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10 Jahre Fusion Luzern – Littau: von der Studie bis zum Marsch in die Stadt

Vor zehn Jahren wurden Littau und Luzern fusioniert. Hunderte Littauer gingen am nasskalten Neujahrstag 2010 auf die Strasse.

Hugo Bischof
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Der Marsch nach Luzern

Von Tambouren angeführt, zogen über 800 Littauerinnen und Littauer am Neujahrstag 2010 bei strömendem Regen der Reuss entlang nach Luzern. Ziel war der Rathausplatz in Luzern, wo die Fusion gefeiert wurde.

Von Tambouren angeführt, zogen über 800 Littauerinnen und Littauer am Neujahrstag 2010 bei strömendem Regen der Reuss entlang nach Luzern. Ziel war der Rathausplatz in Luzern, wo die Fusion gefeiert wurde.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. Januar 2010)

Es war kalt, und es regnete in Strömen. Trotzdem versammelten sich am späten Nachmittag des Neujahrstags 2010, einem Freitag, Hunderte von Menschen auf dem Gemeindehausplatz in Littau. Anlass war die per 1. Januar 2010 beschlossene Fusion der Gemeinde Littau mit der Stadt Luzern.

Mehr als 800 Littauerinnen und Littauer wanderten danach gemeinsam in die Stadt Luzern. Auf dem dortigen Rathausplatz besiegelten und feierten sie zusammen mit Luzernerinnen und Luzernern die Fusion. «Für einmal war keine einzige kritische Stimme zu hören», berichtete tags darauf das Regionaljournal Zentralschweiz von Radio DRS.

Verlust von Souveränität und Eigenständigkeit

Der Fusionsprozess verlief aber keineswegs reibungslos. Viele Littauer befürchteten, dass ihre Interessen in einem künftigen Stadtteil Littau weniger Gewicht haben würden. Vor allem die SVP war skeptisch. Auch bei ihr standen emotionale Gründe (Verlust von Eigenständigkeit und Souveränität) im Vordergrund; die Ausländerpolitik spielte im Abstimmungskampf kaum eine Rolle. Viel mehr ging die Angst vor einer Überbauung des Littauerbergs um. Auffällig viele Plakate der Gegner hingen auf dortigen Bauernhöfen – mit Slogans wie «Für eine weiterhin blühende, eigenständige Gemeinde» oder einem sabbernden Krokodil mit der Schlagzeile «Von Luzern gefressen werden – Fusion nein danke».

Schliesslich spielte den Fusionsbefürwortern ein finanzielles Argument in die Hände. Dank der Fusion konnte der Steuersatz in Littau von zuvor 2,20 auf neu 1,75 Einheiten, das Niveau der Stadt, gesenkt werden. Das bedeutete eine massive Steuerersparnis für die Littauer. Dass diese der Fusion dennoch nur knapp mit 52,65 Prozent Ja-Stimmen zustimmten, zeigt, wie tief verankert die Ängste vor dem Zusammengehen mit dem grösseren Partner waren.

Durch die Fusion stieg die Bevölkerungszahl der Stadt Luzern von zuvor 57'000 auf rund 73'500 (heute sind es gut 81'000). Flächenmässig nahm das Gebiet der Stadt um ein Drittel auf heute 37,4 Quadratkilometer zu. Die Fusion führte auch zu einer Verjüngung der Stadt Luzern, zudem wurde sie politisch etwas bürgerlicher. Von den 92 Angestellten der Gemeindeverwaltung von Littau fanden 71 in Luzern eine vergleichbare Stelle. Littau profitierte vom Ausbau im Schulangebot und bei der Spitex. Und – der Littauerberg ist weitgehend eine «grüne Oase» geblieben.

Umstrittene Abgangsentschädigungen

Ende 2010 sorgten die Abgangsentschädigungen von insgesamt 122'000 Franken an drei der zurückgetretenen Littauer Gemeinderäte für Entrüstung. Die Zahlungen seien «inhaltlich vertretbar», stellte die GPK des Stadtparlaments schliesslich fest. Sie kritisierte jedoch das eigenmächtige Vorgehen des Gemeinderats. Strafrechtliche Folgen hatte das Ganze nicht.

Mittelfristiges Ziel der Stadt und des Kantons Luzern war es, dass sich weitere Gemeinden des Agglomerationsgürtels dem Zentrum anschliessen sollten. Dazu kam es aber nicht. Die Bevölkerung in Emmen, Kriens, Horw, Ebikon und Adligenswil lehnte Fusionen mit der Stadt Luzern deutlich ab.

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Die Zeitzeugen

Peter Mendler: «Reibungslos»

«Nach der gewonnenen Abstimmung 2007 begann die Arbeit erst recht. Über 20 paritätische Arbeitsgruppen rangen um Synergien, Kompromisse, Konzepte. Am 1. Januar 2010 ging der Zusammenschluss reibungslos über die Bühne, fast als wärs schon immer so gewesen. Es war eines meiner interessantesten und herausforderndsten Projekte: Das Ringen um die optimalen Schritte auf einem Weg, den keiner von uns vorher je begangen hatte; das Zusammenarbeiten mit so vielen Menschen aus Verwaltung, Politik, Öffentlichkeit; das Agieren im Schaufenster, kritisch beobachtet von Gegnern und Befürwortern der Fusion; das Ausbaden von Pannen und Fehlern, die während des mehrjährigen Prozesses passierten.

Unter dem Strich ist die Fusion eine Erfolgsgeschichte, Littauer und Luzerner haben vom Zusammenschluss profitiert und werden auch in Zukunft davon profitieren. Beispiele sind die schnelle, grosszügige Modernisierung des Alterszentrums Staffelnhof, die Wahl des Littauers Stefan Roth zuerst in den Stadtrat und dann zum Stadtpräsidenten von Luzern, die schon nach den ersten Wahlen ins Stadtparlament ansehnliche Zahl von Vertreterinnen und Vertretern aus dem Ortsteil Littau, die finanzielle Unterstützung des Zentrums St. Michael, der Ausbau des Dienstleistungsangebots für die Littauer, die Eröffnung neuer raumplanerischer Möglichkeiten für die Stadt Luzern, die koordinierte Entwicklung der Volksschule, die Fusionen der Feuerwehr sowie diverser Organisationen und Vereine. Und der Wermutstropfen? Aus meiner Sicht der Umstand, dass es nach der Fusion von Littau und Luzern, welche als erste Etappe auf dem Weg zur «Starken Stadtregion» gedacht war, in der Agglomeration zu keinen weiteren Zusammenschlüssen kam. Doch was richtig ist, wird sich langfristig durchsetzen, wenn die Zeit dafür reif ist.»

Hinweis: Peter Mendler (68) war Projektleiter der Fusion Littau-Luzern. Er ist Unternehmensberater und Mediator. Er war von 2015 bist Mitte 2019 Verwaltungsratspräsident des KKL Luzern.

Stefan Roth: «Unvergesslich»

«Ich war erst seit 2004 Littauer Gemeindeammann. Am 30. August 2006 waren alle Augen im fünfköpfigen Littauer Gemeinderat auf mich gerichtet. Meine Stimme war entscheidend, dass der Gemeinderat sich für die Fusion aussprach. Die Ja- und Nein-Lager in der Bevölkerung waren fast gleichauf, der Ausgang der Volksabstimmung 2007 war ungewiss. Die Fusionsgegner wehrten sich mit Argumenten wie dem Verlust der Gemeindeidentität, dem Abbau der Bürgernähe oder der durch die Stadt drohenden Überbauung des Littauerberges. Die Befürworter begrüssten den Ausbau der Angebote im Sozial- und Bildungsbereich.

Unvergesslich bleibt mir der mitternächtliche Marsch am 31. Dezember 2009 in die «neue» Stadt, mit Hunderten von Menschen aus Littau und Reussbühl. Die fehlende finanzielle Unterstützung des Kantons Luzern von 20 Millionen Franken trübte nur kurzzeitig das Bild. Materiell ist die Fusion geglückt. Die Stadt nutzt die Chance, die Entwicklungsgebiete in Littau für Wohnen und Arbeiten zu gestalten. Das fusionierte Gemeinwesen wächst dynamischer. Der Steuerfuss bleibt stabil. Ein Teil vor allem der älteren Generation trauert der alten Gemeinde nach und verknüpft Nachwuchssorgen und Auflösungen vieler Vereine mit der Fusion. Die tiefe Stimmbeteiligung in einzelnen Quartieren in Littau und Reussbühl sei Ausdruck von Entfremdung zur Politik, sagen Skeptiker. Richtig ist: Die Quoten waren schon vorher tiefer als in städtischen Quartieren. Abschliessend lässt sich sagen: Mit etwas mehr «Fingerspitzengefühl» in der städtischen Kommunikation wäre das Thema «Fusion» im Ortsteil Littau/Reussbühl schon länger vom Tisch. Dabei nehme ich mich selber nicht aus.»

Hinweis: Stefan Roth (59, CVP) war bis 2010 Littauer Gemeindeammann, danach Stadtrat und Finanzdirektor sowie von 2012 bis 2016 Stadtpräsident von Luzern. Heute ist er Head of Business Development beim Kompetenzzentrum für Spitzenathletik und Forschung OYM in Cham ZG.

René Baumann: «Unglaublich»

«Unglaublich, 10 Jahre sind es bereits her, seit ich am Neujahrstag 2010 als letzter Einwohnerratspräsident und zukünftiges Mitglied des Grossen Stadtrats Luzern mit 800 Personen aus den neuen Stadtteilen Littau und Reussbühl bei strömendem Regen auf den Luzerner Kornmarkt marschiert bin. Es herrschte eine ganz spezielle und erwartungsvolle Stimmung. Viele dieser Erwartungen sind erfüllt worden. Littau wurde von Luzern nicht im Regen stehen gelassen. Zahlreiche Schulhäuser wurden saniert oder werden gar neu gebaut. Der Fussballclub erhielt einen neuen Kunstrasen, und auch das wunderschöne Waldschwimmbad Zimmeregg soll bald einmal saniert werden. Vielleicht wird gar die Cheerstrasse beim Bahnhof Littau dereinst doch noch gebaut.

Ich erinnere mich auch an die schwierigen Jahre vor der Fusions-Abstimmung. Der Abstimmungskampf wurde mit harten Ellbogen geführt. Überzeugungsarbeit war gefragt, und immer wieder mussten falsche Behauptungen widerlegt werden. Littau würde von der Erdoberfläche verschwinden, wurde hartnäckig behauptet. Zehn Jahre danach stelle ich fest, es gibt sie immer noch: FC Littau, Musikgesellschaft Littau, Littauer Turnvereine, der Tennisclub Littau, die Mättli-Zunft Littau, die Littauer Fasnacht mit eigenem Umzug und den Littauer Guggenmusigen Löchlitramper, Rotseemöven oder Gögguschränzer, die eigene Weihnachtsbeleuchtung des Abendzirkels Littau oder das Waldschwimmbad, undsoweiter.

Was wir leider nicht geschafft haben: Die Stadtteile Littau/Reussbühl auch politisch am Leben zu erhalten. Die Ortsparteien wurden damals fälschlicherweise aufgelöst, nur die wenigsten der damals aktiven Politiker fanden danach den Weg nach Luzern.»

Hinweis: René Baumann (63, FDP) war von 2004 bis Ende 2009 Mitglied des Littauer Einwohnerrats. Zum Zeitpunkt der Fusion 2010 war er Einwohnerratspräsident. Heute ist er Leiter Kommunikation WAS Wirtschaft Arbeit Soziales in Luzern.

Urs W. Studer: «Beispielhaft»

«Bereits zehn Jahre ist es her, seit Littau und Luzern als vereinigtes Gemeinwesen flächenmässig grösser und einwohnerstärker zusammen geführt wurden. Ich bin froh, ist diese Fusion gelungen, auch als Beispiel für andere, kleinere Gemeinden im Kanton Luzern. Sämtliche Versprechen, welche der Fusionsvertrag und die Abstimmungserläuterungen enthielten, wurden erfüllt. Rückblickend lässt sich auch feststellen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der zuvor selbstständigen Gemeinde Littau seit der Fusion von einer tieferen Steuerbelastung und der hohen Investitionstätigkeit der vormaligen Stadtgemeinde auf ihrem Gebiet (zum Beispiel Renovation Alters- und Pflegeheim Staffelhof oder Neubau Schulhaus Staffeln) profitieren. Ständiges Ziel jeder Politik muss es sein, für jeden Einwohner und jede Einwohnerin sämtliche staatlichen Leistungen auf allen politischen Ebenen des Landes Schweiz in optimaler Qualität zu einem möglichst günstigen Preis zu erhalten. Der Kanton Luzern mit einer Fläche von 1494 Quadratkilometern und 406 500 Einwohnern besteht immer noch aus 83 Gemeinden, obschon meines Erachtens eine Zahl von rund 30 genügen würde. Wir wären dann in diesem Kanton immer noch nicht auf dem massvollen Wert des Kantons Zug (126 837 Einwohner, 239 Quadratkilometer Fläche, elf Gemeinden) oder demjenigen des nationalen Spitzenreiters Glarus (40 403 Einwohner, 685 Quadratkilometer Fläche, drei Gemeinden). So wie ich es beurteile, geht es sämtlichen fusionierten Gemeinden im Kanton Luzern heute besser als zuvor. Ich bin mir natürlich bewusst, dass das nicht allein auf die Tatsache der Fusion zurückzuführen ist, sondern dass auch weitere Faktoren dazu beigetragen haben.»

Hinweis: Urs W. Studer (70, parteiunabhängig) war von 1996 bis 2012 Luzerner Stadtpräsident. Als Rechtsanwalt war er zuvor unter anderem Amtsgerichtspräsident Stadt Luzern. Heute ist er in vielen Stiftungen aktiv, unter anderem bei der LZ-Weihnachtsaktion.

Peter With: «Viel versprochen»

«Angesichts einer noch nie da gewesenen Kampagne mit zahllosen Gutachten, Dutzenden positiver Medienberichte und insbesondere der Verlockung eines erheblich tieferen Steuersatzes für die Littauer war es erstaunlich, dass die Bevölkerung der Fusion am 17. Juni 2007 nur knapp zustimmte. Den Grossfusionsträumen von Luzern setzten dann aber 2012 die umliegenden Gemeinden Adligenswil, Ebikon, Emmen, Horw und Kriens ein jähes Ende, als sie diese mit bis zu 94 Prozent Nein-Stimmen ablehnten. Viel war vor der Fusion versprochen worden: tiefere Steuern, bessere Dienstleistungen, eine effizientere Verwaltung und vor allem eine einfachere Planung ohne lästige Gemeindegrenzen für eine prosperierende Stadt Luzern. Die Gegner hingegen warnten vor einer ausufernden Verwaltung, steigenden Kosten und vor allem einem Identitätsverlust für die Littauer. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Die Steuern sind immer noch deutlich tiefer, und die Littauer profitieren von besseren Dienstleistungen, ob benötigt oder nicht. Dafür ist die Stadtverwaltung weder effizient noch bürgernah. Und apropos einfachere gemeinsame Planung: Bei der von den Littauern 2009 und von den Stadtluzernern 2017 angenommenen Cheerstrasse soll der Spatenstich frühestens 2021 erfolgen. Vielleicht. Die tiefe Stimmbeteiligung heute bei Abstimmungen und Wahlen im ehemaligen Gemeindegebiet Littau zeigt, dass sich viele Littauer leider immer noch nicht als Stadtluzerner fühlen. Darauf deutet auch hin, dass sich gemessen am Bevölkerungsanteil relativ wenige Littauerinnen und Littauer als aktive Politiker engagieren. Der Fusionsprozess dauert wohl doch deutlich länger als erwartet.»

Hinweis: Peter With (47, SVP) gehörte von 2003 bis Ende 2009 dem Littauer Einwohnerrat an, von September 2011 bis 2018 dem Luzerner Stadtparlament. Er war ein Gegner der Fusion. Der Reussbühler Unternehmer präsidiert heute den kantonalen KMU- und Gewerbeverband Luzern.

Die Ereignisse im Überblick

Herbst 2002

Die Parlamente der Stadt Luzern und der Gemeinde Littau überweisen je eine Motion, die von der Exekutive einen Bericht zur Abklärung von Vor- und Nachteilen eines Gemeindezusammenschlusses fordert.

Dezember 2003

Die Studie der Universitäten Bern und Hannover kommt zum Schluss, dass sich eine Fusion sowohl für die Stadt Luzern wie die Gemeinde Littau auszahlen kann, etwa durch eine zukunftsgerichtete Raum- und Verkehrsplanung und den Abbau von Doppelspurigkeiten in der Verwaltung. Zudem führe die Senkung der Steuern in Littau auf das Niveau der Stadt Luzern zu Neuansiedlungen in Littau und somit schliesslich zu einem insgesamt höheren Steuereinnahmen.

Frühling 2005

Der Stadtrat Luzern und der Gemeinderat Littau stellen ihren Parlamenten einen Zwischenbericht vor. Diese geben grünes Licht für die Erarbeitung eines Fusionsvertrags.

August 2006

Luzerns Stadtrat spricht sich einstimmig für den Zusammenschluss mit Littau aus.

Ende August 2006

 Auch Littaus Gemeinderat sagt Ja zur Fusion, aber nicht einstimmig. Drei Exekutivmitglieder sind dafür, die beiden anderen dagegen.

30. August 2006

Der Fusionsvertrag wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Die künftige neue Exekutive soll 5 Mitglieder umfassen, die Legislative 48. Die aktuelle Legislatur wird verlängert; alle Behördenmitglieder sollen per 1. Januar 2010 für den Rest der Amtsdauer 2008-2012 gewählt werden. Am 1. Januar 2010 sollen die Mitarbeitenden von Littau übernommen werden.

März 2007

Der Littauer Einwohnerrat stimmt der Fusion mit 20 zu 7 Stimmen zu. Das Stadtparlament stimmt der Fusion mit 40 zu 4 Stimmen zu – bei 2 Enthaltungen.

März 2007

 Im Luzerner Grossrat findet die Neuausrichtung auf die vereinigte Stadtregion starke Zustimmung. Der Kantonsbeitrag an Littau-Luzern wird mit 88 zu 23 Stimmen gutgeheissen. Die SVP spricht sich dagegen aus und ergreift zusammen mit der Partei Chance 21 das Referendum.

3. April 2007

Auf ein Gesuch der Stadt Luzern und der Gemeinde Littau um einen kantonalen Fusionsbeitrag in der Höhe von 23 Millionen Franken stellt die Kantonsregierung einen Beitrag von 20 Millionen Franken in Aussicht.

17. Juni 2007

Sowohl die Stadtbevölkerung als auch die Littauerinnen und Littauer sagen Ja zur Fusion. In der Stadt beträgt der Ja-Stimmen-Anteil 52,65 Prozent, in Littau 54,65 Prozent.

1. November 2007

Erste engere Zusammenarbeit mit der Öffnung des Hortes Grenzhof auch für Kinder aus Littau.

25. November 2007

Die Bevölkerung des Kantons Luzern lehnt den Beitrag von 20 Millionen Franken an die Fusion Luzern-Littau mit 59 Prozent Nein-Stimmen ab. Nur in Littau und Luzern überwiegen die Ja-Stimmen. Der Luzerner Regierungsrat will trotzdem grundsätzlich an seiner Strategie einer vereinigten Stadtregion zur Stärkung des Kantons festhalten.

1. Januar 2008

Erste vorzeitige Zusammenschlüsse von Verwaltungsabteilungen: Es existiert nur noch ein Friedensrichter- und ein Teilungsamt für Littau und Luzern.

30. April 2009

 Finanzkommission Littau und Geschäftsprüfungskommission Luzern nehmen die Arbeiten für den Voranschlag 2010 der Stadt Luzern in Angriff.

14. Juni 2009

Erste gemeinsame Wahlen: Elf Littauer Parlamentarierinnen und Parlamentarier werden in den 48-köpfigen Grossen Stadtrat einziehen. Im zweiten Wahlgang wird der Littauer Gemeindeammann Stefan Roth als Stadtrat gewählt.

20. Januar 2009

Die Initiative «Ja zu Littau!» wird mit 655 gültigen Unterschriften eingereicht. Sie verlangt, dass Littau eine eigenständige Gemeinde bleibt und der Fusionsvertrag mit Luzern annulliert wird.

1. Dezember 2009

Der Regierungsrat des Kantons Luzern erklärt die Anti-Fusions-Initiative für gegenstandslos. Er beruft sich dabei auf die bundesgerichtliche Rechtssprechung zur Undurchführbarkeit von Initiativen, die das Ziel haben, Projekte kurz vor der Vollendung zu verhindern.

1. Januar 2010

Mehr als 800 Littauerinnen und Littauer wandern am Neujahrstag bei strömendem Regen von Reussbühl auf den Luzerner Kornmarkt, um mit den Luzernern die Fusion zu feiern. Angeführt von Ritter Litowo und einem Heer von Tambouren, zogen die Wanderer der Reuss entlang. In Reussbühl zeigten Gaukler vor der violett beleuchteten Pfarrkirche ihre Künste. Bei der einstigen Gemeindegrenze wurden Kerzen ver‑ teilt. Bei der St.-Karli-Brücke verteilten Bewohner des Basel-/Bernstrasse-Quartiers exotische kulinarische Köstlichkeiten.