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«Voraussetzungen im Kanton Luzern sind günstig»

Nachgefragt
Oliver Dlabac, Politikwissenschaftler, (Bild: PD)

Oliver Dlabac, Politikwissenschaftler, (Bild: PD)

Oliver Dlabac (38) ist wissenschaftlicher Projektleiter am Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) und Lehrbeauftragter an der Universität Zürich. Er hat eine Studie zur Milizorganisation der Aargauer Gemeindeexekutiven geleitet. Ausserdem hat Dlabac zum Thema lokaler Rekrutierungsprobleme in Gemeindebehörden und in Schulkommissionen publiziert.

Oliver Dlabac, wie aussergewöhnlich ist es, wenn nach noch nicht einmal zwei Legislaturjahren bereits fast 10 Prozent der Luzerner Gemeinderäte ihren Rücktritt erklärt haben?

Leider gibt es dazu kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Anhand von historischen Wahlprotokollen gewinnen wir zwar wichtige Erkenntnisse zur durchschnittlichen Amtsdauer und zur nachlassenden Bereitschaft, für ein politisches Amt zu kandidieren. Frühzeitige Rücktritte innerhalb einer Legislaturperiode sind darin allerdings nicht erfasst.

Wie gravierend sind die Rekrutierungsprobleme des Kantons Luzern im gesamtschweizerischen Vergleich? Erkennen Sie diesbezüglich regionale Muster?

Basierend auf gesamtschweizerischen Gemeindeschreiberbefragungen seit 1994 haben wir festgestellt, dass Rekrutierungsprobleme schon länger ein Thema sind im Kanton Luzern, allerdings scheinen Kantone, welche stärker am Prinzip des Ehrenamts festhalten, grössere Probleme zu haben – etwa der Kanton Aargau.

Welche Rollen spielen dabei die Ortsparteien?

Unsere Studie am Zentrum für Demokratie Aarau zeigt deutlich, dass die Parteimitgliedschaft eine wichtige Voraussetzung ist für ein längerfristiges Engagement. Im Kanton Luzern sind die Ortsparteien noch deutlich besser organisiert als in vielen anderen Kantonen. Während in Aargau oder Zürich zwei bis drei Parteilose in der Gemeindeexekutive sitzen, bleiben Parteilose im Kanton Luzern eine Ausnahme. Insofern sind die Voraussetzungen im Kanton Luzern vergleichsweise günstig.

Gibt es eine Tendenz hin zu immer häufigeren frühen Rücktritten aus Gemeindeexekutiven?

Aus unserer Studie zur Milizorganisation im Kanton Aargau wissen wir, dass die durchschnittlichen Amtsdauern zwar nicht generell kürzer geworden sind, dass aber einzelne Sitze vermehrt nur noch temporär gefüllt werden. Insbesondere Rentnerinnen und Rentner, aber auch Junge springen für eine bis maximal zwei Legislaturperioden ein.

Viele Gemeinden sind aufs Geschäftsführermodell umgestiegen oder werden dies bald tun. Welchen Einfluss könnte das künftig haben auf vorzeitige Rücktritte von kommunalen Exekutivmitgliedern?

Qualitative Studien bescheinigen dem Modell durchaus Erfolg bezüglich der Attraktivität von Gemeinderatsmandaten. Aus unserer Studie zum Kanton Aargau kann aber geschlossen werden, dass die Umsetzung des Geschäftsführermodells auch einer entsprechenden Aufstockung in der Verwaltung bedarf, um wirklich zu einer Entlastung der Gemeindebehörde zu führen.

zar

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