Während Bauarbeiten am Bahnhof Mattenhof: 18 Schrebergärten müssen weichen, einer verschwindet definitiv

Der 22-Millionen-Franken-Kredit für die Vergrösserung des Bahnhofs Kriens Mattenhof wurde offiziell bewilligt. Doch nicht alle profitieren von der Bahnhofserweiterung.

Ines Häfliger
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Wegen des Bahnhofausbaus beim Mattenhof in Luzern müssen einige Schrebergärten für mehrere Jahre ihren Platz räumen. Unter ihnen auch jener von Rosario Mazotto. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 3. Oktober 2018).

Wegen des Bahnhofausbaus beim Mattenhof in Luzern müssen einige Schrebergärten für mehrere Jahre ihren Platz räumen. Unter ihnen auch jener von Rosario Mazotto. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 3. Oktober 2018).

Seit Ende September steht den Bauarbeiten für die Erweiterung des S-Bahnhofs Kriens Mattenhof nichts mehr im Wege. Der Krienser Einwohnerrat hat den Kredit für das 22-Millionen-Projekt bewilligt. Nicht alle freuen sich über die geplante Bahnhofserweiterung. Während die Krienser Pendler vom Ausbau des S-Bahnhofs Mattenhof profitieren werden, bedeutet die Erweiterung für einige Schrebergartenbesitzer des Areals Allmend Süd Gebietsverlust.

Konkret müssen 18 Gärten den Bauarbeiten weichen. Alois Helfenstein, Vorstandpräsident des Gartenareals Allmend Luzern, bedauert die Massnahme. Doch letztendlich könne der Verein am Entscheid der Stadt nichts ändern, meint er resigniert. «Wir sind nur die Pächter.»

Areal wird nach Arbeiten neu parzelliert

Ein Grossteil der Fläche werde aber wiederhergestellt, relativiert Projektleiter Peter Bobak. Nach Ende der Bauarbeiten nimmt der Arealvorstand gemeinsam mit der Stadtgärtnerei eine neue Parzellierung und Zuteilung vor. Definitiv demontiert werden muss nur ein Gartenhäuschen. Dieses muss einem verbreiterten Perron weichen. Die restlichen 17 Schrebergartenbesitzer können nach Ende der Bauarbeiten ihre Parzelle wieder beziehen. Ihre Grundstücke dienen während der Bahnhofserweiterung als Zufahrtsfläche.

Die Zentralbahn hätte gemeinsam mit dem Schrebergartenverein, den Direktbetroffenen und der Stadtgärtnerei eine einvernehmliche Lösung gesucht, so Bobak. Und auch gefunden, ist er überzeugt. «Am Anfang war die Debatte sehr emotional. Doch nun ist die Massnahme auf breite Akzeptanz gestossen.» Auch eine finanzielle Entschädigung sei Teil der Einigung.

Hintergrund des Bahnhofsausbaus ist das erwartete Bevölkerungswachstum der Region Luzern Süd. Heute steigen täglich 2000 Passagiere an der Haltestelle Mattenhof ein. Die Gemeinde rechnet in den kommenden Jahren mit einer Verfünffachung dieser Zahl. Der neue S-Bahnhof ist nicht nur grösser, sondern auch sicherer und behindertengerechter. Zudem soll ein neuer Bahnhofsplatz den nahtlosen Übergang zwischen Bahnhof und angrenzenden Quartieren sicherstellen. Die ersten baulichen Vorbereitungsarbeiten sind auf Januar 2019 angesetzt. Fertiggestellt werden soll der Bahnhof im Frühling 2021.