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Volle Kirchbänke an Weihnachten

Wie versucht man, jene Leute für die Kirche zu begeistern, die sonst nur an den Festtagen anzutreffen sind? Ein Pfarrer aus Zell versucht es mit kurzweiligen und originellen Gottesdiensten.
Martina Odermatt
Besonders über die Festtage strömen die Leute in die Kirche. Doch wie kann man sie dazu bewegen, auch unter dem Jahr eine Messe zu besuchen? (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)

Besonders über die Festtage strömen die Leute in die Kirche. Doch wie kann man sie dazu bewegen, auch unter dem Jahr eine Messe zu besuchen? (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)

Selten sind die Kirchenbänke so gut besetzt wie an den Weihnachtstagen. Auch heute Abend dürfte der eine oder andere den Weg in die Kirche finden, der sonst nur selten dort anzutreffen ist. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche tun es, um Familie und Bekannte glücklich zu machen; weil es einfach zur Weihnachtsfeier dazu gehört. Andere gehen mit ihren Kindern in den Gottesdienst, damit das Christkind in der Zwischenzeit für die Bescherung sorgen kann.

In Deutschland hatte der grosse Aufmarsch am 24. Dezember in einer Kirche sogar die Konsequenz, dass nun Tickets ausgestellt werden mussten. Diese erhielt man kostenlos, ohne war einem der Zugang zur Kirche jedoch verwehrt.

Solche Ausnahmezustände sind im Kanton Luzern nicht bekannt. «Eher stellen wir mehr Stühle rein, als dass wir Leute wegschicken», sagt etwa Dominik Thali, Kommunikationsbeauftragter der römisch-katholischen Landeskirche.

Gleich sieht dies Paul Berger. Er ist Pfarreileiter und Diakon in Zell. Auch an Weihnachten ist er ein gefragter Mann: Vier Gottesdienste hält er innert 24 Stunden. Dabei seien besonders jene um 15.30 Uhr im Alters- und Pflegeheim Violino und der Familiengottesdienst um 17 Uhr in der Kirche sehr beliebt bei den Leuten. «Die Kirche und die Empore sind jeweils rappelvoll», sagt Berger. Und im Violino stünden die Leute bis zum Eingang. Doch wegschicken würden sie niemanden: «Wir sind dankbar um jede Person, die kommt.»

Originalität soll seltene Besucher überzeugen

Und wenn die Kirche schon mal so gut besetzt ist: Probiert Berger dann auch genau jene Menschen für die Kirche zu begeistern, die dieser an den anderen Tagen fern bleiben? «Klar, möchte ich diese Leute, die nicht so oft in die Kirche kommen, überzeugen und begeistern, bald wieder einmal zu kommen. Deshalb gebe ich mir speziell Mühe, dass sie den Gottesdienst nicht nervtötend oder langweilig finden.» Deshalb versuche er – wie bei jeder anderen Messe auch – sich etwas Originelles einfallen zu lassen. Bereits etabliert habe sich etwa eine kleine Geste am Stephanstag, dem 26. Dezember. Berger segnet in dieser Messe Wein als Symbol für Stärke und weil Stephan der Patron der Winzer sei. Jene, die am Gottesdienst teilnehmen, erhalten ein Glas Wein – Kindern wird Traubensaft eingeschenkt – in welchem ein Kieselstein zu finden ist; ein Zeichen für den heiligen Stephan, der wegen seines starken Glaubens gesteinigt wurde.

Nun aber zurück zu Weihnachten: Was denkt Paul Berger über jene Leute, die er nur ein, zwei Mal im Jahr in der Kirche zu Gesicht bekommt? «Die Leute sollen in die Kirche kommen, wenn ihnen danach ist. Ich kann es nachvollziehen und akzeptiere es auch, dass einige Leute nicht jedes Wochenende in die Kirche kommen möchten.»

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