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«Vo Buur zo Buur»: Familie Kammermann präsentiert ihre Nischenprodukte mit viel Herz

Die Bauernfamilie ist eine von sechs Teilnehmenden bei diesem Anlass. Und für sie ist wichtig, im Einklang mit der Natur zu leben.
Ernesto Piazza
Die Kammermanns sind bereit für den Anlass «vo Buur zo Buur». (Bild: Nadia Schärli, Ruswil, 3. September 2019)

Die Kammermanns sind bereit für den Anlass «vo Buur zo Buur». (Bild: Nadia Schärli, Ruswil, 3. September 2019)

Wären da nicht diverse Tafeln mitten in einem kleinen Waldstück, welche auf den Hof Schore in Ruswil hinweisen, man würde die Abzweigung zu Kammermanns schlicht verpassen. Nur einige hundert Meter weiter fühlt man sich – auf eine Lichtung eingebogen – fernab vom hektischen Alltag. «Zu uns kommen immer wieder Menschen, welche die ländliche Idylle bevorzugen», sagen Stefan und Marylène Kammermann. Seit knapp 20 Jahren bewirtschaften sie gemeinsam den zirka 26 Hektaren grossen Hof. Und sie hätten das Glück, dass Alena (14), Marius (13), Sina (10) und Julia (7) «voll mitmachen», erklärt der Meisterlandwirt.

Am Sonntag öffnet der Schore seine Türen für die Öffentlichkeit. Zusammen mit fünf weiteren Landwirtschaftsbetrieben macht die Familie Kammermann beim Anlass «vo Buur zo Buur» mit. Die sechs Höfe liegen an einer rund 5,4 Kilometer langen Rundstrecke.

Hof mit 30 Milchkühen und 65 Mutterschweinen

Den Haupterwerb liefern für die Familie Kammermann zirka 30 Milchkühe und die Schweinehaltung mit ungefähr 65 Mooren. Mit dazu gehören auch rund 140 Hochstammbäume. Doch wer jetzt glaubt, der Schore sei ein ganz gewöhnlicher Landwirtschaftsbetrieb, der irrt.

Weil bei den Bauern vor allem wegen des Milchpreises eine gewisse Resignation herrsche, hätten sie sich weiter orientiert, so Stefan Kammermann. Sofort mit dabei war auch seine Frau. Mehr noch:

«Sie ist diejenige, die vor allem zieht. Ich muss sie eher bremsen.»

Nachdem er dies gesagt hat, wirft er seiner Frau einen schmunzelnden Blick zu. Die 44-jährige Bäuerin mit Fachausweis unterrichtete unter anderem zehn Jahre als Arbeits- und Werklehrerin in Horw und Kastanienbaum. Dann jedoch suchte und fand sie einen Weg, diese beiden Präferenzen daheim auszuüben.

Seit vier Jahren arbeitet sie im Projekt Schule auf dem Bauernhof (SchuB) mit. «Lehrpersonen informieren mich über die Aufgaben und ich bereite den Stoff für jeweils einen halben Tag auf dem Bauernhof vor», erklärt sie. Beispielsweise beschreitet sie mit den Schülern beim Thema Apfel praktisch den ganzen Kreislauf von der Frucht bis zum Saft. «Dadurch kann ich sie in einem für sie nicht alltäglichen Umfeld abholen.»

Stefan und Marylène Kammermann arbeiten «mit Freude, Leidenschaft und Herzblut», wie sie betonen. Im Einklang mit der Natur zu leben, geniesst bei ihnen einen hohen Stellenwert. Seit April 2018 betreiben sie auch eine Herzgrillstelle. Das Kochen am offenen Feuer und Essen im Freien «ist teamfördernd und führt abseits von Hektik auch zu interessanten Gesprächen». Bei der Produktewahl legen sie grösstmöglichen Wert auf Regionalität und den Miteinbezug des Bauernhofs.

Bei der Bäuerin sprudeln die Ideen

Die beiden sind ein eingespieltes Team. Vor einiger Zeit bauten sie einen ausgedienten Eichhof-Kühlwagen in eine Mini-Freiluftgaststätte um. Ihre Arbeit hindert sie aber nicht daran, auch eigene Freiräume zu kreieren. Mit einer Woche Ski- und eine Woche Sommerferien und einer zweitägigen Sommerwanderung erschaffen sie sich ihre eigene Oase.

Speziell Marylène Kammermann sprudelt vor Ideen und Plänen. Sie sagt: «Ich möchte mich einen Morgen pro Woche als SchuB-Lehrperson in Ruswil anstellen lassen». Sie ist überzeugt, damit wertvolle Erfahrungen weiterzugeben. Zudem würde sie gerne einem alten, nicht mehr funktionstüchtigen Bienenhaus auf dem Hof neues Leben einhauchen. «Einen Imker hätte ich bereits», sagt sie. Eine Schauimkerei schwebt ihr vor. Das würde auch heissen: An das Bienenhaus anschliessend gäbe es ein kleines Glashäuschen. Dort könnten interessierte Besucher die fleissigen Bienen beobachten und gleichzeitig in einer Ruheoase einiges an Theorie erfahren. «Dieses Projekt hat aktuell noch keinen Platz», erklärt zwar Stefan Kammermann (44). Doch für ihn ist auch klar: «Wir wollen den Hof weiterentwickeln.»

Und mit Blick auf den Anlass erklärt er: «Ich erwarte viele interessante Begegnungen, bei denen wir ebenfalls zeigen können, dass die Landwirtschaft nicht so negativ ist, wie sie immer wieder dargestellt wird.»

Hinweis: Weitere Informationen gibt es unter: www.vobuurzobuur.ch

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