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WACHSTUM: Neuenkirch legt kräftig zu

Die Zahl der Einwohner steigt überdurchschnittlich an, es wird viel gebaut. Wächst Neuenkirch masslos? Nein, sagt der Gemeindepräsident und erklärt, weshalb.
Der Neuenkircher Gemeindepräsident Karl Huber sieht sich die Baustelle Seepark in Sempach Station an. Dort entstehen knapp 130 Eigentums- und Mietwohnungen. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Neuenkircher Gemeindepräsident Karl Huber sieht sich die Baustelle Seepark in Sempach Station an. Dort entstehen knapp 130 Eigentums- und Mietwohnungen. (Bild Corinne Glanzmann)

Stephan Santschi

Rege Bautätigkeiten in Neuenkirch. Die Gemeinde mit den Ortsteilen Neuenkirch, Sempach Station und Hellbühl wächst. In Realisierung sind derzeit zwei grosse Überbauungen im Maiengrüeni und beim Seepark. Daneben erhalten Sekundarschule und Kindergarten neue Gebäude, das Bahnhofsareal wird umgestaltet, und geplant ist auch die Errichtung einer Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial. Erfindet sich Neuenkirch gerade neu? «Nein», sagt Gemeindepräsident Karl Huber. «Wir legen aber grossen Wert auf ein qualitatives Wachstum. Neuenkirch ist eine moderne, offene Landgemeinde vor den Toren Luzerns.»

180 neue Wohnungen

Damit einher geht ein ausserordentlicher Anstieg der Wohnbevölkerung. Die Gemeinde am südlichen Ende des Sempachersees zählte Ende 2014 rund 6400 Einwohner. Bis ins Jahr 2017 dürfte die 7000er-Grenze erreicht werden. Das käme einer Zunahme von fast 10 Prozent gleich. Expandiert Neuenkirch masslos? «Nein», sagt Huber, «Neuenkirch soll nicht zu schnell wachsen. 2015 und 2016 ist das Wachstum, unter anderem bedingt durch die beiden grossen Bauprojekte, tatsächlich überdurchschnittlich. Längerfristig wird sich dieses aber wieder bei rund 1,5 Prozent pro Jahr einpendeln.» Im Rahmen der beiden erwähnten Bauprojekte entstehen insgesamt 180 neue Wohnungen.

  • Seepark. An der Mettenwilstrasse in Sempach Station werden 82 Eigentums- und 46 Mietwohnungen, auf vier Gebäudeverteilt, sowie ein Geschäftshaus gebaut. «Sie werden zwischen 1. Dezember 2015 und 1. März 2016 fertiggestellt sein. Die ersten Bewohner ziehen AnfangDezember 2015 ein. Bereits in Betrieb ist der Migros-Verkaufsmarkt», informiert Xaver Sigrist, der Präsident des Bauunternehmens Anliker aus Emmenbrücke. 80 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft. Die Vermietung der Wohnungen und der Gewerbeflächen startetMitte Jahr. Gesamtkosten: 83 Millionen Franken.
  • Maiengrüeni. Die Überbauung an der Surseestrasse in Neuenkirch wird Mitte Oktober eröffnet. Hier entstehen in fünf Mehrfamilienhäusern insgesamt 52 Eigentumswohnungen, ein Spar-Verkaufsladen, ein italienisches Restaurantsowie weitere zum Teil noch zu vermietende Gewerbeflächen. Verfügbar seien noch neun Wohnungen, sagt Daniel Brunner, der Bauherrenvertreter der Schmid Immobilien AG aus Ebikon. Gesamtkosten: 48 Millionen Franken.

Mehr Leute, weniger Schüler

Parallel dazu entsteht beim Sekundarschulhaus ein Anbau, der in diesem Sommer bezugsbereit sein wird. Der neue Kindergarten wird bis Sommer 2016 realisiert. Sind dies bereits Massnahmen, um dem Bevölkerungszuwachs Herr zu werden? «Ganz klar nein», sagt Gemeindepräsident Huber. «Noch vor wenigen Jahren zählte die Gemeinde Neuenkirch über 1000 Schüler, aktuell sind es trotz der wachsenden Bevölkerung rund 860. Familien mit schulpflichtigen Kindern sind also weiterhin willkommen.» Die Ursache für die Schulbauten fände sich in den veränderten Lernformen der modernen Schulen. Diese bedürften zusätzlicher Infrastruktur.

Zur Umgestaltung des Bahnhofareals sagt Huber: «Die Aufwertung von Strassenräumen ist nicht ein kurzfristiger Modetrend, sondern trägt nachhaltig zur Steigerung der Lebensqualität bei.» Der zunehmende Verkehr habe die Menschen fast vollständig von diesem öffentlichen Raum verdrängt. «Die Rückeroberung gewisser Strassen ist also ein natürlicher und sehr begrüssenswerter Vorgang.» Auf die projektierte Deponie Neuhüsli angesprochen, erklärt Huber, dass es mit Blick auf die umfangreichen Bautätigkeiten in der Region durchaus Sinn mache, wenn man zur Ablagerung des Aushubmaterials nur kurze Fahrdistanzen zurücklegen müsse.

Neuenkirch will die Kultur fördern

Die Entwicklung der Infrastruktur halte mit der steigenden Bevölkerungszahl mit, versichert Huber. Ein erhöhtes Augenmerk wolle man künftig auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben legen. «Das Wachstum darf nicht dazu führen, dass Neuenkirch zu einer Schlafgemeinde wird», betont der Gemeindepräsident. Daher finde im Herbst eine Mitwirkungskonferenz statt. «Alle Interessierten können ihre Ideen und Meinungen einbringen, welche Lokalitäten für das kulturelle Angebot wünschenswert oder gar notwendig sind.»

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