Vom Staat enteignet

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Das erste Kloster in Rathausen wurde 1259 eingeweiht. Von 1588 bis 1592 wurde es umgebaut, damals entstand auch die Mauer. 1848 wurde das Kloster nach dem Sonderbundskrieg durch den ­Luzerner Grossen Rat aufgehoben. Es kam in Staatsbesitz und wurde zum Lehrerseminar. Wegen Feuch­tigkeit und Ungezieferplagen zügelte die Schule 1867 nach Hitzkirch, danach stand das Kloster leer – bis auf zwei Ausnahmen. 1871 wurden darin rund 550 Soldaten der französischen Bourbaki-Armee interniert. 1880 fungierte das Kloster aufgrund einer Pocken-Epidemie als Notspital.

1883 entstand auf Antrag des Regierungsrats das Kinderheim, das bis 1972 von katholischen Schwestern betrieben wurde. Bis etwa zu den 1960er-Jahren galt darin ein autoritäres, teils repressives Regime, es kam zu sexuellen Missbräuchen. 1989 wurde das Heim geschlossen. Seit 1990 gehört das Areal der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern. (std)