VÖGEL: Neuer Aussichtsturm im Wauwilermoos

Im Norden des Kantons Luzern wird das Naturschutzgebiet Wauwilermoos mit Tümpeln vergrössert und erhält einen Aussichtsturm. Die Vogelwarte will so das Reservat für Zugvögel und Besucher attraktiver machen.

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Solche nur zeitweise Wasser führende Tümpel sollen nördlich des Naturschutzgebietes Wauwilermoos entstehen. (Bild Vogelwarte / Roman Graf)

Solche nur zeitweise Wasser führende Tümpel sollen nördlich des Naturschutzgebietes Wauwilermoos entstehen. (Bild Vogelwarte / Roman Graf)

Die bisherige Beobachtungshütte am Ufer der Ron soll in den kommenden Tagen abgerissen und durch einen dreistöckigen Fertigturm aus Holz ersetzt werden. Der Turm steht auf Stelzen und ist rund sieben Meter hoch. Vom Dach haben Besucher dann Ausblick über das kantonale Naturschutzgebiet und den anschliessenden nördlichen naturnahen Bereich, wie die Vogelwarte am Mittwoch mitteilte.

Zugleich wird nördlich des Turms ein zusätzliches Stück Land aufgewertet. Dafür wird eine Betonstrasse abgetragen und durch eine neue Naturstrasse ersetzt. Zusätzlich werden neue Flachwasserzonen geschaffen. Insgesamt stehen künftig rund 10'000 Quadratmeter Land für Naturschutzzwecke und die Landwirtschaft zur Verfügung. Dort werden mehrere seichte Tümpel angelegt. Mit dem Ausheben der Tümpel wird begonnen, sobald der Boden hart genug, also stark gefroren oder trocken ist.

Die Projekte kosten rund 350'000 Franken, wie ein Sprecher der Volgelwarte auf Anfrage sagte. Als Geldgeber fungieren unter anderem die Albert Koechlin Stiftung, der Fonds Landschaft Schweiz, der Lotteriefonds des Kantons Luzern, die Stiftung Yvonne Jakob sowie die Thurnherr-Jenny-Stiftung. Unterstützt wird das Vorhaben von der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern und von BirdLife Luzern

Die Moorebene des Wauwilermoos liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Wauwil, Egolzwil und Schötz. In dem Gebiet wurde im 19. Jahrhundert Torf abgebaut. Das Naturschutzgebiet ist auch bekannt für steinzeitliche Fundstellen.

Für durchziehende Wat- und Wasservögel ist das Wauwilermoos laut Mitteilung der Vogelwarte ein wichtiges Rastgebiet. Für die Nahrungssuche schätzen die Vogelarten breite, schlammige Ufer und vernässte Wiesen, wie sie nun neu entstehen. Von den temporären Gewässern profitieren aber auch zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, wie die Kreuzkröte oder die Sumpf-Heidelibelle. Diese Tiere sind heute selten und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand seien heute Mangelware, heisst es weiter.

sda/rem

Der neue Turm mit Aussichtsplattform wird rund 7 Meter hoch. (Bild Vogelwarte)

Der neue Turm mit Aussichtsplattform wird rund 7 Meter hoch. (Bild Vogelwarte)

Die Kreuzkröte wird von den neuen Flachgewässern profitieren. Die Wauwiler Ebene ist eines der wenigen Gebiete, wo sie noch im Landwirtschaftsland vorkommt. (Bild Vogelwarte / Niklaus Zbinden)

Die Kreuzkröte wird von den neuen Flachgewässern profitieren. Die Wauwiler Ebene ist eines der wenigen Gebiete, wo sie noch im Landwirtschaftsland vorkommt. (Bild Vogelwarte / Niklaus Zbinden)

Die Tage dieser Hütte sind gezählt. Die Vogelwarte ersetzt sie durch einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm. (Bild Vogelwarte / Roman Graf)

Die Tage dieser Hütte sind gezählt. Die Vogelwarte ersetzt sie durch einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm. (Bild Vogelwarte / Roman Graf)