Vogelwarte

Hilfe für Spatz und Co. – Pflegestation der Vogelwarte Sempach verzeichnete einen Rekord

1700 verletzte oder geschwächte Vögel fanden in diesem Jahr ihren Weg in die Vogelwarte Sempach. Dieser Rekord hat auch mit der Coronapandemie zu tun.

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Amseln, im Bild ein Jungvogel, gehörten auch 2020 zu den häufigsten Patienten in der Vogelwarte Sempach.

Amseln, im Bild ein Jungvogel, gehörten auch 2020 zu den häufigsten Patienten in der Vogelwarte Sempach.

Bild: Marcel Burkhardt (Schweizerische Vogelwarte)

(se) Die Pflegestation der Vogelwarte Sempach kümmerte sich dieses Jahr um 1700 gefiederte Patienten. Dies sind gut 200 Vögel mehr als im letzten Jahr und somit das zweite Rekordjahr in Folge, heisst es in einer Mitteilung. Die Hälfte der vorbeigebrachten Piepmätze waren Jungvögel, aber auch verletzte Tiere fanden ihren Weg in die Vogelwarte Sempach. Dort werden sie professionell gepflegt und - falls möglich - wieder in die Freiheit entlassen. Gemäss der Vogelwarte seien manche Vögel jedoch zu stark verletzt, als dass sie noch eine Chance auf Genesung hätten. Besonders häufig werden Glasscheiben oder Fahrzeuge zum Verhängnis.

Spatz und Amsel trafen am häufigsten in der Vogelwarte ein, gefolgt von Mauerseglern. Letztere nisten oft direkt unter Hausdächern. Auf der Suche nach Abkühlung verlassen die Jungvögel an heissen Tagen ihre Brutnischen und stürzen ab.

Aufmerksamere Bevölkerung

Dass die Vogelwarte einen neuen Rekord an Pflegevögeln verzeichnet, habe auch mit der Coronapandemie zu tun. Im vergangenen Frühling haben sich nämlich aussergewöhnlich viele Menschen mit Fragen an die Vogelwarte gewendet. Offenbar sei die Bevölkerung dieses Jahr aufmerksamer gewesen, vermutet die Vogelwarte Sempach.

Übrigens sollte man davon absehen, Vögel Zuhause zu pflegen. Gemäss der Vogelwarte brauche es nicht nur Fachwissen und passende Haltungsbedingungen, sondern auch eine kantonale Bewilligung zur Haltung und Pflege von einheimischen Vögeln. Wird ein verletzter Vogel oder ein hilfloses Jungtier gefunden, sollte man die Pflegestation anrufen. Dort gibt es Tipps zum Transport und professionellen Rat.

Mehr Informationen auf vogelwarte.ch.