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VITZNAU: Baden am Tag – Kultur am Abend

Die Seerose des letztjährigen Gästivals soll während fünf Monaten in Vitznau ankern. Als Plattform für Konzerte und für sonnenhungrige Badegäste.
Susanne Balli
Die schwimmende Plattform Seerose gestern in Flüelen, wo sie überwintert. Ab Mai wird sie während fünf Monaten vor Vitznau ankern. (Bild Roger Grütter)

Die schwimmende Plattform Seerose gestern in Flüelen, wo sie überwintert. Ab Mai wird sie während fünf Monaten vor Vitznau ankern. (Bild Roger Grütter)

Susanne Balli

Von Mai bis September 2016 soll die schwimmende Bühne Seerose des letztjährigen Gästivals in Vitznau stationiert sein. Und zwar am selben Ort wie im Vorjahr. Ein entsprechendes Baugesuch liegt seit heute bei der kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft (Rawi) und bei der Gemeinde Vitznau öffentlich auf. Gesuchsteller ist der Verein Muth, welcher derzeit ein nationales Kompetenzzentrum für Jugend, Musik und Theater in Vitznau realisiert, vergleichbar mit dem Centro Sportivo Tenero für Jugend und Sport.

Sonnenbad auf Seerosenblättern

Was bisher nicht bekannt war: Die Seerose soll während der nächsten fünf Monate nicht nur als Plattform für kulturelle Anlässe wie Konzerte und Theateraufführungen dienen. «Untertags soll die Seerose auch als öffentlich zugängige Badeplattform genutzt werden», sagt Fabio Küttel, Geschäftsführer des Vereins Muth. Dafür soll eine Treppe als Zugang zum Wasser installiert werden. Liegestühle auf den Seerosenblättern sollen für Sonnenhungrige zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist zudem ein Kiosk, wo sich die Badegäste mit Getränken und Snacks versorgen können. Auch ein Bademeister soll zum Einsatz kommen. Ob ein Eintritt für die Badi verlangt werden soll, ist derzeit noch unklar. Abends bis maximal um 22 Uhr werden auf der Seerose hauptsächlich Konzerte und Aufführungen im Rahmen des Musikcampus stattfinden. Zudem will der Verein die Seerose ein- bis zweimal pro Woche als Eventplattform an Dritte vermieten.

Gemeinderat steht hinter Projekt

Der Vitznauer Gemeinderat unterstützt das Vorhaben des Vereins Muth, als dessen Hauptsponsor das Park Hotel Vitznau um den österreichischen Investor Peter Pühringer fungiert. «Vitznau verfügt bisher über drei Seezugänge für Badende. Allerdings ist keiner der drei Badeplätze ideal», sagt Alex Waldis, als Bauverwalter der zuständige Gemeinderat. Der Platz beim alten Strandbad stehe in der Gefahrenzone, und daher könne keine geeignete Infrastruktur für Badende erstellt werden. Beim Kurplatz mitten in Vitznau sei Baden zwar möglich. Dort gebe es aber auf zwei von drei Landparzellen ein Badeverbot. Und der Seezugang Brougierpark ausserhalb Vitznau gegen Weggis biete wenig Liegefläche; zudem sei der Untergrund steinig und der Einstieg ins Wasser nicht ideal. «Ein Badibetrieb tagsüber auf der Seerose kombiniert mit einer kulturellen Nutzung am Abend wäre aus der Sicht des Gemeinderates optimal, um die Akzeptanz der Seerose in Vitznau zu steigern», ist Waldis überzeugt.

Kanton für Bewilligung zuständig

Die Platzierung der Seerose auf dem See muss vom Kanton bewilligt werden. Der nötige Landzugang von der schwimmenden Plattform aus ans Ufer hingegen wäre eigentlich Sache der Gemeinde. «Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, ist der Kanton nun aber für das gesamte Bewilligungsverfahren als Leitbehörde zuständig», erklärt Waldis. Für eine Bewilligung brauche es unter anderem die Unterschriften der direkt betroffenen Grundeigentümer an Land. Laut Waldis hat Vitznau mit dem Verein Muth und der Seerose im letzten Jahr «sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Akzeptanz in der Bevölkerung war sehr gross.»

Unklar ist bislang noch, wo die Seerose ihr definitives Winterquartier haben wird. Derzeit liegt sie in Flüelen auf dem Areal des Kies- und Sandunternehmens Arnold vor Anker. Für die Nutzung der vorhandenen Verankerung in Vitznau liegt bis Ende 2018 eine Bewilligung vor. Laut Alex Waldis ist der Ankerplatz in Vitznau als Winterquartier nicht optimal. Grund: «Wir sind hier dem Westwind stark ausgeliefert.» Für eine permanente Stationierung der Seerose müsste laut Waldis zuerst die bestehende Hafenzone in Vitznau erweitert werden. «Der Gemeinderat würde dem Verein Muth Hand bieten», erklärt er. Dafür müsste der Verein aber ein Gesuch einreichen, und der Kanton könnte ein entsprechendes Vorprüfungsgesuch genehmigen. «Dann könnte das Gesuch öffentlich aufgelegt und von den Vitznauer Stimmbürgern im Rahmen einer Umzonung abgesegnet werden», sagt der Gemeinderat weiter.

Bereits jetzt finden in Vitznau Muth-Musiklager statt. Mittelfristig möchte der Verein den Musik-Campus definitiv dort aufbauen, wo die Seerose platziert ist, inklusive eines neuen Gebäudes an Land. «Wir wünschen uns auf Dauer eine fixe Verankerung der Seerose», sagt Fabio Küttel. Das Zentrum für Jugend, Musik und Theater brauche vor allem auch Infrastruktur an Land. «Derzeit dürfen wir Räumlichkeiten der Musikschule Greppen-Vitznau-Weggis mitbenutzen.» Für Übernachtungsmöglichkeiten arbeite man mit örtlichen Hotels zusammen.

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