Wächter gesucht: Luzerner Verein macht sich für Waldameisen stark

Wird es wärmer, halten sich die Menschen gerne in der Natur auf. Der Verein «Luzerner Waldameisen-Schutz» ruft dazu auf, Sorge zu tragen zu den Waldameisen. Diese seien enorm wichtig für das Ökosystem, im Unterland aber gefährdet.

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Andreas Schnider (rechts) zeigt im Kurs für Waldameisen-Wächterinnen und -Wächter, wie ein Ameisenhaufen richtig vermessen wird. (Bild: PD)

Andreas Schnider (rechts) zeigt im Kurs für Waldameisen-Wächterinnen und -Wächter, wie ein Ameisenhaufen richtig vermessen wird. (Bild: PD)

(pd/dvm) Der Verein «Luzerner Waldameisen-Schutz» setzt sich für den Erhalt der Lebensräume von Waldameisen ein. 26 Mitglieder sind als sogenannte Wächterinnen und Wächter in verschiedenen Gemeinden im Kanton Luzern unterwegs, um Ameisenhaufen zu erfassen und die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Denn «die meisten Ameisenhaufen werden zerstört, weil es die dafür Verantwortlichen nicht besser gewusst haben», sagt Vorstandsmitglied Andreas Schnider.

Gerne würde man noch mehr Wächterinnen und Wächter gewinnen, um möglichst den ganzen Kanton Luzern abzudecken, teilte der Verein in einem Aufruf mit. Wer Interesse habe, könne sich melden und erhalte einen Einführungskurs. Danach werde dem neuen Wächter ein Gebiet in seiner Wohngemeinde zugeteilt. Mitmachen könne grundsätzlich jeder, der an ehrenamtlicher Arbeit interessiert sei. Die Wächterinnen und Wächter besuchten zum Beispiel Schulen, um Kindern zu erklären, warum Waldameisen so wichtig sind. Oder sie würden Exkursionen im Wald leiten. 

Waldameisen fressen den Wald gesund

Waldameisen übernehmen im Ökosystem wichtige Aufgaben. Sie fressen Schädlinge wie Zecken oder Borkenkäfer, verbreiten Pflanzensamen und lockern den Waldboden auf. Ausserdem sind sie Nahrung für viele Tierarten – alleine ein Grünspecht frisst pro Tag rund 3000 Ameisen. Das Auerhuhn ist auf Ameisen angewiesen, um seinen Nachwuchs aufzuziehen.

Ein grosser Ameisenhaufen mit rund einer Million Tiere holt pro Jahr etwa 200 Liter Nektar von Bäumen und erbeutet zusätzlich rund 30 Kilogramm Insekten, darunter viele Schädlinge wie Zecken oder Borkenkäfer. Auch tote Tiere werden durch die Waldameisen «entsorgt».

Vom Gesetz her sind alle Arten von Waldameisen, die in der Schweiz vorkommen, seit 1966 geschützt. Dennoch ist der Bestand der Waldameisen in den vergangenen Jahren vor allem im Unterland – unterhalb von 800 Metern über Meer – zurückgegangen. Hauptgrund dafür ist, dass der Mensch mehr Platz für sich beansprucht und der Lebensraum für Waldameisen deshalb allmählich kleiner wird. Ausserdem werden immer wieder Haufen von Waldameisen mutwillig beschädigt.

Insgesamt gibt es in der Schweiz 141 Ameisenarten. Acht davon zählen zu den Waldameisen. Erkennbar sind sie daran, dass sie grosse Haufen bauen. Besonders von März bis September sind die Tiere aktiv und können gut beobachtet werden.

Mehr Informationen zur Waldameise und zum Schutz des Tieres gibt es hier.