei müsse nicht überall Tempo 10 gelten, es sei auch eine Übergangszone mit beispielsweise Tempo 20 möglich.

Vorteile für Ruderer und Schwimmer

Mit der Massnahme sollen «sanfte Wassernutzungen» gefördert werden, heisst es im Postulat. Damit sind Aktivitäten wie Schwimmen, Rudern, Kanufahren, Segeln oder Paddling gemeint. «Auch die Genuss-Motorbootfahrer würde dies schützen», sagt Erstunterzeichner András Özvegyi (GLP). Schnelle Motorboote würden mehr Lärm, Schadstoffausstoss und Wellengang verursachen. Da GLP, SP und Grüne im Grossen Stadtrat in der Mehrheit sind, hat das Postulat sehr gute Chancen. Einzig: Die Stadt kann gar nicht über die Geschwindigkeiten auf dem See entscheiden. Darum soll sich der Stadtrat bei der entsprechenden Behörde für die erweiterte Temporeduktion einsetzen, so Özvegyi.

Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind in der Schifffahrtsverordnung des Kantons Luzern geregelt, sagt Peter Kiser, Leiter des Strassenverkehrsamts, das auch für Schifffahrt zuständig ist. «Über Änderungen entscheidet der Regierungsrat.» Die entsprechende Verordnung ist seit 2011 in Kraft, eine Erweiterung der Tempo-10-Zone sei damals noch kein Thema gewesen.

Wieso gilt im Luzerner Becken bis zur Linie Tribschen-Seeburg eigentlich Tempo 10? «Die Verhältnisse im Luzerner Seebecken sind eng, es gibt viel Verkehr auf kleinem Raum», sagt Kiser. Weitere Tempo-10-Zonen befinden sich bei Horw und Küssnacht. Sonst gilt diese Geschwindigkeitsbegrenzung nur noch in der erweiterten Uferzone, die bis 300 Meter vom Ufer entfernt reicht.

Wer in einer Tempo-10-Zone zu schnell fährt und dabei erwischt wird, wird angezeigt. Aber auch ausserhalb der Zone, in der nur Richtwerte gelten, bestehe die Möglichkeit, «Leute mit gefährlichem Fahrstil zu büssen, denn die Geschwindigkeit muss den Verhältnissen angepasst sein – das gilt vor allem für die Sichtverhältnisse», so Kiser.

Die Forderung nach erweiterter Temporeduktion gelte übrigens nur für private Boote und nicht für Kursschiffe, wie es im Postulat heisst. Für Letztere gelte gemäss Binnenschifffahrtsgesetz bereits heute eine Ausnahme in der erweiterten Uferzone, wie die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees bestätigt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.