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Theater Perlen: Vife Senioren nerven gestresste Studenten

Im neuen Stück des Theaters Perlen prallen zwei Wohngemeinschaften in einem Haus aufeinander. Während die ältere Generation wild aufs Partymachen ist, kann es den Jungen nicht ruhig genug sein. Es ist ein Heidenspass, dem Treiben zuzusehen.
Yvonne Imbach
Während es die Senioren-WG gesellig hat, sind die Jungen (im Hintergrund) nur am Lernen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

Während es die Senioren-WG gesellig hat, sind die Jungen (im Hintergrund) nur am Lernen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

Das auch als Film bekannte Stück «Wir sind die Neuen» feiert am 23. März in Perlen Premiere als schweizerdeutsche Erstaufführung. Doch neu dürfte das Geschehen den Zuschauern nicht sein, erkennt sich doch jeder in einem der facettenreich geformten Charaktere mühelos wieder. Nur schon dies löst viel Schmunzeln aus. Ein bisschen den Spiegel vorgehalten zu bekommen, kann ja durchaus sehr reizvoll sein.

Für die Theaterversion in Schweizerdeutsch ist Herbert Marberger verantwortlich, der die aufgeweckte Truppe in gut 40 Proben zur Bühnenreife geführt hat. Zwei Figuren hat er neu dazu geschrieben: «Sonst wäre das Stück zu kurz geworden. Zudem wollten mehr Mitglieder spielen, als dass wir Rollen hatten.» Acht Darsteller zeigen, was in ihnen steckt und laufen zur Hochform auf.

Der Schock ist gross: Die Jungen sind Streber

Marianne, Jörg und Dani kennen sich aus Studentenzeiten und haben vor 30 Jahren in einer WG gelebt. Da Marianne als Biologin auf keinen grünen Zweig in Sahen Finanzen kommt, gewinnt sie die beiden Kollegen für eine Wiederaufnahme des alten WG-Lebens. Nebenan bilden drei junge Studenten auch eine Wohngemeinschaft. Die Generationen treffen ein erstes Mal aufeinander, als sich die Frührentner vorstellen gehen. Die Jungen schliessen ruppig jegliche Hilfe schon mal aus: «Wir sind in einer sensiblen Phase, Prüfungen stehen an, wir sind total mit Lernen absorbiert.» Der Schock bei den Oldies ist gross: Da wohnen also Streber, arrogant, gestresst und vollkommen lärmempfindlich.

Während sich die Senioren wie in alten Zeiten dem Partyleben widmen, klopfen die Jungen im Minutentakt an die Wand: So geht’s nicht weiter! Erst als diese in unterschiedliche Nöte kommen und sie Hilfe von unerwarteter Seite erhalten, kehrt endlich Ruhe ein.

Szene aus dem Stück «Wir sind die Neuen» des Theaters Perlen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

Szene aus dem Stück «Wir sind die Neuen» des Theaters Perlen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

Ernste Themen gehen ans Herz

Es ist ein Heidenspass, dem Treiben zuzusehen. Es sind jedoch die ernsten Themen, die ans Herz gehen. Altersarmut, Einsamkeit oder Krankheit werden leise angedeutet. Das Bühnenbild ist so geschickt entworfen worden, dass die beiden Wohnungen parallel zu beobachten sind. Man merkt sofort, wer im gemütlichen, chaotischen und wer im sterilen Raum zu Hause ist.

Die zum Teil synchron gespielten Szenen bei den Studenten beeindrucken und stehen für die uniforme Leistungsgesellschaft von heute. Bei den Senioren hingegen will man dazusitzen, Rotwein mittrinken und unter die Sofa-Patchworkdecke schlüpfen. Herbert Marberger zeigte sich nach der Hauptprobe sehr zufrieden: «Es war eine Freude mit dem Ensemble zu arbeiten. Alle spielen auf einem hohen Niveau und sind gut in ihre Rollen hineingewachsen.» Die Zuschauer werden ihm recht geben.

Aufführungen: Premiere, 23. März um 20.15 Uhr. 31. März um 17.15 Uhr. 3., 5., 6., 12. und 13. April um 20.15 Uhr. Im Gasthaus Die Perle in Perlen. Tickets: www.theaterperlen.ch oder Telefon 079 228 12 68.

Szene aus dem Stück «Wir sind die Neuen» des Theaters Perlen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

Szene aus dem Stück «Wir sind die Neuen» des Theaters Perlen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Perlen, 21. März 2019)

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