Volk bestimmt über Hochhäuser

Die neue Bau- und Zonenordnung der Stadt Luzern kommt im Juni vors Volk. Das Parlament klammert dabei zwei umstrittene Fragen aus und heisst die umstrittene Tourismuszone gut.

Drucken
Teilen
Die Luzernerinnen und Luzerner stimmen im Sommer über die revidierte Bau- und Zonenordnung ab. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Luzernerinnen und Luzerner stimmen im Sommer über die revidierte Bau- und Zonenordnung ab. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Das war ein hartes Stück Arbeit. Theres Vinatzer, die Präsidentin des Grossen Stadtrates, führte am Donnerstag jedoch die Debatte über die neue Bau- und Zonenordnung der Stadt Luzern souverän. Nur ganz am Schluss kam sie leicht ins Straucheln. Angesichts mehrerer Varianten bei der Schlussabstimmung verlor kurzzeitig selbst der gewiefteste Abstimmungstaktiker die Übersicht.

Drei Fragen fürs Volk

In deutlicher Art sprach sich das Parlament dafür aus, dass die Bevölkerung bei der Volksabstimmung über die BZO gleich drei Fragen beantworten darf. Nämlich:

  • Stimmen Sie der neue Bau- und Zonenordnung zu?
  • Soll im Steghof ein Hochhaus von maximal 45 Metern gebaut werden dürfen?
  • Soll in der Seeburg ein Hochhaus von maximal 40 Metern gebaut werden dürfen?


Die Empfehlung des Grossen Stadtrates lautet dreimal Ja. Allerdings mit unterschiedlichen Stimmenzahlen. Mit 42:2 Stimmen befürwortet das Parlament die BZO-Revision deutlich. Das Steghof-Hochhaus wird mit 38:3 Stimmen bei drei Enthaltungen gutgeheissen. Und beim Seeburg-Hochhaus liegt das Abstimmungsergebnis bei 31:11 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Christian Bertschi

Tourismuszone gutgeheissen

Die Stadt Luzern will verhindern, dass Hotels an speziellen Standorten zu Spekulationsobjekten verkommen. Deshalb hat der Grosse Stadtrat der Schaffung einer Tourismuszone zugestimmt. Betroffen von der neuen Regelung sind die Hotels Hermitage, Seeburg, Europe, Montana, National, Palace, Schweizerhof und Château Gütsch sowie das Schlösschen Utenberg, das Kursaal-Casino und das Seerestaurant Tivoli. Die SVP und Teile der FDP wehrten sich gegen diese neue Zone. Die SVP sprach von Planwirtschaft und einer Einschränkung der Unternehmensfreiheit, während sich die FDP daran störte, dass nicht alle Hotels gleichberechtigt würden. Die Ratsmehrheit aber gewichtete das öffentliche Interesse höher: Für die Tourismus- und Kongressstadt sei es notwendig, dass genügend Hotelbetten im hochpreisigen Segment vorhanden seien.

Die Stadt hatte mit den betroffenen Hoteliers einen Kompromissvorschlag erarbeitet. Trotzdem haben die Hoteliers gegen die Tourismuszone Einsprache erhoben. Diese wurde vom Parlament aber abgelehnt. cb

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.