VOLKSSCHULE: Immer mehr Problemschüler in Luzern

Man nennt sie «verhaltensbehindert» – Schüler, die mangelhaft sozialisiert sind. Ihre Zahl steigt vor allem bei den Kleinsten.

Robert Knobel
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Themenbild Schule (Bild: Neue LZ / Archiv)

Themenbild Schule (Bild: Neue LZ / Archiv)

Im Kanton Luzern gibt es von Jahr zu Jahr mehr Schüler, die als «verhaltensbehindert» gelten. Das bedeutet, dass sie aufgrund ihres Verhaltens nicht in der Lage sind, sich in einen Gruppen- oder Klassenverband einzufügen. Waren es vor drei Jahren noch 324 Kinder mit dieser Diagnose, sind es aktuell knapp 400 – und die Prognosen fürs nächste Schuljahr deuten auf einen weiteren Anstieg hin. Signifikant ist die Zunahme insbesondere bei den Kindergärtnern sowie den Primarschülern der Unterstufe. «Auffallend viele Kinder sind vor der Einschulung kaum sozialisiert. Sie sind kaum kritik- und konfliktfähig», sagt Armin Müller, Geschäftsführer der Sonderschule Mariazell Sursee. Der weitaus grösste Teil der Verhaltensbehinderten kann denn auch nicht eine normale Schulklasse besuchen, sondern wird in spezialisierten Sonderschulen unterrichtet, von denen es im Kanton Luzern zwei gibt. Etliche dieser Sonderschüler haben auch bereits einen Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik hinter sich.

Gesellschaftliche Gründe

Die Zunahme hat vor allem gesellschaftliche Gründe. Darüber sind sich sowohl Armin Müller als auch Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, einig. Viele Vorschulkinder würden nicht genügend auf das Leben in der Gruppe vorbereitet, sagt Vincent. Deshalb brauche es mehr Förderangebote schon im Vorfeld der obligatorischen Schulzeit.