VITZNAU: Seerose: Landschaftsschutz bodigt Badespass

Einsprachen verunmöglichen die Nutzung der Seerose als Badi. Jedenfalls heuer. Die Verantwortlichen hoffen auf eine zweite Chance.

Matthias Stadler
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Die Seerose als Dreh- und Angelpunkt kultureller Veranstaltungen, wie sie es anlässlich des letztjährigen Gästivals war: Dieses Ziel verfolgt der Vitznauer Verein Muth. Unser Bild zeigt den «Urner Tag» in Flüelen. (Bild Urs Hanhart)

Die Seerose als Dreh- und Angelpunkt kultureller Veranstaltungen, wie sie es anlässlich des letztjährigen Gästivals war: Dieses Ziel verfolgt der Vitznauer Verein Muth. Unser Bild zeigt den «Urner Tag» in Flüelen. (Bild Urs Hanhart)

Matthias Stadler

Am Tag von der Seerose direkt in den Vierwaldstättersee springen, am Abend Kultur geniessen. Diese Möglichkeit wollte der Verein Muth, der in Vitznau ein Zentrum für Jugend, Musik und Theater realisiert, der Bevölkerung künftig mit der Seerose bieten. Doch zumindest aus der Badi wird nun nichts, wie die Vitznauer Gemeinderätin Carmen Blaser gegenüber unserer Zeitung erklärt. «Die Idee ist für dieses Jahr zurückgezogen.»

Ausschlaggebend gewesen seien die Einsprachen gegen das Vorhaben, die Seerose auch als Badi zu betreiben. Deren vier wurden eingereicht, drei sind nach wie vor hängig, wie die Dienststelle Raum und Wirtschaft (Rawi) mitteilt. So wurde von Anwohnern Lärm befürchtet, zudem sei die Nutzung als Badi zu wenig klar aufgezeigt worden (Ausgabe vom 13. Mai).

Für Kulturplattform drängt die Zeit

Fabio Küttel, Geschäftsführer des Vereins Muth, bestätigt die Absage für die Badi: «Wir haben das im Gespräch mit dem Rawi und der Gemeinde Vitznau so entschieden.» Einige Einsprecher, unter ihnen der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV), hätten sich vehement gegen die Nutzung der Seerose als Badi gewehrt. «Der Verband wollte nicht, dass die Seerose in einer anderen Form als nur als Kulturplattform genutzt wird.» Küttel gibt sich auch selbstkritisch: «Wir haben gewisse Sachen im Bereich der Badenutzung zu wenig genau vorbereitet.»

Nun gelte es, auf den Entscheid des Rawi zu warten: Denn noch steht die Bewilligung für die Nutzung der Seerose als Kulturplattform aus. Küttel rechnet damit, dass Mitte Juli entschieden werden kann, ob die Seerose, welche momentan in Flüelen geankert ist, nach Vitznau gezogen wird und dort mit Kultur belebt werden kann. Er weist gleichzeitig daraufhin, dass nicht mehr länger gewartet werden könne: «Unsere Zeitachse wird immer kürzer. Um die Seerose als Kulturplattform noch kostendeckend betreiben zu können, brauchen wir mindestens drei Monate Aufenthalt in Vitznau.» Während der Wintermonate werde die Seerose nicht betrieben.

Doch ist die Seerose als Badi definitiv gestorben? Fabio Küttel verneint: «Wenn wir die Einsprachen nachgebessert haben, werden wir nächstes Jahr wieder ein Gesuch einreichen, damit die Plattform als Badi genutzt werden kann. Denn wir sind nach wie vor von dieser Idee überzeugt: eine Konzertplattform für die Jugend und eine Badi für die lokale Bevölkerung.»

Erneut Widerstand angekündigt

Ob es allerdings 2017 so weit kommt, steht in den Sternen. Denn der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee, der bereits dieses Jahr Einsprache erhob, kündigt erneut Widerstand an. «Wir werden gegen jedes Projekt Einsprache erheben, welches nichts mit den Kulturaktivitäten des Vereins Muth in Vitznau zu tun hat. Das heisst, wir werden uns mit Sicherheit auch gegen neue Pläne für eine Badi auf der Seerose wehren», sagt Urs Steiger, Präsident des LSVV. Die Nutzung der Seefläche brauche gemäss Wasserbaugesetz eine ausserordentliche Bewilligung. «Es geht nicht an, Nutzungen, die an Land realisiert werden können, auf das Wasser zu verlegen.» So gehöre die Badi ans Ufer und nicht auf die Seerose.