Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Von Wirbeln und grauen Haaren

Robert Bossert äussert sich in der Kolume «Landauf, Landab» über Smalltalk beim Coiffeurbesuch.
Robert Bossart, Journalist, Altwis
Journalist Robert Bossart äussert sich in der Landkolumne über Smalltalk beim Coiffeurbesuch.

Journalist Robert Bossart äussert sich in der Landkolumne über Smalltalk beim Coiffeurbesuch.

Beginnen wir mit meinen grauen Haaren. Und meinen Wirbeln. Beides verursacht hohe Coiffeurkosten. Graue Haare sind eigenwillig, stehen auf alle Seiten. Die Wirbel verstärken diesen Effekt. Die Folge: Damit ich nicht aussehe wie nach einer Überlebenswoche im Wald, muss ich mir regelmässig die Haare schneiden lassen. Der Coiffeursalon meiner Wahl war über Jahre der gleiche. Gute Coiffeusen, sympathische junge Frauen, mit denen man gerne auch noch etwas plaudert. Über das Wetter, die Ferien, das Wochenende. Irgendwann erschöpfen sich die Themen. Da fällt selbst mir als redseliger Mensch nichts mehr ein. Dann wird es anstrengend.

Der Preis ist auch so eine Sache. Da ich so ein Netter bin, traue ich mich kaum, Nein zu sagen zu all den Zusatzdiensten – Haare waschen, Kopfmassage, Haargel. Kommt hinzu, dass das auch immer dauert. Dabei wollte ich nur «rasch» die Haare schneiden. Nun gibt es seit einiger Zeit auch bei uns im dörflichen Milieu diese «neumodigen» Billigcoiffeurs, die mit «Herrenschnitt 20 Franken» die Branche durcheinanderwirbeln. Einfach mal probieren, dachte ich mir. Inzwischen bin ich bereits Stammgast. Und ziemlich zufrieden. Statt einer Coiffeuse schneidet mir ein Herr die Haare. Mit grimmigem Blick und dunklem Vollbart. Aber trotzdem ziemlich nett, wenn auch sehr wortkarg.

Seine Deutschkenntnisse beschränken sich auf geschätzte zehn Worte. Eine Wohltat: Keine angestrengte Themensuche. Einfach schweigen. Und nach zehn Minuten wieder gehen. Perfekt. Letztes Mal war der Bruder oder Cousin im Laden, der Deutsch sprach. Von ihm erfuhr ich, dass sie syrische Kurden sind. Dann gab es doch noch einiges zu reden, Themen mussten wir keine suchen. Und ich blieb länger als beim alten Coiffeur. Viel länger.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.