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VIERWALDSTÄTTERSEE: Stadt Luzern streitet mit Kanton über Feuerwehrboot

Die Feuerwehr der Stadt Luzern ist für Brände auf dem See ungenügend gerüstet. Der Stadtrat will zusammen mit dem Kanton ein Löschboot kaufen. Doch über die Bezahlung herrscht Uneinigkeit.
Robert Knobel
Das Ölwehrboot «Blitz» der Feuerwehr Stadt Luzern im Einsatz. (Bild Feuerwehr Stadt Luzern)

Das Ölwehrboot «Blitz» der Feuerwehr Stadt Luzern im Einsatz. (Bild Feuerwehr Stadt Luzern)

Für Schiffsbrände ist Luzern denkbar schlecht gerüstet. Die städtische Feuerwehr besitzt zwar zwei kleine Boote, die bei Ölverschmutzung und Bränden eingesetzt werden können. Doch diese kleine Feuerwehrflotte genügt den heutigen Ansprüchen längst nicht mehr. Ein umfassend ausgerüstetes Löschboot für die Feuerwehr steht deshalb schon lange auf der Wunschliste der Stadt Luzern.

Spätestens in diesem Jahr hätte dieser Wunsch in Erfüllung gehen müssen. Das zumindest sagte der Stadtrat 2014 in seiner Antwort auf ein Postulat von Joseph Schärli (SVP). Jetzt, zwei Jahre später, sei aber immer noch nichts geschehen, wetterte Schärli am Donnerstag im Stadtparlament. «Was, wenn morgen ein Schiff auf dem See brennt? Was tut der Stadtrat dann?», so Schärli. Dass die städtische Feuerwehr ein richtiges Löschboot erhält, ist umso wichtiger, als sie seit 2014 für die Brandbekämpfung auf dem ganzen Hoheitsgebiet des Kantons Luzern auf dem Vierwaldstättersee verantwortlich ist.

Kanton will nur 150000 Franken bezahlen

Stadtrat Adrian Borgula (Grüne), der für das Feuerwehrwesen zuständig ist, versicherte, dass der Kauf eines Löschboots für den Stadtrat hohe Priorität habe. Doch allein bezahlen will es die Stadt nicht. Ausgemacht ist, dass Stadt und Kanton je 50 Prozent daran bezahlen. Doch der Kanton hat nun klargemacht, dass er maximal 150000 Franken beisteuern werde. Das sei viel zu wenig, so Borgula: «Ein Löschboot kostet zwischen 400000 und 600000 Franken.» Der Stadtrat will nun mit dem Kanton verhandeln, damit dieser wie vereinbart 50 Prozent der tatsächlichen Kosten übernimmt. Borgula hofft, dass das Löschboot 2017 endlich angeschafft werden kann.

Eingesetzt werden könnte das Löschboot nicht nur bei Schiffsbränden, sondern beispielsweise auch bei Bränden am Seeufer, die vom Wasser her leichter zu bekämpfen sind. Auch bei einem Hochwasser könnte das Boot nützliche Dienste leisten – zum Beispiel, um Treibholz zu entfernen. Für Joseph Schärli wäre es sinnvoll, das Boot gemeinsam mit den anderen Anrainerkantonen des Vierwaldstättersees zu betreiben.

Allgemein ist die Löschausrüstung der Feuerwehr nicht nur auf dem Vierwaldstättersee, sondern auch auf den anderen Schweizer Seen relativ bescheiden. Eine Ausnahme bildet hier die Feuerwehr der Stadt Basel. Diese besitzt zwei Löschschiffe, deren Grösse mit den Vierwaldstättersee-Dampfern vergleichbar ist. Diese sind dafür ausgelegt, Brände auf grossen Containerschiffen auf dem Rhein zu bekämpfen.

Robert Knobel

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