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Villa Krämerstein: Ja zu 6-Millionen-Sanierung mit einem Murren

Der Horwer Einwohnerrat hat am Donnerstag einen entsprechenden Kredit einstimmig genehmigt. Das Geschäft sorgte allerdings wegen der Kosten für Diskussionen – sie fallen massiv höher aus als ursprünglich angenommen.
Roman Hodel
Die letzte grosse Sanierung der Villa Krämerstein in Kastanienbaum liegt 35 Jahre zurück. (Bild: Nadia Schärli, Horw, 1. Mai 2017)

Die letzte grosse Sanierung der Villa Krämerstein in Kastanienbaum liegt 35 Jahre zurück. (Bild: Nadia Schärli, Horw, 1. Mai 2017)

Sie ist ein Schmuckstück, der Stolz der Gemeinde Horw: Die Rede ist von der Villa Krämerstein in Kastanienbaum. Allerdings hat sie schon bessere Tage gesehen. Deshalb plant die Gemeinde eine umfassende Sanierung der Villa selber und des Pförtnerhauses (wir berichteten). Unter anderem werden die Haustechnik, sanitäre Anlagen, Wände und Decken erneuert, aber es wird auch einiges in den Originalzustand zurückversetzt, um Bausünden der letzten grossen Renovation vor 35 Jahren zu korrigieren. Den entsprechende Bericht und Antrag hat der Horwer Einwohnerrat am Donnerstag einstimmig genehmigt.

Zu reden gaben vor allem die Kosten. Rund sechs Millionen Franken wird die Gemeinde ausgeben – vier für die Villa selber, zwei fürs Pförtnerhaus. Im Aufgaben- und Finanzplan war 2016 noch von total vier Millionen die Rede gewesen, in einem Bericht unserer Zeitung von 2017 dann von fünf Millionen. «Insgesamt sind es nun 2,3 Millionen mehr», sagte FDP-Fraktionschef Jürg Biese namens der Bau- und Verkehrskommission. «Kann sich Horw das leisten? Das muss letztlich jeder hier drin für sich selber entscheiden.» Mit Erstaunen habe man festgestellt, dass allein die Planer- und Architektenhonorare 1,2 Millionen Franken betragen. Biese:

«Das ist enorm viel. Offenbar hat man aus Zeitdruck nicht einmal Konkurrenzofferten von anderen Architekturbüros eingeholt.»

Bei den anderen Parteien war man zwar auch nicht ganz glücklich über die hohen Kosten, doch CVP und SVP stärkten selbstverständlich ihren involvierten Gemeinderäten den Rücken. «Es handelt sich nicht um übertriebenen Luxus», sagte etwa Oliver Imfeld, Fraktionschef der sonst kostenbewussten SVP. Es gehe unter anderem darum, viel strengere Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Zudem habe SVP-Gemeinderat Robert Odermatt, zuständig für die Immobilien, mit der Apeiron Holdings AG einen guten Mieter gefunden. Bettina Beck Bertschmann (CVP) sprach derweil von einem «Glücksfall für die Gemeinde», wichtig für Bevölkerung: «Die Mieteinnahmen sind überdies ein willkommener Deckungsbeitrag, denn eine Renditeerwartung ist unrealistisch.» Gar «begeistert» von der denkmalpflegerischen Würdigung zeigte sich die L20: «Schön, dass historische Substanz erhalten oder wieder hergestellt wird», so Martin Eberli.

Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) gestand ein, dass die Kosten weit höher ausgefallen, als ursprünglich gedacht: «Das war nun mal eine erste grobe Schätzung im Aufgaben- und Finanzplan.» Weiter erinnerte er daran, dass es nicht einfach war, überhaupt einen Mieter zu finden:

«Ein Mieter, der die öffentliche Nutzung akzeptiert und trotzdem eine Viertel Million Franken Miete pro Jahr zahlt – obwohl es nicht einmal eine Garage hat.»

Er stelle aber fest, dass im Parlament Einigkeit herrsche darüber, welchen Wert die Liegenschaft für die Gemeinde Horw und die Bevölkerung habe.

In der Folge hat der Einwohnerrat noch mehrere Anträge durchgebracht: Unter anderem muss der Gemeinderat auf Antrag der L20 prüfen, ob die beiden Gebäude auch eine bessere Wärmedämmung erhalten sollen. Die Exekutive hat dies im Bericht und Antrag aus denkmalpflegerischen Gründen und wegen des Mehraufwands abgelehnt. Weiter soll beim Pförtnerhaus auf Antrag der FDP ein Autounterstand geprüft werden. Als nächster Schritt wird laut Zemp nun ein Bauprojekt ausgearbeitet und danach öffentlich aufgelegt.

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