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VORSCHLAG: Reiden soll Dorfplatz erhalten

Urs Stocker (23) und Lukas Aecherli (21) werfen dem Gemeinderat vor, im Bauwesen über kein Konzept zu verfügen. Ein Dorn im Auge ist ihnen auch der geplante Schulhausstandort.
Ernesto Piazza

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Urs Stocker und Lukas Aecherli wollen die Reider Bevölkerung mit einer «weitsichtigen Vision» aufrütteln. Der Grund: Sie monieren, in der Wiggertaler Gemeinde werde weder konzeptionell noch zweckmässig gebaut. Exemplarisch dafür stehe die Johanniterhalle, die im Dorfzentrum aus dem Boden rage. Zudem sei mit dem Schulhausneubau in Reiden Mitte bereits das nächste Projekt in den Startlöchern. Diese Vorgehensweise müsse ein Ende haben, betonen die beiden. Deshalb schlagen sie anstelle der dort geplanten Schulräume ein Naherholungsgelände mit einem Dorfplatz vor.

Und wie sehen die Pläne der beiden jungen Erwachsenen konkret aus? «Das neu zu ­gestaltende Gebiet könnte beispielsweise eine stufenartige Halbarena mit Sitzplätzen im Freien beinhalten und für die Durchführung von Anlässen verwendet werden», sagen sie. Der jetzige Parkplatz bei der Friedmatte – er grenzt an das besagte Gelände – liesse sich überbauen. Beispielsweise mit einem Mehrfamilienhaus, einer Cafeteria und einer Tiefgarage, so ihre Idee. Temporeduktionen würden für die nötige Verkehrsberuhigung sorgen.

Sohn des Gemeinderats stellt sich gegen Behörde

Weiter betont Stocker: «Zu einer weitsichtigen Vision gehört auch, dass Reiden die demografische Entwicklung in die aktuelle Planung mit einbezieht.» Das heisst für ihn: Es müssten Räumlichkeiten geschaffen werden, welche dieser Herausforderung gerecht würden. Damit spielt der 23-Jährige auf die in der Gemeinde bereits seit mehreren Jahren bestehende Hängepartie beim Schulhausneubau an. «Reiden braucht hier zweifellos mehr Platz. So kann es nicht weitergehen», sind die beiden überzeugt.

Bei der Standortfrage und Bau­weise kann sich Lukas Aecherli allerdings nicht mit den Plänen des Gemeinderates anfreunden. Wobei der Sohn des Reider Finanzvorstehers Bruno Aecherli Wert darauf legt, von seinem Vater keineswegs instrumentalisiert zu werden. Er sagt: «Ich habe ein Recht auf eine eigene Meinung – und ich vertrete sie auch.»

So spricht er sich beispielsweise dafür aus, die geplanten Schulräume übergangsweise als Modulbau zu errichten. Offen lässt er, ob der Gemeinderat dabei die Option Miete, Miete-Kauf oder Kauf wählen soll. Klar ist für ihn jedoch: «Mit dem Bau kann man in einer ersten Phase das über 40-jährige Provisorium beim Pestalozzi-Schulhaus ersetzen. Diese Variante hätte zudem den Vorteil, dass sie sehr schnell zu realisieren ist», so Aecherli. Das gäbe dem Gemeinderat Flexibilität und zusätzliche Zeit, sich für eine Vorgehensweise definitiv zu entscheiden. Als Standort für die neuen Räumlichkeiten priorisiert der 21-Jährige übrigens das Parkplatzgelände vor dem Pestalozzi.

Schulhaus: Lösung liegt in weiter Ferne

Aktuell steckt das Reider Bildungsprojekt nämlich fest. Den Knackpunkt bildet das vom Gemeinderat im Juni 2015 für die Jahre 2015 bis 2020 genehmigte Finanzleitbild. Dieses erlaubt Reiden nicht, die bei rund 40 Millionen liegenden Schulden weiter ansteigen zu lassen. Deshalb befasst sich das Schulhaus-Projektteam seit geraumer Zeit mit alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. So sucht es beispielsweise einen privaten Investor (wir berichteten). Zurzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für eine Submission. Aktuell ist man aber noch weit davon entfernt, in diesem Zusammenhang erste posi­tive Ergebnisse zu vermelden.

Zur Erinnerung: Bereits am 8. März 2015 hatte das Volk eine Projektstudie an der Urne verworfen. Der Souverän sprach sich – trotz Ja-Parolen von allen Parteien – mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 53,7 Prozent ge­gen neuen Schulraum aus. Der 9,25-Millionen-Kredit hatte keine Chance. Über den zweiten Anlauf, ein reduziertes 6,29-Millionen-Projekt, sollte das Volk am 27. November 2016 abstimmen. Doch der Gemeinderat hat den Urnengang verschoben. Und zwar bis die besagten Fragezeichen gelöst sind.

Für Urs Stocker ist auch angezeigt, «dass der Gemeinderat überlegen sollte, was ein Dorf attraktiv macht». Diesbezüglich fehlten ihm «Weitsicht und Visionen». Mittlerweile haben die beiden jungen Erwachsenen der Reider Exekutive einen Brief geschrieben. Mit dem Resultat: Ende August dürfen sie ihm ihre Vision vorstellen. Mit welchen Erwartungen? «Wir hoffen, dass unsere Ideen nicht zum Papiertiger verkommen.»

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