Strassensperrung: Vitznau und Gersau atmen auf

Die Kantonsstrasse in Vitznau soll während der geplanten Sanierung nun doch nicht für vier Monate gesperrt werden. Neu sind noch zwei mal drei Wochen vorgesehen – das freut die Betroffenen.

Matthias Stadler
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Die Strasse zwischen Vitznau und Gersau wird voraussichtlich 2021 saniert und ausgebaut. (Symbolbild: Philipp Unterschütz)

Die Strasse zwischen Vitznau und Gersau wird voraussichtlich 2021 saniert und ausgebaut. (Symbolbild: Philipp Unterschütz)

Zuerst waren acht Monate geplant, dann war von vier Monaten die Rede. Und nun wird die vorgesehene Dauer der Totalsperre während der Sanierung der Kantonsstrasse in Vitznau erneut kürzer. Neu soll sie zwei mal drei Wochen dauern. Dies teilte das für die Arbeiten zuständige Bau-, Umwelt und Wirtschaftsdepartement (BUWD) des Kantons Luzern gestern mit. Der Kanton reagiert damit auf Kritik, die von Vitznau, dem Bezirk Gersau und dem Kanton Schwyz geäussert wurde. Zu lang sei die viermonatige Sperrung, zu viele lokale Unternehmen würden davon tangiert werden, hiess es.

Dank eines neuen Tragsystems könne die Dauer der Totalsperre am Vierwaldstättersee verkürzt werden, heisst es vom BUWD. Gefordert wurde auch eine komplette Aufhebung der Sperrung, also dass immer mindestens eine Spur offen ist. Dies ist mit dem nun vorliegenden Plan aber wohl vom Tisch.

Arbeiten nur tagsüber

Wann genau die Arbeiten durchgeführt werden, ist laut Judith Setz, Fachspezialistin Kommunikation beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, noch nicht fixiert. Voraussichtlich würden sie 2021 beginnen. «Die beiden Sperrungen finden sicherlich im Winterhalbjahr statt.»

Während der Totalsperren der Strasse zwischen Vitznau und Gersau ist auch ein Schiffersatz für den Langsamverkehr vorgesehen. Und während der restlichen Bauzeit soll die Baustelle einspurig mit Ampeln und mit Bevorzugung des ÖV betrieben werden, teilt der Kanton weiter mit. Auch soll in der Regel nur tagsüber gearbeitet werden, damit die Lärmimmissionen in der vom Tourismus geprägten Region begrenzt werden.

Diese Nachrichten freut die Vertreter der beiden betroffenen Orte. Herbert Imbach, Gemeindepräsident von Vitznau, erklärt gegenüber unserer Zeitung: «Wir mussten Druck machen, denn die Strasse ist für einige Betriebe sehr wichtig. Das scheint nun angekommen zu sein. Für uns ist es also sicher ein Fortschritt, dass die Sperrung nicht mehr so lange dauert.» Der Einsatz für die langen Verhandlungen habe sich gelohnt.

Thomas Rieben, Bezirksammann von Gersau, zeigt sich ebenfalls zufrieden: «Die Sanierung ist notwendig. Aber wir haben immer gefordert, dass die Dauer der Totalsperrung reduziert wird. Mit der nun präsentierten Lösung können wir sehr gut leben.» Er weist auch auf die einmonatige Sperrung hin, die vor gut drei Jahren gemacht wurde. Dazumal habe es ebenfalls funktioniert.

Der Schwyzer Baudirektor Othmar Reichmuth windet dem Kanton Luzern ein Kränzchen:

«Die Verkürzung auf zwei mal drei Wochen ist ein gewaltiger Schritt.

Die Luzerner Kollegen haben die Kritik ernst genommen und sich nach neuen Techniken umgeschaut. Dafür sind wir dankbar.» Gleichzeitig bleibe es für die direktbetroffene Bevölkerung unangenehm, aber immerhin sei die Sperrung ja planbar.

Sanierung kostet 13 Millionen Franken

Die Strasse wird auf dem Gemeindeboden von Vitznau zwischen dem Abschnitt Bürglen und der Kantonsgrenze saniert und teilausgebaut – der Abschnitt ist rund 360 Meter lang. Der Kanton rechnet mit Kosten von 13 Millionen Franken, wobei sich dies in der Planung noch ändern könne.