Volleyball

Knall bei Volley Luzern: Alessandro Lodi steht nicht mehr länger an der Seitenlinie

Alessandro Lodi ist ab sofort nicht mehr Trainer von Volley Luzern. Vorerst übernimmt der spanische Assistenztrainer Jorge Garcia.

René Leupi
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Alessandro Lodi ist nicht mehr Trainer von Volley Luzern

Alessandro Lodi ist nicht mehr Trainer von Volley Luzern

Bild: Patrick Huerlimann (Luzern, 23.09.2020)

«Wir sind stecken geblieben», sagte Topskorer Tim Köpfli nach der 1:3-Heimniederlage gegen Näfels. Eine Aussage, die sinnbildlich für den derzeitigen Gemütszustand des NLA-Teams von Volley Luzern ist. Nach dem gewonnen Startsatz (25:22) baute die Luzerner immer mehr ab, die Sätze zwei (20:25) und drei (19:25) liessen noch Hoffnung auf einen Punktgewinn zu. Doch der sang- und klanglos verlorene vierte Satz (13:25) war dann eine Bankrotterklärung. Der ansonsten emotional coachende Trainer Alessandro Lodi (41) machte mit zunehmender Spieldauer immer mehr einen ratlosen Eindruck, versuchte kaum mit Spielerwechseln neue Impulse zu setzen und wartete auch mit den Time-outs lange zu. Es schien, als würde der Trainer sein Team nicht mehr erreichen. Gestern nun der Knall bei Volley Luzern:

«Alessandro Lodi und Volley Luzern sind nach einer gemeinsamen Lagebeurteilung übereingekommen, die Zusammenarbeit einvernehmlich aufzulösen.»

Die Trennung sei nicht einfach gewesen, sagt Josef Wicki, NLA-Delegierter des Luzerner Stadtklubs. Denn noch am vergangenen Freitag hatte Richard Gerlach, Leiter Geschäftsstelle und Spielbetrieb, gesagt: «Lodi leistet hervorragende Arbeit, ist volleyballtechnisch auf höchstem Niveau.» Der vierte Satz gegen Näfels dürfte das Fass zum Überlaufen gebracht und letztlich die Entscheidungsfindung beschleunigt haben. «Wir mussten für die Mannschaft ein Zeichen setzen, versuchen, ihr neue Impulse zu geben», so Wicki.

Es stünden nun drei wichtige Spiele gegen Jona auf dem Programm, zweimal in der Meisterschaft (23./27. Januar) und Ende Monat zu Hause beim Cup-Viertelfinal. Aber auch das Faktum – dies bestätigte Wicki –, dass gegen das Schlusslicht Traktor Basel fünf Punkte liegen gelassen wurden, sprach nicht für den scheidenden Trainer. Das sei ein erstes Warnzeichen gewesen, so Wicki. Er betonte aber auch, volleyball-technisch könnten Lodi keine Vorwürfe gemacht werden. Schliesslich hätte er Anfang Saison gegen Lausanne den Supercup gewonnen. Pech sei gewesen, dass Stammspieler wie Dominik Fort und Ben Hensler längere Zeit verletzt waren.

Vorerst und in Absprache mit dem Team übernimmt der spanische Assistenztrainer Jorge Garcia interimistisch die Leitung. Es sei vorgesehen, so Wicki, dass der 34-jährige Spanier bis Ende der Qualifikation die Mannschaft betreue. Am 6. Februar steht das letzte Spiel gegen Leader Amriswil auf dem Programm, ehe Mitte Februar die Playoff-Viertelfinals beginnen.

Die Entlassung belastet die Vereinskasse

Die Trennung geht finanziell an die Substanz des Vereins. «Wir müssen eine finanziell tragbare Lösung finden», betont Wicki. Primär muss das Team nun auf die Erfolgsstrasse zurückfinden. «Wir müssen nur an den richtigen Schräubchen drehen», hatte Teamsenior Jörg Gautschi (36) vor der Festtagspause gesagt. Lodi hatte nicht das richtige Werkzeug. Ob Garcia das Händchen dazu hat, kann er in den nächsten vier Spielen beweisen. Doch nun sind sowieso auch die Spieler gefordert.