VORBILDFUNKTION?: Die Suva kritisiert Werbung mit Cancellara

Tour-de-Suisse-Star Fabian Cancellara ist für viele Radsportfreunde ein grosses Vorbild. Nicht so in Sachen Verkehrssicherheit, wie von der Luzerner Suva moniert wird.

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Fabian Cancellara. (Bild EQ)

Fabian Cancellara. (Bild EQ)

Auf einem Plakat der Saxo Bank, das unter anderem in Übergrösse am Zürcher Hauptbahnhof hängt, fährt Cancellara freihändig, ohne Helm und auf sein Handy blickend, durch die Gegend. Der Slogan «Trade anytime, anywhere» (Handle jederzeit und überall) impliziert, dass der in Anzug und Krawatte gekleidete Olympiasieger und Weltmeister im Zeitfahren seine Bankgeschäfte auch während des Fahrradfahrens abwickeln kann.

Vorbildfunktion nicht wahrgenommen
Es sei schade, wenn Leute, die eine grosse Vorbildfunktion haben, sich dieser entzögen oder sich ihrer nicht bewusst seien, sagte Projektleiterin Edith Müller von der Unfallversicherung Suva am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Zwar müsse der Schweizer Sportler des Jahres 2008 von Gesetzes wegen keinen Helm tragen, als Familienvater wäre es aber umso wichtiger, wenn er das täte. Die Suva werde die Saxo Bank deshalb auf die fehlende Vorbildfunktion auf dem Plakat aufmerksam machen. «Die Werbung verbieten, können wir indessen nicht», sagte Müller.

Zeigt Suva-Appell Wirkung?
Die Saxo Bank, Hauptsponsor des gleichnamigen Radsportteams, für das der 28-jährige Berner fährt, hat die Kritik der Unfallversicherung zur Kenntnis genommen, wie der Medienverantwortliche des dänischen Finanzinstituts, Kasper Elbjörn, auf Anfrage sagte. Er anerkannte, dass das Tragen von Helmen der einzige effektive Weg sei, Kopfverletzungen und Todesfälle zu vermeiden. Die Saxo Bank wies die Betrachter des Plakats aber darauf hin, dass eine gestellte Situation abgebildet sei. Ob das kritisierte Plakat weiterhin verwendet wird, ist nicht bekannt.

ap


«Trade anytime, anywhere»: Die umstrittene Werbung. (Bild saxobank.ch)