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VOLKSSKIRENNEN: Wenn Kinder und Harry Hasler um die Wette fahren

Das Volksskirennen Herlisberg-Retschwil zog am Wochenende Hunderte von Skifahrern und Zuschauern an. Es ging um Spass und Unterhaltung – und um einen guten Zweck.
Manuel Burkhard
Von links oben im Uhrzeigersinn: Jung und Alt warten auf ihren Einsatz am Plauschrennen in Herlisberg. Auch Viktor Giacobbos Figur Harry Hasler ist mit von der Partie. Während die Skifahrer starten, bibbern die Zuschauer in der Kälte. (Bild: Eveline Beerkircher (Herlisberg, 22. Januar 2017))

Von links oben im Uhrzeigersinn: Jung und Alt warten auf ihren Einsatz am Plauschrennen in Herlisberg. Auch Viktor Giacobbos Figur Harry Hasler ist mit von der Partie. Während die Skifahrer starten, bibbern die Zuschauer in der Kälte. (Bild: Eveline Beerkircher (Herlisberg, 22. Januar 2017))

Eisige Temperaturen, verschneite Landschaft, mit dickem Reif behangene Bäume. Unter lauten Anfeuerungsrufen stürzt sich ein Skifahrer aus dem Starthaus und verschwindet nach wenigen Sekunden im dichten Nebel. Dutzende weitere Rennfahrer warten hinter dem Starthaus auf ihren Auftritt. Im Weiler Herlisberg, hoch über dem Seetal, herrschte am Wochenende Lauberhornstimmung.

Rund 400 Fahrerinnen und Fahrer aller Altersklassen traten am Volksskirennen Herlisberg 2017 an. Eine 600 Meter lange als Super-G ausgesteckte Strecke war zu bewältigen – auf Ski, Snow­board, allein, in Gruppen oder als Familie. So verschieden wie das Teilnehmerfeld waren denn auch die Fahrstile: Ob in formvollendeter Hocke oder im vorsichtigen Stemmbogen – eines war allen Rennfahrern gemein: Im Zielraum waren nur glückliche Gesichter zu sehen.

Skirennen für einen wohltätigen Zweck

Spätestens als sich Harry Hasler und zwei knallgelbe Minions beim Starthaus einfanden, war klar: Das hier ist mehr als ein Rennen. Das Volksskirennen Hasliberg geht auf eine Initiative aus dem Jahr 1984 zurück. Damals wurde die Interessengemeinschaft Skirennen Herlisberg-Retschwil (IGSR) gegründet. Mit dem Skirennen sollte Geld für die Schule Retschwil gesammelt werden, etwa um einen Schulbus zu finanzieren. Das Schulhaus ist inzwischen ausser Betrieb, der karitative Zweck aber besteht weiterhin. OK-Präsident Beat Arnold erklärt: «Mit den Einnahmen aus dem Rennen und der Langlaufloipe unterstützen wir Schulen in der Umgebung. Wir helfen etwa bei der Finanzierung von Schullagern und der Anschaffung von Spiel- und Sportmaterial. Jährlich haben wir dafür 5000 bis 6000 Franken zur Verfügung.» Dies sei nur dank der Mithilfe so vieler Vereinsmitglieder möglich.

Rund 150 Leute engagierten sich für das Skirennen, die meisten von ihnen helfen schon seit Jahren mit. Darunter viele Eltern von Kindern jener Schulen, die dann wieder von den finanziellen Zuwendungen der IGSR profitieren werden. Seit Dienstag wurde die Piste präpariert und die Infrastruktur aufgebaut. Am Renn­wochenende waren dann nicht nur die Rennfahrer zu betreuen, sondern auch die Zuschauer. Eini­ge von ihnen sorgten an der Strecke für Stimmung, die eisigen Temperaturen aber trieben die meisten nach kurzer Zeit ins Ski-Restaurant oder an die Schneebar. Dort war für Wärme gesorgt: dank der Heizung im Restaurant und der wärmenden Getränke an der Bar. OK-Mitglied Hans Waser zählte auf: «500 Bratwürste, 200 Kilogramm Pommes frites, 500 Liter Kaffee und Tee, 50 Flaschen Schnaps. Das Wochenende verläuft sehr gut.» Mit zufriedener Miene bringt er Nachschub zur Küche – während sich nebenan ein Eisbär in seine Ski einklickt.

Manuel Burkhard

kanton@luzernerzeitung.ch

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