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WACHSTUM: Emmen knackt 30'000er-Marke

Die Gemeinde Emmen zählt seit kurzem 30'000 Einwohner. Und der Bevölkerungsboom ist noch lange nicht zu Ende.
Emmen ist nach Luzern die zweitgrösste Gemeinde in der Zentralschweiz. (Bild Philipp Schmidli)

Emmen ist nach Luzern die zweitgrösste Gemeinde in der Zentralschweiz. (Bild Philipp Schmidli)

Beatrice Vogel

Emmen hat 30'000 Einwohner. Vor einigen Wochen wurde die magische Schwelle überschritten. Der 30 000. Einwohner Emmens ist Teil der kürzlich zugezogenen Familie Wyssmann. Der neue Wohnort gefalle ihnen gut, sagt der Vater auf Anfrage. Die sechsköpfige Familie Wyssmann hat Emmen wegen der Infrastruktur und des Wohnraums als neue Bleibe gewählt. Jetzt, Anfang Dezember, zählt die Gemeinde bereits 30 036 Einwohner.

Nur Luzern ist grösser

Emmen hat bereits in den 1970er- Jahren die Stadt Zug bevölkerungsmässig überholt und ist seither nach Luzern die zweitgrösste Gemeinde in der Zentralschweiz. Die 30'000 ist nun geknackt. Was bedeutet diese Zahl für Emmen? «Die Zahl ist ein Meilenstein», sagt Gemeindepräsident Rolf Born (FDP). «Sie widerspiegelt die Entwicklung, die Emmen in den letzten Jahren durchgemacht hat.» Diese Entwicklung sei ausserdem in den baulichen Veränderungen wahrnehmbar. Was alle schon seit Jahren sagen, sei dadurch belegt, so Born: «Emmen boomt.» Er ist merklich stolz darauf, der zweitgrössten Zentralschweizer Gemeinde vorzustehen.

Bei diesen Dimensionen stellt sich die Frage, ob Emmen in der öffentlichen Wahrnehmung den Stellenwert hat, den sie als Stadt verdient. Ja, findet Born, das Image von Emmen habe sich klar verbessert. «Wir spüren, dass die Veränderungen positiv wahrgenommen werden», sagt Born und zählt in diesem Zusammenhang verschiedene Projekte auf, die auf diesen Effekt Einfluss nahmen: Viscosistadt, Seetalplatz, Feldbreite, Hochschule Luzern Design und Kunst. «Auch was Kultur und Architektur betrifft, erhalten wir gute Rückmeldungen.»

Boom hat auch negative Seiten

Doch der Boom hat nicht nur positive Folgen. So steigen etwa die Preise für Wohneigentum überdurchschnittlich, weil Emmen als Wohnort gefragt ist. Wird Emmen nun eine Gemeinde für Gutbetuchte werden? «Nein und Ja», sagt Born, «wir haben einerseits historisch bedingt bereits viel sozialen Wohnraum. Um eine gute soziale Durchmischung zu erhalten, ist es anderseits wichtig, den begonnenen Bau von gehobenem Wohnraum fortzusetzen.»

Der Gemeindepräsident räumt aber ein, dass Wachstum nicht nur Chancen, sondern auch Probleme bringt. «Es wird immer Stimmen geben, die sagen, es gehe zu schnell, weil sie beispielsweise sehen, wie beim ehemaligen Schindlerdörfli grosse Wohnblöcke entstehen», sagt Born. Die Entwicklung sei aber schon vor Jahren aufgegleist worden und werde nun einfach an den aktuellen Bauprojekten sichtbar. Diese bringen zwar manchmal Einschränkungen der Lebensqualität – etwa mit den wechselnden Verkehrsregimen beim Seetalplatz – das sei aber nur temporär. Doch der Gemeindepräsident ist zuversichtlich und verspricht: «Wir packen die Herausforderungen vorausschauend an und achten darauf, dass die Verdichtung schonend geschieht.»

Bevölkerung in 20 Jahren verdoppelt

Ein Blick in die Statistik zeigt: Noch vor 100 Jahren war Emmen ein Dorf – um 1910 zählte die Gemeinde gerade mal rund 4000 Einwohner (siehe Grafik). Doch bereits 1944 war die 10'000er-Grenze erreicht und Emmen war statistisch gesehen eine Stadt. Dies hauptsächlich dank der Ansiedlung von Industrie, wie die Eisenfabrik von Moos und die Viscosefabrik. Das grösste Wachstum fand in den 50er- und Anfang der 60er- Jahre statt: 1964 zählte die Gemeinde bereits 20'000 Einwohner. Innert 20 Jahren hat sich die Bevölkerung verdoppelt – in diese Zeit fällt eine Immigrationswelle, welche die boomende Emmer Industrie hervorbrachte. Für die vielen Arbeiter wurden ganze Wohnsiedlungen gebaut. Seit Mitte der 60er-Jahre wächst die Gemeinde langsamer: Für die letzten 10'000 Bewohner brauchte es immerhin rund 50 Jahre. Der wirtschaftliche Boom ebbte ab, und es kam zur Deindustrialisierung. Das Bevölkerungswachstum soll gemäss Rolf Born in einem gemächlichen Tempo weitergehen. «Wir rechnen damit, dass es bis ins Jahr 2035 rund 35'000 Einwohner sein werden.»

«Stadt und Dorf zugleich»

Trotz der Grösse bezeichnet sich Emmen nicht als Stadt. «Darauf verzichten wir bewusst», so Born. Die Gemeinde habe zwar sehr urbane Stadtteile, aber in gewissen Quartieren sei das Leben fast ländlich. Dass sich die Menschen wohlfühlen und sich mit der Gemeinde identifizieren, zeige zudem die Vielfalt an Vereinen und Aktivitäten. «Emmen ist Stadt und Dorf zugleich», so das Fazit des Gemeindepräsidenten.

Zusammen mit dem Gemeinderat aufs Foto: Die sechsköpfige Familie Wyssmann (mitte) hat die 30'000er Marke in Kriens geknackt. (Bild: PD)

Zusammen mit dem Gemeinderat aufs Foto: Die sechsköpfige Familie Wyssmann (mitte) hat die 30'000er Marke in Kriens geknackt. (Bild: PD)

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