VITZNAU: Die kleinste Klinik des Kantons

Mit 16 Betten ist sie die kleinste Luzerner Klinik auf der Spitalliste: die Cereneo-Klinik im Park Hotel Vitznau. Sie hat sich auf Nervenkrankheiten spezialisiert.

Luzia Mattmann
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Tina Kaffenberger untersucht einen Patienten in einem Zimmer der Klinik Cereneo im Park Hotel Vitznau (gestellte Szene). (Bild Nadia Schärli)

Tina Kaffenberger untersucht einen Patienten in einem Zimmer der Klinik Cereneo im Park Hotel Vitznau (gestellte Szene). (Bild Nadia Schärli)

Viele der Luzerner Institute, die auf der Spitalliste stehen, bieten Hunderte Betten an und beschäftigen Personal im grossen Stil. Nicht so die Cereneo-Klinik im Park Hotel in Vitznau, welches dem österreichischen Multimillionär Peter Pühringer gehört. Die Klinik bietet 16 Betten und hat 28 Angestellte. Spezialisiert ist sie auf Schlaganfallpatienten. Das Fachgebiet der Klinik ist Neurorehabilitation. Dies bedeutet die Wiederherstellung von Hirnleistungen wie Bewegung, Gedächtnis oder Sprache bei Patienten mit einer Schädigung des Gehirns, des Rückenmarks oder der Nerven.

Seit Oktober 2012 befindet sich die Klinik auf der Spitalliste des Kantons. Das heisst, dass sich die Luzerner Bevölkerung für diese Krankheit in der Klinik behandeln lassen kann und der Kanton einen Anteil der Kosten übernimmt. «Durch die Aufnahme der Klinik versuchen wir dem Unterangebot im Bereich Neurorehabilitation im Kanton Luzern entgegenzuwirken», sagt David Dürr, Leiter der kantonalen Dienststelle Gesundheit. Sprich: Patienten mit Nervenerkrankungen mussten bisher oft ausserkantonal behandelt werden.

522 Patienten im letzten Jahr

Im letzten Jahr wurden in der Klinik 522 Patienten behandelt, wie Michael Horacek, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der Cereneo AG, sagt. «Wir möchten die Auslastung in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöhen», sagt Horacek. 60 Prozent der Patienten kommen derzeit aus der Schweiz, 40 Prozent aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt vier bis sechs Wochen.

Forschung in der Klinik

Speziell an der Klinik ist, dass in ihr direkt Forschung am Patienten betrieben wird: Die Krankheiten werden während der Therapie studiert. In den meisten Ländern seien die Patienten der Forschung nicht zugänglich, da sie in nicht-akademischen Instituten oder Pflegeheimen stationiert seien, heisst es in einem Beschrieb der Klinik. Die Klinik biete die Möglichkeit, Patienten über mehrere Wochen zu beobachten, zu testen und neue Therapien auszuprobieren. Die Klinik verfügt laut eigenen Angaben über ein modernes neurophysiologisches Labor.

Die Rekrutierung des Personals für die Klinik sei insofern schwierig, weil es einerseits wenig Fachleute im Bereich Neurorehabilitation gebe und andererseits mehrsprachiges Personal gewünscht sei, weil auch viele ausländische Patienten behandelt werden.

Finanziert wird die Forschungsklinik im Wesentlichen über die Behandlung der Patienten. Der Betrieb wird querfinanziert durch Patienten, die sich in der Klinik behandeln lassen und im Park Hotel Vitznau wohnen. Die P&K Gemeinnützige Stiftung von Peter Pühringer hat an der Uni Zürich eine Professur für Vaskuläre Neurologie und Neurorehabilitation gestiftet. Der Professor, der die Professur innehat, ist gleichzeitig Leiter der Klinik in Vitznau. Das Aktienkapital der Firma ist mit 1 Million Franken dotiert.

Hotelzimmer bis 4900 Franken

Laut Michael Horacek sei die Zusammenarbeit mit dem Park Hotel Vitznau allgemein relativ gross: «Wir arbeiten bei der Restauration und der Hotellerie eng mit dem Hotel zusammen.» So können die Patienten auf Wunsch auch ein Zimmer im Park Hotel Vitznau belegen, währenddem sie in der Klinik in Behandlung sind. Die Zimmerpreise im Hotel bewegen sich allerdings zwischen 700 und 4900 Franken pro Nacht.