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Von Hütte zu Hütte: Wenn der Pilatus zur Einkehr ruft

Wer am Pilatus unterwegs ist, muss kaum Hunger leiden. Denn die nächste Hütte ist nie weit: Dort warten Suppe, Kuchen oder einfache Menus auf die Wanderer – vorausgesetzt, man findet sie überhaupt.
Robert Knobel
Das Schlimgrüebli mit Aussicht auf die Region Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Das Schlimgrüebli mit Aussicht auf die Region Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Getränke werden serviert. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Getränke werden serviert. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Aus der Beiz vom Schlimgrüebli – hier stosst man gerne an. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Aus der Beiz vom Schlimgrüebli – hier stosst man gerne an. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Das Schlimgrüebli unterhalb der Krienseregg. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Das Schlimgrüebli unterhalb der Krienseregg. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Das Berghaus Ricketschwendi auf der Krienseregg wird von den Bürgerturnern Luzern (BTV) betrieben. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Das Berghaus Ricketschwendi auf der Krienseregg wird von den Bürgerturnern Luzern (BTV) betrieben. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Die Gartenbeiz des Berghauses Ricketschwendi. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Die Gartenbeiz des Berghauses Ricketschwendi. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Eine Speise wird im Ricketschwendi serviert. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)Eine Speise wird im Ricketschwendi serviert. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 14. Juli 2019)
Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg gehört dem Turnverein Kriens. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg gehört dem Turnverein Kriens. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)
Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)
Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)
Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)Bergheim Gibelegg auf der Krienseregg. (Bild: Robert Knobel, Kriens, 7. Juli 2019)
Liegt bereits auf Nidwaldner Boden: Die Schönenboden-Hütte der Alpenfreunde Hergiswil. (Bild: Robert Knobel, 7. Juli 2019)Liegt bereits auf Nidwaldner Boden: Die Schönenboden-Hütte der Alpenfreunde Hergiswil. (Bild: Robert Knobel, 7. Juli 2019)
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Blick in die Bergbeizli am Pilatus

800'000 Gäste liessen sich im vergangenen Jahr per Bahn ins Pilatusgebiet transportieren. Dort mangelt es bekanntlich nicht an Attraktionen: Vom Drachenweg über den Seilpark bis zum Kinderspielplatz gibt es für jeden Geschmack etwas. Doch der Pilatus birgt auch heimliche Highlights, die kaum ein Tourist und selbst die meisten Einheimischen nicht kennen: Das Gebiet verfügt über ein weit verzweigtes Netz an kleinen Berghütten, die jeweils am Wochenende den Wanderern offen stehen. Wer sie finden will, muss sich allerdings etwas anstrengen. Einerseits in sportlicher Hinsicht – die Hütten sind von Kriens oder Horw in ein bis zwei Stunden Fussmarsch erreichbar. Doch mindestens so gefragt ist auch der Orientierungssinn: Die Beschilderungen auf den Wanderwegen sind rar, und selbst im Internet findet man meist nur spärliche Informationen.

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

Jeder Hüttenwart bringt seine eigenen Menus mit

Umso grösser das Glücksgefühl, wenn man dann unvermittelt vor der Hütte steht und vom Hüttenwart persönlich begrüsst wird. Dass man sich mit Vornamen vorstellt und duzt, gehört am Pilatus zur Hüttenkultur. Unkompliziertheit ist hier Programm. «Wir sind eine Berghütte, kein Restaurant», sagt Heinz Erni. Er ist beim Alpenclub Kriens verantwortlich für die Gruohubel-Hütte unterhalb der Krienseregg. Trotz einfacher Infrastruktur wird den Gästen einiges geboten. «Abwechslung beim Essens-Sortiment ist uns wichtig», sagt Erni. Die Hüttenwarte im Gruohubel wechseln sich jeweils im Monatsrhythmus ab. Jeder stellt die Menukarte individuell nach seinen Vorlieben und Möglichkeiten zusammen. Im Gruohubel kann man meist aus mehreren Menus auswählen. Andere Hütten wie die Schönenboden-Hütte sind vor allem für ihre Suppen bekannt.

Einfach, aber liebevoll angerichtet: Menu in der Gruohubel-Hütte. (Bild: Robert Knobel)

Einfach, aber liebevoll angerichtet: Menu in der Gruohubel-Hütte. (Bild: Robert Knobel)

Lokale Vereine sorgen für Speis, Trank und Unterhalt

Mit Ausnahme der Dorschnei und des Naturfreundehauses, welche über eigene Wirte verfügen, werden die Bergbeizen am Pilatus von lokalen Vereinen betrieben. Das bedeutet, dass viel Freiwilligenarbeit dahinter steckt. So werden etwa im Gruohubel kleinere Instandstellungsarbeiten weitgehend von Mitgliedern des Alpenclubs Kriens übernommen. Auch die Hüttenwart-Dienste sind personalintensiv. Mit Vereinsmitgliedern alleine sei dies nicht mehr zu stemmen, sagt Heinz Erni. «Immer häufiger müssen wir daher auf Auswärtige zurückgreifen.» Bis jetzt habe man immer genügend Leute gehabt. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Pilatus-Hütten das ganze Jahr hindurch jedes Wochenende geöffnet sind, selbst im Winter und bei schlechtem Wetter. «Für uns ist ganz wichtig, dass wir verlässliche Öffnungszeiten haben. Wenn die Leute ein, zwei Mal anrennen, kommen sie nachher nicht mehr», sagt Heinz Erni.

Ziel: «Den Hüttencharakter behalten»

Wie die Gruohubel-Hütte ist auch die Schlimgrüebli-Hütte unweit der Bergstation Krienseregg der Pilatusbahn gelegen. Viele Gäste fahren deshalb mit der Bahn hoch und machen auf dem Rückweg zu Fuss Halt in der Hütte. Der Kontrast zu den auf Massentourismus ausgerichteten Gastronomie-Angeboten entlang der Bahnstationen ist auch hier augenfällig. «Bei uns gibt es keine Fritteuse, keinen Glace­stand und auch keine Kaffee­maschine», sagt Dani Stadelmann, Vizepräsident des Vereins Schlimgrüebli­frönde.

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

Die Hütte wurde 1927 von der Arbeiter Männerriege Kriens erbaut. Seit 2008 ist ein eigener Verein für die Pflege des Schlimgrüeblis zuständig. Sein oberstes Ziel ist, «den Hüttencharakter zu behalten», wie Dani Stadelmann betont. Das bedeutet auch, dass nicht immer alles so schnell geht wie in einem professionellen Gastrobetrieb. «Wir haben unter anderem auch Pensionierte als Hüttenwarte, die den Betrieb ganz allein meistern», sagt Dani Stadelmann. Meistens sind es aber Paare, die jeweils für einen Monat am Wochenende im Schlimgrüebli sind.

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

(Bild: Manuela Jans-Koch, 14. Juli 2019)

Nächstes Jahr stehen altersbedingte Wechsel an – der Verein ist noch auf der Suche nach neuen Hüttenwarten. Stadelmann ist aber zuversichtlich, dass man weiterhin alle Wochenenden abdecken kann. Früher war dies hingegen nicht immer der Fall: Da blieb die Hütte zeitweise sogar geschlossen, weil sich keine Hüttenwarte finden liessen.

Die Arbeit in der Hütte ist bisweilen zwar anstrengend – aber auch ein Privileg, wie Paul Rytz, Obmann des Bergheims Gibelegg, betont: «Wenn die Gäste am späten Nachmittag wieder gegangen sind, hat man die ganze Hütte für sich.» Deshalb würden viele Hüttenwarte auch gleich mit ihrer Familie auf die Gibelegg kommen – einen schöneren Spielplatz als die Wiesen und Wälder der Krienseregg kann man sich denn auch kaum vorstellen.

Die Gibelegg-Hütte. (Bild: Robert Knobel)

Die Gibelegg-Hütte. (Bild: Robert Knobel)

Die Hüttenwarte der Gibelegg erhalten keinen Lohn, dafür können sich die Gäste über tiefe Preise freuen: Ein währschafter Teller Suppe kostet nur 5 Franken. Die Einnahmen aus der Wirtschaft sowie den Übernachtungen werden in den Unterhalt der Hütte gesteckt. Bisher ging diese Rechnung immer auf. Doch Paul Rytz erwartet, dass die Investitionen für das 90-jährige Hüttengebäude in Zukunft steigen werden. «Dann werden wir möglicherweise auch Spenden benötigen.»

Die exakte Position der Pilatus-Hütten auf der Schweizer Landeskarte:

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