Vorsätzliche Tötung: Obergericht bestätigt Urteil

Das Luzerner Obergericht hat einen Mann zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er 2009 seine ehemalige Freundin umgebracht hatte. Es sprach den Beschuldigten vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung frei.

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Das Obergericht am Hirschengraben in Luzern (Symbolbild Maria Schmid / Neue LZ).

Das Obergericht am Hirschengraben in Luzern (Symbolbild Maria Schmid / Neue LZ).

Das Obergericht bestätigte damit das Urteil des Kriminalgerichtes. Verwandte des Opfers hatten dieses angefochten und verlangt, dass der heute 53-jährige Beschuldigte strenger bestraft werde, weil er sich am Opfer sexuell vergangen habe. Zudem sei er nicht wegen vorsätzlicher Tötung, sondern wegen Mordes zu verurteilen.

Das Obergericht veröffentlichte am Montag die Begründung zu seinem bereits im Herbst 2012 gefällten Entscheid. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Bundesgericht angefochten werden.

Die Frau hatte ihren Ex-Freund am Ostermontag 2009 in ihre Wohnung in Kriens eingeladen. Dort kam es zu (vom Beschuldigten nicht bestrittenen) sexuellen Handlungen und einer Auseinandersetzung. Schliesslich erwürgte der damals 49-jährige Schweizer die Frau.

Keine sicheren Beweise

Wie bereits das Kriminalgericht kam auch das Obergericht zum Schluss, dass dem Täter keine sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung nachgewiesen werden könne. Er sei deshalb mangels Beweisen und nach dem Grundsatz, dass im Zweifelsfalle zu Gunsten des Beschuldigten zu entscheiden sei, von diesen beiden Vorwürfen freizusprechen.

Das Obergericht bestätigte auch den Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung. Es fehle die für den Tatbestand des Mordes nötige Skrupellosigkeit. Das Berufungsgericht verweist dabei auf die schwierige Beziehung zwischen Opfer und Täter und die schwierige Konfliktsituation am Tatabend.

Der Beschuldigte wurde nicht nur wegen vorsätzlicher Tötung, sondern auch wegen des Besitzes verbotener Pornografie verurteilt. Die von der Verteidigung verlangte Senkung der Strafe um ein Jahr wies das Gericht ab. Die emotionale Ausnahmesituation in der Tatnacht und die Reue und Geständnisbereitschaft des Beschuldigten seien in den achteinhalb Jahren ausreichend berücksichtigt.

sda