Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Viva Luzern AG: Temporär ist voll im Trend

Die stationären Aufenthalte sind rückläufig. Dafür kommt das Heim immer häufiger bei Notfällen zum Zug.
Sandra Monika Ziegler
Viva Luzern Eichhof bietet die Sofortaufnahme rund um die Uhr an. Bild:Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2018)

Viva Luzern Eichhof bietet die Sofortaufnahme rund um die Uhr an. Bild:Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2018)

Die Viva Luzern AG mit ihren fünf städtischen Alters- und Pflegeheimen bietet aktuell 875 Betten. Diese waren im vergangenen Jahr zu 95 Prozent ausgelastet, wie Viva mitteilt. So habe man einen Gewinn von 1 Million Franken erwirtschaftet, die Stadt Luzern erhält eine Dividende von 800 000 Franken.

Der gestern präsentierte Jahresabschluss 2018 macht deutlich, dass der Trend zu temporären Aufenthalten immer stärker wird. Dazu Geschäftsführer Beat Demarmels: «Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht es ein flexibles Angebot. Dazu gehören insbesondere die Entlastungsangebote.»

Pause für die Angehörigen

Damit sollen pflegende Angehörige auch mal eine «Pause» einlegen können, so Demarmels und fügt an: «Ein weiteres Entlastungsangebot ist die Sofortaufnahme rund um die Uhr, sie bietet professionelle schnelle Hilfe.» Dieses Angebot kommt vor allem dann zum Zuge, wenn pflegende Angehörige plötzlich ausfallen.

Während solcher Kurzaufenthalte werde zusammen mit den Angehörigen die definitive Lösung besprochen. Eine 88-jährige Frau, die zur Zeit einen Kurzaufenthalt beansprucht, erzählt: «Ich bin seit gestern da, leider bin ich zweimal in der Wohnung gestürzt und habe jetzt Mühe, meine Arme zu bewegen.» Sie schätze es, so schnell untergekommen zu sein. Ob sie wieder in ihre Wohnung zurück kann, weiss sie noch nicht. «Vielleicht versuche ich es zu Hause. Andernfalls möchte ich in den Staffelnhof.»

Für Joel Früh, der seit letztem Oktober Betriebsleiter im Betagtenzentrum Eichhof ist, sind die Entlastungsangebote ein wichtiger Pfeiler für das Wohnen im Alter: «Es entspricht den aktuellen Bedürfnissen. Der Bedarf an stationären Pflegeplätzen ist rückläufig. Die meisten Betagten möchten so lange es geht zu Hause bleiben. Werden die pflegenden Angehörigen entlastet, ist dies länger möglich.»

Ausbildungsgang für geriatrische Pflegeexpertin

Dazu gehört auch das Tagesheim im Eichhof. Es bietet Platz für zehn Personen. «Hier bleiben Gäste einen oder mehrere Tage in der Woche und auch über Nacht», sagt Joel Früh. Allein schon, dass es dieses Tagesheim überhaupt gibt, beruhige: «Gäste und pflegende Angehörige sind oft einfach froh, dass sie diese Option haben, selbst wenn sie es aktuell nicht brauchen.» Solche Betreuungsangebote stellen aber auch hohe Anforderungen an das Pflegepersonal. In kürzester Zeit müsse auf Bedürfnisse eingegangen, schnell reagiert werden – besonders bei der Sofortaufnahme.

Die Viva Luzern AG nimmt deshalb auch am Projekt Intercare teil. Zusammen mit der Uni Basel wird ein Ausbildungsgang zur geriatrischen Pflegeexpertin entwickelt. Joel Früh sagt dazu: «Wir engagieren uns stark in der Ausbildung. Von den 1170 Mitarbeitenden sind 162 Lernende.»

Hinweis: Der Geschäftsbericht 2018 ist unter www.vivaluzern.ch abrufbar

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.