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Vorgehängte Alu-Fassade macht dieses Luzerner Gebäude zu einer Besonderheit

Das 50-jährige Publicitas-Haus im Luzerner Hirschmatt-Quartier wird komplett saniert. Weil es von der Denkmalpflege als schützenswert eingestuft ist, muss die charakteristische Vorhang-Rasterfassade aber erhalten bleiben.
Roman Hodel
Die Fassade des Publicitas-Hauses aus Aluminiumprofilen und -druckgussplatten bleibt bestehen. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern 26. Juli 2019)

Die Fassade des Publicitas-Hauses aus Aluminiumprofilen und -druckgussplatten bleibt bestehen. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern 26. Juli 2019)

Architektur der Nachkriegsmoderne hat generell einen schweren Stand. Was die Fachwelt beklatscht, sorgt in der Bevölkerung oft für Nasenrümpfen. Das zeigen diverse Beispiele gerade auch in Luzern – etwa der Streit um das Grenzhof-Schulhaus, das die Stadt abreissen will. Auch die Besonderheit des Publicitas-Hauses an der Hirschmattstrasse 36 erschliesst sich vielen Betrachtern nicht auf den ersten Blick. Dabei handelt es sich um einen Vertreter des internationalen Stils, einer Strömung der Architektur der Moderne. Die kantonale Denkmalpflege lobt das Gebäude als «frühes Beispiel für ein vollklimatisiertes Raumvolumen mit konsequent gegliederter und gerasteter Stahl-, Glas- und Betonfassade». Sie hat es deshalb mit dem Prädikat «schützenswert» im Bauinventar eingetragen.

Das Augenmerk gilt vor allem der Fassade – sie darf im Erscheinungsbild nicht verändert werden. Eine Auflage, die die Gebäudebesitzerin Axa Versicherung nun zu spüren bekommt. In diesen Tagen beginnt die Totalsanierung der Liegenschaft nach Plänen von Meletta Strebel Architekten AG Luzern. «Sie hat mit 50 Jahren ein Alter erreicht, in dem verschiedene Gebäudekomponenten – die zum grössten Teil aus dem Baujahr stammen – ihre Lebensdauer bereits überschritten haben und nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen», sagt Axa-Sprecher Urban Henzirohs. «Dass das Gebäude als schützenswert eingestuft wurde, akzeptieren wir natürlich und halten die entsprechenden Vorlagen ein.» Das Haus habe eine gute Struktur und liege zentral. «Darum ist es uns ein Anliegen, das Gebäude hochwertig zu sanieren, inklusive Entfernung schadstoffhaltiger Bauteile.»

Haus soll Minergie-Zertifikat erhalten

Bei der Aussenhülle des Gebäudes handelt es sich um eine sogenannte Vorhang-Rasterfassade – oder auch Curtainwall. Das heisst: Sie ist vorgehängt und hat keine tragende Funktion. Beim Publicitas-Haus bestehen deren Elemente aus Aluminiumprofilen und Aluminiumdruckgussplatten. Diese werden aufgefrischt, instand gestellt und kommen nachher wieder 1:1 zum Einsatz. Auch die dahinter liegende Elementfassade – bestehend aus einer ungedämmten Metall-Fensterkonstruktion – bleibt erhalten, die Gläser werden aber ersetzt. Erst anschliessend folgt die neue, vor allem aus Glas bestehende Fassadenhülle, die für die thermische und dichtende Trennung sorgt. Henzirohs: «Somit bleibt der architektonische Ausdruck des Gebäudes trotz energetischer Sanierung unverändert bestehen.» Denn das Haus soll nach der Sanierung ein Minergie-Zertifikat erhalten.

(Bild: Dominik Wunderli, Luzern 26. Juli 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, Luzern 26. Juli 2019)

Im Innern ersetzt Axa derweil so ziemlich alles: Die gesamte Haustechnik inklusive Klimatisierung, Sanitär und Elektro. Weiter lässt sie laut Henzirohs die Erschliessungszonen und Mietflächen entflechten und aufwerten. Nicht gerüttelt wird an der Gebäudestruktur – und auch am Raumprogramm. Im Erdgeschoss sind auch künftig Läden eingeplant, in den oberen Stockwerken Büros und zuoberst die einzige Wohnung. Die Liegenschaftsbesitzerin rechnet mit einer Bauzeit von acht Monaten und investiert rund 9 Millionen Franken in die Sanierung.

Übergangslösung für meiste Mieter

Das Publicitas-Haus war vom Architekten Ado Vallaster entworfen und von 1966 bis 1969 erstellt worden. «Publicitas-Haus» prangte bis vor Kurzem noch über dem Haupteingang. Allerdings hat die namensgebende Publicitas das Gebäude bereits vor zehn Jahren verlassen. Damals zog die 2018 Konkurs gegangene Werbevermarkterin von der Hirschmattstrasse in das neue LZ-Medienzentrum im Maihof. Zwei Jahre später übernahm Axa die Liegenschaft und vermietete die Flächen seither an «mehrere grössere Mieter», wie Henzirohs sagt. «Den meisten konnten wir während der Bauzeit eine Übergangslösung anbieten – sie kehren nach den Bauarbeiten in das Gebäude zurück.» Für die restlichen Flächen stehe man in Kontakt mit Interessenten.

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