Viva Luzern 2019 gut unterwegs – steht aber vor grossen Herausforderungen

Viva Luzern weist 2019 einen Gewinn von 1,1 Millionen Franken aus und bewegt sich damit im Rahmen der letzten fünf Jahre. Der Trend in der Langzeitpflege entwickelt sich weiter in Richtung kürzerer Aufenthaltsdauer bei höherem Pflege- und Betreuungsbedarf.

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(zim) 825 Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren lebten 2019 bei Viva Luzern, der führenden Anbieterin von Langzeitpflege in der Zentralschweiz. 200 Mieterinnen und Mieter sind in den Alterswohnungen von Viva Luzern zuhause. 1159 Mitarbeitende sind für diese Menschen Tag und Nacht im Einsatz. Das sind die die Eckdaten im Geschäftsbericht von Viva Luzern.

Viva Luzern verzeichnet laut einer Medienmitteilung vom Dienstag im Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 1,1 Millionen Franken und liegt damit 0,1 Millionen Franken über dem Gewinn des Vorjahres. Der Umsatz stieg um 0,6 Millionen Franken auf 105,9 Millionen Franken. Der Aufwand beträgt 104,9 Millionen Franken und liegt 0,4 Millionen Franken über dem Vorjahr.

Immer schwieriger, die Bettenauslastung auf hohem Niveau zu halten

Das solide Ergebnis ist nach Angaben von Viva Luzern der durchweg guten Bettenauslastung der Betagtenzentren zu verdanken. Nach wie vor sei eine hohe Nachfrage an temporären Betten und Alterswohnungen zu verzeichnen, bei welchen Menschen selbstständig leben und Leistungen nach Bedarf beziehen können.

Ein Grossteil der Luzernerinnen und Luzerner leben laut Mitteilung auch im hohen Alter in den eigenen vier Wänden. Der Trend zeige weiterhin in Richtung kürzere Aufenthaltsdauer. Stationäre Pflegeplätze werden weniger nachgefragt. Diese Entwicklung führe zu einer verstärkten Nachfrage an temporären Betreuungsmöglichkeiten wie die Übergangspflege nach einem Spitalaufenthalt und zu individualisierten Dienstleistungsansprüchen. Mit diesen Voraussetzungen werde es zunehmend anspruchsvoller, die Bettenauslastung auf diesem Niveau halten zu können.

Hoher Pflege- und Betreuungsbedarf

Menschen, die in ein Betagtenzentrum eintreten, benötigen laut Viva Luzern vermehrt spezialisierte und intensivere Pflege – beispielsweise aufgrund von Mehrfacherkrankungen. Die Mitarbeitenden seien folglich mit komplexen Betreuungs- und Pflegesituationen konfrontiert. Viva Luzern bildet deshalb gemäss Mitteilung gemeinsam mit der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel entsprechende Pflegeexpertinnen aus. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt im vergangenen Jahr werden sie 2020 nun flächendeckend eingesetzt.