Hochzeitsapéros und Trauungen
Horwer Einwohnerrat senkt die hohen Krämerstein-Tarife für Einheimische

Das Parlament korrigiert die Tarife des Gemeinderats: Einheimische und Horwer Organisationen bezahlen für die Miete des Krämerstein-Sockelgeschosses nur noch halb so viel wie Auswärtige.

Roman Hodel Jetzt kommentieren
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Wer das Sockelgeschoss der gemeindeeigenen, frisch sanierten Villa Krämerstein in Kastanienbaum etwa für einen Hochzeitsapéro buchen will, muss doch nicht ganz so tief in die Tasche greifen wie geplant: Der Horwer Einwohnerrat hat an seiner Sitzung am Donnerstag zumindest die Tarife für Einheimische und für Horwer Organisationen gesenkt. Sie bezahlen neu 50 Prozent des Auswärtigen-Tarifes. Hier sind drei Beispiele:

  • Für die Benutzung ohne Bar, Küche und Geschirr etwa an einem ganzen Samstag bezahlen Auswärtige wie bisher 3900 Franken, Einheimische demnach die Hälfte, also 1950 Franken. Der Gemeinderat hatte für Einheimische ursprünglich 2900 Franken vorgesehen.
  • Für die Benutzung inklusive Bar, Küche und Geschirr ebenfalls an einem ganzen Samstag sind es für Auswärtige wie bisher 4400 Franken, für Einheimische neu 2200 Franken. Zum Vergleich: Ursprünglich hätten Einheimische 3400 Franken bezahlen sollen. 
  • Für die Benutzung ohne Bar, Küche und Geschirr an einem Samstag lediglich für zwei Stunden sinkt der Tarif für Einheimische ebenfalls: Sie bezahlen 1300 statt 1600 Franken. Auswärtige wie bisher 2600 Franken.
Blick in den Gartensaal, den man freitags und samstags mieten kann.

Blick in den Gartensaal, den man freitags und samstags mieten kann.

Bild: PD/Gemeinde Horw

Mit der Tarifsenkung ist das Parlament einem Antrag der Geschäftsprüfungskommission mit 21 zu 5 Stimmen gefolgt. Die Neinstimmen stammten einzig von der SVP. Reto Eberhard sagte: «Starten wir doch jetzt mal mit den vorgeschlagenen Tarifen. Wir können später immer noch Anpassungen vornehmen.» Die Partei wollte damit nicht zuletzt ihrer zuständigen Gemeinderätin Astrid David Müller den Rücken stärken. Diese verteidigte die Tarife vergeblich unter anderem mit den Worten: «Es handelt sich um eine Immobilienperle für spezielle Anlässe.»

Kritik an Tarifen vor allem von rot-grüner Seite

Kritik kam hauptsächlich von rot-grüner Seite. «Es ist für uns selbstverständlich, dass das Sockelgeschoss der Villa für besondere Anlässe zur Verfügung steht – aber mit den ursprünglich geplanten Preisen ist dies für viele Horwerinnen und Horwer nicht der Fall», sagte Philipp Peter (L20). Dabei gehöre ihnen das Haus und sie hätten die Sanierung bezahlt. Peter hatte bereits in unserer Zeitung dafür plädiert, dass die Tarife für Einheimische um 50 Prozent fallen sollen. An der Sitzung wollte seine Partei indes noch weiter gehen und die Tarife teils auch für Auswärtige senken. Doch der Einwohnerrat winkte ab.

«Wir verstehen die Diskussionen zum Tarif», sagte Bettina Beck Bertschmann für die Mitte/GLP-Fraktion, zeigte aber gleichzeitig Verständnis für den Vorschlag des Gemeinderats, indem sie anfügte:

«Das Anwesen wurde umfassend saniert und wir haben das Glück, einen Mieter zu haben, der die öffentliche Nutzung akzeptiert.»
Die Villa Krämerstein.

Die Villa Krämerstein.

Bild: Boris Bürgisser (Horw, 9. Juni 2021)

Ähnlich äusserte sich Urs Rölli. Auf einer Motion des FDPlers gründet die öffentliche Nutzung des Sockelgeschosses überhaupt. Er sagte: «Es ist in der Tat eine Gratwanderung. Die Renovation war umfangreich und teuer; diese Kosten müssen in erster Linie durch die Liegenschaftsvermietung möglichst optimal für die Gemeinde und die Steuerzahler gedeckt werden.» Dennoch hätten die Gebühren auch bei der FDP Anlass zur Diskussion gegeben. Auf Röllis gutgeheissenen Antrag hin muss der Gemeinderat per Ende 2022 ausserdem ein Reporting erstellen. «Es soll aufzeigen, ob die Tarife allenfalls doch zu hoch angesetzt sind, weil kaum jemand die Räume mietet», sagte Rölli.

Räume können nur ein Mal am Wochenende gemietet werden

Für Diskussionen sorgte noch, dass das Sockelgeschoss an einem Wochenende nur ein Mal gemietet werden kann. Dies gilt, selbst wenn jemand die Räume nur für zwei Stunden bucht. Astrid David Müller begründete dies mit dem Reinigungsaufwand. Die L20 wollte diese Regel aufbrechen. Aber dafür hatte der Einwohnerrat kein Gehör, wenn auch knapp mit 12 Ja- gegen 14 Neinstimmen.

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