VORSTÖSSE: Die SIP soll raus in die Quartiere

Wer soll mit den Anwohnern das Gespräch suchen, wenn die Quartierpolizisten abgesetzt werden? Die SP schlägt dafür die SIP vor. Diese ist aber skeptisch.

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William Häfliger (links) und Hermann Stitz (vorne) von der SIP unterwegs in Luzern. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

William Häfliger (links) und Hermann Stitz (vorne) von der SIP unterwegs in Luzern. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Sozialarbeiter, Seelsorger, Vermittler und Ordnungshüter: Die Luzerner Quartierpolizisten sind alles in einem. Doch mit dem absehbaren Zusammenschluss der Kantons- und der Stadtpolizei auf 2010 werden die Quartierpolizisten zwangsläufig verschwinden. Stattdessen will die fusionierte Polizei künftig vermehrt Fusspatrouillen in die Quartiere schicken.

Daniel Bussmann, Vize-Kommandant der Luzerner Kantonspolizei, sagt: «Wir beschränken uns in den Quartieren künftig auf unsere polizeilichen Hauptaufgaben.» Will heissen: Die Polizei wird mit insgesamt sechs Einsatzzügen 24 Stunden für Sicherheit sorgen und bei Zwischenfällen eingreifen.

Für Grüne und SP ist die SIP eine mögliche Lösung
Für Edith Lanfranconi, grüne Grossstadträtin, reicht das alleine nicht. «Die nicht polizeilichen Aufgaben, welche die Quartierpolizisten heute wahrnehmen, müssen auch in Zukunft wahrgenommen werden.» Ihre Idee: Die Gruppe Sicherheit, Intervention, Prävention, kurz SIP, soll diesen Part in Zukunft übernehmen.

Auch bei der SP macht man sich Gedanken zur künftigen Quartierarbeit. Grossstadtrat Dominik Durrer und Fraktionskollegin Gaby Schmidt fordern den Stadtrat in einem Dringlichen Postulat ebenfalls auf, zusammen mit den Quartierbewohnern nach Lösungen zu suchen. Einen Einbezug der SIP schliesst sie nicht kategorisch aus – obwohl man über diese konkrete Massnahme in der Fraktion noch nicht beraten habe. Doch: «Wenn die SIP entsprechend weiterentwickelt und ausgebaut würde, könnte sie vielleicht tatsächlich einige Aufgaben der heutigen Quartierpolizisten übernehmen.»

Für die SVP ist es eine «Schnapsidee»
Toni Häfliger, Teamleiter der SIP, nimmt den Vorschlag der Grünen mit Interesse zur Kenntnis. «Wir sind für zusätzliche Aufgaben grundsätzlich offen», sagt er. «Aber wir drängen uns nicht auf.» Denn nach dem äusserst knappen Ja zur SIP wäre es falsch, in eigener Initiative einen Ausbau der SIP fordern zu wollen.

Für SVP-Fraktionspräsident Yves Holenweger indes ist klar: «Die SIP wird heute schon überall nur ausgelacht. Das habe ich selber erlebt, als ich kürzlich eine Nacht lang mit einer SIP-Patrouille unterwegs war.» Sie jetzt auch noch in die Quartiere schicken zu wollen, wäre deshalb eine «absolute Schnapsidee», sagt Holenweger.

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.