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VIERWALDSTÄTTERSEE: Schiffskollision: Untersuchung dauert über ein Jahr

Die Untersuchung der Kollision ist jetzt Bundessache. Technische Mängel wurden bisher keine gefunden.
Gabriela Jordan
«Wir hoffen, dass die ‹Unterwalden› innert einer Woche wieder einsatzfähig ist.» Stefan Schulthess, SGV-Direktor. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Wir hoffen, dass die ‹Unterwalden› innert einer Woche wieder einsatzfähig ist.» Stefan Schulthess, SGV-Direktor. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Gabriela Jordan

Wie konnten im Luzerner Seebecken zwei Schiffe zusammenprallen? Mit dieser Frage befassen sich derzeit die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) des Bundes und die Luzerner Staatsanwaltschaft. Eine Antwort auf die Frage steht bisher jedoch aus. «Diese Art von Unfall ist auch für uns speziell», sagt auf Anfrage Christoph Kupper, Bereichsleiter Bahnen und Schiffe der Sust. Kupper leitet die Sicherheitsuntersuchung der Dampfschiffskollision vom Freitag: Die «Unterwalden» rammte die «Schiller», nachdem sie urplötzlich die Richtung geändert hatte und frontal auf die «Schiller» zugefahren war (Ausgabe vom Samstag). Seit 2010 hat die Sust nur acht Schiffsunfälle untersucht.

Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Vorn: Dampfschiff Unterwalden, hinten Dampfschiff Schiller (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der beschädigte Bug des Dampfschiffes Unterwalden. (Bild: Luzerner Polizei)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Der zerstörte Bug der «Unterwalden». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei auf dem Weg zur auf der Seite beschädigten «Schiller». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei auf dem Weg zur auf der Seite beschädigten «Schiller». (Bild: Stefanie Nopper)
Beamte der Luzerner Polizei halten den Schaden an der «Schiller» fotografisch fest. (Bild: Stefanie Nopper)
Das Dampfschiff Schiller wurde an der Seite stark beschädigt. (Bild: Luzerner Polizei)
Beamte der Luzerner Polizei halten den Schaden an der «Schiller» fotografisch fest. (Bild: Stefanie Nopper)
Das Dampfschiff Schiller wurde bei der Kollision seitlich beschädigt. (Bild: Stefanie Nopper)
Polizisten nehmen am Dampfschiff Schiller den Schaden auf. (Bild: Stefanie Nopper)
25. August 2016: Die Arbeiten am beschädigten Dampfschiff «Unterwalden» in der Werft Luzern laufen auf Hochtouren. (Bild: Jérôme Martinu / Neue LZ)
25. August 2016: Im Zweischichtbetrieb arbeiten die SGV-Mitarbeiter an der havarierten «Unterwalden». (Bild: Jérôme Martinu / Neue LZ)
19 Bilder

Dampfschiff-Kollision vor Luzern

«Angstkultur hinderlich»

Seit dem Unfall führten Kupper und sein Team Gespräche mit den beiden Kapitänen, der Schiffscrew sowie mit leitenden Personen der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV). Gestern ging es mit der Überprüfung der Schiffstechnik weiter. Kupper: «Bisher haben wir bei der ‹Unterwalden› keine technischen Mängel gefunden.» Hat also ein Besatzungsmitglied die Kollision verursacht? Kupper widerspricht: «Wir stehen noch am Anfang, und alles ist offen.» Erste Hinweise auf die Ursache gebe es dank der Gespräche zwar bereits – bestätigt seien sie aber noch nicht.

Sollten menschliche Faktoren der Grund sein, klärt nicht die Sust, sondern die Luzerner Staatsanwaltschaft die Haftungsfrage. Kupper hofft dennoch, dass die Verantwortlichen allfällige Fehler offen zugeben: «Für unsere Arbeit ist es hinderlich, wenn eine Angstkultur entsteht.» Kupper würde es deshalb vorziehen, wenn gar kein Strafverfahren eröffnet würde. Bis die Sust ihren Abschlussbericht, und damit auch die Ursache, publizieren wird, kann es noch über ein Jahr dauern. Dies ist Kupper zufolge die übliche Zeitdauer, da der Bericht noch in die Vernehmlassung kommt sowie von der Sust-Kommission angenommen werden muss. Einen früheren Zwischenbericht könne es geben, falls die Sust systemische Fehler entdecken würde, welche die Sicherheit anderer Schiffe beein­trächtigen könnten.

Beschwerde wegen Räumung

Derweil schlägt auch die Räumung des Dampfschiffs «Schiller» hohe Wellen. Ein Passagier, der während der Kollision an Bord war, hat beim Luzerner Regierungsrat eine Beschwerde eingereicht. Er kritisiert, dass die Passagiere der leichter beschädigten «Schiller» das Schiff verlassen mussten, diejenigen der «Unterwalden» aber nicht. Die Luzerner Polizei prüft die Beschwerde nun intern, wie Sprecher Simon Kopp sagt. SGV-Direktor Stefan Schulthess zufolge veranlasste jedoch nicht die Polizei, sondern der Kapitän der «Schiller» das Umsteigen auf die «Gotthard», um den Gästen eine zusätzliche Zeitverzögerung Richtung Flüelen zu ersparen. Die «Unterwalden» musste nur noch bis zum Hafen in Luzern fahren.

Derweil hat die SGV die Schiffseinsätze geändert, damit keine Kurse ausfallen müssen. Die Kurse der «Unterwalden» übernimmt die «Uri». Diejenigen der «Uri» fahren dafür verschiedene Motorschiffe. Wie lange die Bug-Reparatur der «Unterwalden» dauern wird, ist noch offen. Schulthess hofft aber, dass sie «innert einer Woche wieder einsatzfähig ist». Die beiden Kapitäne wurden negativ auf Alkohol getestet und sind wieder im Einsatz.

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