«Seestrasse wird oft mit Rennstrecke verwechselt»: Vitznau will Tempo auf Seestrasse von 80 auf 50 km/h reduzieren

Der Gemeinderat Vitznau fordert eine Temporeduktion auf der Seestrasse und den Ausbau unübersichtlicher Kurven.

Pascal Linder
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Beim alten Strandbad, Fahrtrichtung Gersau, wird die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometer pro Stunde aufgehoben. Viele Motorrad- und Autofahrer nehmen dieses Schild als Anlass, um sportlich zu beschleunigen.

Beim Gemeinderat gingen demnach immer wieder Beschwerden wegen Lärmbelästigung ein. Auch der sicherheitstechnische Aspekt spiele bei der Temporeduktion eine Rolle, erklärt Herbert Imbach, Gemeindepräsident von Vitznau. Im Moment sei aber der Lärm das primäre Problem. Es komme nicht jede Woche zu einem Unfall. «Dennoch ist es aber nicht nachvollziehbar, dass man auf einer derart unübersichtlichen Strecke 80 Kilometer pro Stunde fahren darf.»

Aus diesem Grund will der Gemeinderat die Strecke vom alten Strandbad bis zur Kantonsgrenze neu mit Tempo 50 ausschildern.

 Bei diesem Schild soll künftig Tempo 50 nicht aufgehoben, sondern bis zur Kantonsgrenze verlängert werden.

Bei diesem Schild soll künftig Tempo 50 nicht aufgehoben, sondern bis zur Kantonsgrenze verlängert werden.

Bild: Pascal Linder (13. Mai 2020)

Die Temporeduktion hat er bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur beantragt. Ausgenommen ist die Kurve beim Hotel Flora Alpina, dort soll weiterhin Tempo 40 gelten. Diese Kurve entspreche nicht den Sicherheitsbestimmungen einer Kantonsstrasse, hält der Gemeinderat fest.

Bild: Gemeinde Vitznau

Bild: Gemeinde Vitznau

In einem zweiten Antrag fordert er daher den Ausbau dieser Kurve. Dies soll zeitgleich mit dem Neubauprojekt des Kantonsstrassenabschnitt Bürglen bis zur Schwyzer Kantonsgrenze realisiert werden.

«Wer die Seestrasse mit einer Rennstrecke verwechselt, handelt gesetzeswidrig»

Die Strecke rund um die Rigi wird viel von Motorrad- und Sportwagenbesitzern befahren. Gemeindepräsident Imbach sagt:

«Einige verwechseln die Kurven jedoch mit einer Rennstrecke und gefährden damit nicht nur sich und andere Verkehrsteilnehmer, sondern verursachen auch unnötig intensiven Lärm».

«Leider erhalten wir vom Kanton seit Jahren keine Unterstützung in dieser Angelegenheit, weshalb nun von Anwohnern eine Petition lanciert wurde, die unser Anliegen unterstützt», meint der Gemeindepräsident.

Der Gemeindepräsident hofft auf eine zeitnahe Anpassung. Derzeit werden diverse Bauarbeiten auf diesem Strassenabschnitt durchgeführt. «Dies wäre der optimale Zeitpunkt, um die Temporeduktion einzuführen», meint Imbach. Weiter fordert die Gemeinde die Sanierung der Kantonsstrasse K2b zwischen Kalibach und der Kurve Flora Alpina. Dies sei nötig, da die vielen unübersichtlichen Kurven auf diesem Abschnitt die Verkehrssicherheit nicht gewährleisten.

30er-Zone zwischen Parkhotel und Vitznauerhof

Nebst der Temporeduktion in der 80er-Zone will der Gemeinderat die Geschwindigkeit auch innerorts drosseln. Der Verkehr soll das Dorf Vitznau nur noch mit Tempo 30 passieren. Die 30er-Zone soll vom Parkhotel bis zum Hotel Vitznauerhof gelten.

Ob dieser Antrag umsetzbar ist, wird ein Gutachten der Dienststelle Amt für Verkehr und Infrastruktur zeigen. «Vor der Festlegung von abweichenden Höchstgeschwindigkeiten wird durch ein Gutachten abgeklärt, ob die Massnahme nötig, zweck- und verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen vorzuziehen sind», erklärt Stephan Kieliger, Abteilungsleiter bei der zuständigen Behörde. Gemeindepräsident Imbach ist sich bewusst, dass die Einführung der 30er-Zone durch eine Umgestaltung begleitet werden müsste. Nun liegt der Ball beim Kanton.

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