Vor dem Luzerner Spielmuseum stehen die Leute trotz Corona Schlange

Das Luzerner Spielmuseum Gameorama beendet seine Testphase und erhöht die Preise – wegen des grossen Ansturms.

Federico Gagliano
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Das Luzerner Spielmuseum Gameorama ist nun bald seit drei Monaten geöffnet. Bereits vor der Eröffnung hatte Geschäftsleiterin Angela Vögtli erklärt, dass sich Öffnungszeiten und Eintrittspreise in einer Testphase befänden – diese gilt seit Anfang September offiziell als beendet. Wir haben mit ihr über die Zukunft des Museums gesprochen.

Gameorama-Geschäftsleiterin Angela Vögtli.

Gameorama-Geschäftsleiterin Angela Vögtli.

Manuela Jans-Koch (Luzern, 26. Juni 2020)

Seit dem 27. Juni sind die Türen des Gameoramas offen – wie ist das Museum gestartet?

Angela Vögtli: Wir hatten natürlich anfangs Bedenken, das Museum während so einer heiklen Zeit zu eröffnen, und das auch noch mitten im Sommer. Die Sorgen lösten sich aber rasch auf: Nicht nur, dass die Leute wegen der Pandemie nach Ablenkungen im eigenen Land suchten, durch die Berichterstattung in den Medien wurden viele auf uns aufmerksam. Vor allem nach dem Beitrag in der Tagesschau kamen Besucher aus der ganzen Schweiz. Wir mussten daraufhin rasch umstellen, da sich bereits Schlangen am Eingang bildeten: Seither ist die Besuchszeit nur auf zwei Stunden beschränkt, damit uns möglichst viele Leute besuchen können.

Ein Museumsgast unterbricht unser Gespräch, um ihre Worte zu bestätigen: «Wir sind heute extra vom Bodensee angereist, weil wir die Reportage im Fernsehen gesehen haben.»

Nicht nur die Besuchszeit wurde angepasst – auch die Preise wurden erhöht. Neu zahlen Erwachsene 18 statt 15 Franken, Kinder 12 statt 10. Weshalb diese Erhöhung?

Es geht vor allem um den Materialverschleiss. Die Brettspiele im Café blieben bisher mehrheitlich verschont, aber bei den Spielautomaten und Flipperkästen sieht es deutlich anders aus. Dort mussten wir rasch feststellen, dass ohne konstante Wartung der Betrieb nicht gewährleistet werden kann. Unser Techniker hat praktisch jede Woche alle Hände voll zu tun. Ein Flipperkasten gab komplett den Geist auf, den mussten wir ersetzen. Bis Ende Jahr haben wir auch einen Praktikanten angestellt. Die Erhöhung soll also diese Reparaturen und die höheren Personalkosten decken. Der Preis soll sich künftig aber nicht mehr verändern.

Einblicke in das Gameorama:

13 Bilder

Bilder: Manuela Jans-Koch (Luzern, 26. Juni 2020)

Und wie soll es nun weitergehen?

Wir möchten uns jetzt auf Events konzentrieren, einige davon sind bereits geplant: Am 4. Und 11. Oktober werden zum Beispiel zwei leidenschaftliche «Go»-Spieler die Regeln dieses antiken Brettspiels aus Asien erklären. Im Gameorama sollen aber auch neue Spiele vorgestellt werden. Am 30. September stellen die Entwickler von «Token Economy» das Brettspiel gleich selber hier vor. Solche Anlässe soll es öfter hier geben. Natürlich halten wir auch immer die Augen offen, um die Sammlung im Museum zu erweitern. Als letztes haben wir den japanischen Spielhallenklassiker «House of the Dead» hier aufgestellt.