VOGELWARTE: Seidenschwänze ziehts in die Region

Die Schweiz erlebt derzeit einen der seltenen Einflüge von Seidenschwänzen aus Skandinavien. Im Mittelalter galt das teilweise massenhafte Auftreten von Seidenschwänzen noch als schlechtes Omen.

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Nicht geerntete Äpfel sind bei Seidenschwänzen sehr beliebt. (Bild vogelwarte.ch/Jean-Lou Zimmermann)

Nicht geerntete Äpfel sind bei Seidenschwänzen sehr beliebt. (Bild vogelwarte.ch/Jean-Lou Zimmermann)

In den vergangenen Wochen und Tagen sind an der Vogelwarte in Sempach bereits mehr als 300 Beobachtungen über Seidenschwänze eingegangen. Der Einflug war zuerst in der Ostschweiz registriert worden, ist aber jetzt in allen Landesteilen festzustellen, wie die Vogelwarte am Mittwoch weiter schreibt. Als grösste Trupps wurden hundert Individuen im sanktgallischen Uznach, 80 in Chur und 92 in Auvernier am Neuenburgersee gesichtet. Die Vogelwarte bezeichnete den seltenen Einflug der nordischen Vögel als schönes verspätetes Weihnachtsgeschenk für alle Vogelfreunde.

Früchte des Vogelbeerbaums
Der starengrosse Seidenschwanz ist ein besonders attraktiver Singvogel. Er zeigt sich aber in den meisten Wintern kaum in der Schweiz. Nur wenn für die Beerenfresser die Nahrung in Nordeuropa knapp wird, weichen die Seidenschwänze bis in die Schweiz aus. Derzeit lassen sich die Wintergäste in Gärten, Parks, Hecken und Obstgärten beobachten. Dort suchen die Seidenschwänze nach Beeren von Sträuchern und nach Fallobst. Am liebsten fressen sie die Früchte des Vogelbeerbaums, des Gemeinen Schneeballs, der Mistel, des Weissdorns und des Ligusters.

ap