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VIERWALDSTÄTTERSEE: Das blockierte Ruder führte zum Unfall

Die «Unterwalden» steht ab Samstag wieder im Einsatz. Jetzt zeigt sich: Auch ein Notstopp konnte den Unfall nicht verhindern.
Niels Jost
Arbeiten im Zweischichtbetrieb: In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft, kurz SGV, in Luzern werden Stahlbleche am Dampfschiff «Unterwalden» ausgebeult, ersetzt und neu verschweisst. (Bild Jérôme Martinu)

Arbeiten im Zweischichtbetrieb: In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft, kurz SGV, in Luzern werden Stahlbleche am Dampfschiff «Unterwalden» ausgebeult, ersetzt und neu verschweisst. (Bild Jérôme Martinu)

Bis am Freitag haben die Arbeiter in der Luzerner Werft das Dampfschiff «Unterwalden» repariert. Dieses war mit der «Schiller» vor einer Woche kollidiert. Es waren unter anderem Arbeiten am demolierten Bug nötig. Dafür verschweissten und entbeulten Handwerker noch bis am späten Donnerstagabend die demolierten Stahlbleche (siehe Bild). Auch die inneren Verstrebungen am Bug waren verbogen und mussten repariert werden. Neben den groben äusseren Arbeiten wurden auch diverse Kabel ersetzt, unter anderem jene zwischen dem Steuerhaus und der Ruderanlage (Ausgabe vom Freitag).

Nach wie vor unklar ist, wie die «Unterwalden» urplötzlich im Luzerner Seebecken abrupt drehte und gegen die «Schiller» zufuhr. Wie Recherchen unserer Zeitung jetzt aber zeigen, konnte die Crew die Kollision dann nicht mehr verhindern. Denn das Ruder der «Unterwalden» war blockiert, sodass sie manövrierunfähig war und nicht wieder von der «Schiller» weggedreht werden konnte. Das bestätigt eine sehr zuverlässig informierte Quelle gegenüber unserer Zeitung.

Schiff automatisch via GPS gesteuert

Die Blockade wurde umgehend bemerkt, ein Notstopp wurde eingeleitet. Darauf reagierte das 114-jährige Dampfschiff aber nur träge – selbst bei der tiefen Geschwindigkeit von 5 Kilometern pro Stunde, mit der das Schiff schliesslich in die «Schiller» krachte. Erlaubt ist im Luzerner Seebecken eine Maximalgeschwindigkeit bis zu 10 Kilometern pro Stunde.

Wieso das Ruder nicht mehr zu lenken war, wird nach wie vor von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) untersucht. Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) wollte dazu am Freitag keine Stellung nehmen. Die Untersuchungen könnten sich über ein Jahr hinwegziehen.

Fakt ist: Die Dampfschiffe sind automatisch via programmierte GPS-Daten gesteuert. Den eingeschlagenen Kurs korrigiert der Kapitän lediglich mit einem Joystick, da Wind, Wellen und Witterung die Fahrt der grossen Schiffe beeinflussen.

Samstag, ab 12 Uhr wieder unterwegs

Für die Passagiere gibt es auch gute Nachrichten: Freitagmittag konnten die Reparaturen abgeschlossen werden. «Wir haben alle Massnahmen umgesetzt, die wir mit der Behörde abgesprochen haben», sagt Hans Zwahlen, stellvertretender Direktor der SGV, auf Anfrage.

Für die Testfahrt mussten am Freitag zunächst alle Systeme mit Wasser gefüllt und der Dampfkessel eingeheizt werden. Diese Vorbereitungen dauerten rund fünf Stunden. Die Testfahrt am späten Nachmittag verlief erfolgreich, sodass dem heutigen Einsatz nichts im Wege steht. Die «Unterwalden» verkehrt wieder nach Fahrplan: ab 12 Uhr als «Zmittags-Dampfer» nach Küssnacht am Rigi, am Nachmittag nach Alpnach und am Abend als «Sonnenuntergangsfahrt» Richtung Beckenried.

Es wird weiterhin so sein, dass sich die Dampfschiffe im Luzerner Seebecken kreuzen werden. Der Sicherheitsabstand wird wegen des Unfalls von letzter Woche nicht vergrössert, sagt Zwahlen.

Niels Jost

Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Vorn: Dampfschiff Unterwalden, hinten Dampfschiff Schiller (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der beschädigte Bug des Dampfschiffes Unterwalden. (Bild: Luzerner Polizei)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei auf dem Weg zur auf der Seite beschädigten «Schiller». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei auf dem Weg zur auf der Seite beschädigten «Schiller». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei halten den Schaden an der «Schiller» fotografisch fest. (Bild: Stefanie Nopper)
Das Dampfschiff Schiller wurde an der Seite stark beschädigt. (Bild: Luzerner Polizei)
Beamte der Luzerner Polizei halten den Schaden an der «Schiller» fotografisch fest. (Bild: Stefanie Nopper)
Das Dampfschiff Schiller wurde bei der Kollision seitlich beschädigt. (Bild: Stefanie Nopper)
Polizisten nehmen am Dampfschiff Schiller den Schaden auf. (Bild: Stefanie Nopper)
25. August 2016: Die Arbeiten am beschädigten Dampfschiff «Unterwalden» in der Werft Luzern laufen auf Hochtouren. (Bild: Jérôme Martinu / Neue LZ)
25. August 2016: Im Zweischichtbetrieb arbeiten die SGV-Mitarbeiter an der havarierten «Unterwalden». (Bild: Jérôme Martinu / Neue LZ)
19 Bilder

Dampfschiff-Kollision vor Luzern


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