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Wäre Luzern auch ohne Tiefsteuern für Firmen an der Spitze?

Gaudenz Zemp, Direktor des kantonalen Gewerbeverbands, ist stolz auf die wirtschaftliche Entwicklung Luzerns. Das wachsende Steueraufkommen sei der beste Beweis für das Funktionieren der Tiefsteuerstrategie, sagt der FDP-Kantonsrat im Gespräch.
Lukas Nussbaumer
Gaudenz Zemp, Direktor des kantonalen Gewerbeverbands. (Bild PD)

Gaudenz Zemp, Direktor des kantonalen Gewerbeverbands. (Bild PD)

Gaudenz Zemp, warum haben Sie als Vergleichskantone nicht Luzerns Nachbarn gewählt? Luzern muss sich beim Werben um neue Firmen vorab mit ihnen messen.

Uns hat interessiert, wie sich Kantone mit möglichst vergleichbaren strukturellen und geografischen Rahmenbedingungen entwickeln. Damit lassen sich besser Schlüsse ziehen auf den Effekt der jeweiligen kantonalen Politik.

Hätten Sie die Nachbarkantone gewählt, würde Luzern bei Wertschöpfung oder Steuerbelastung nicht so gut dastehen wie im jetzigen Vergleich.

Es ist wie beim Sport, wo man auch in verschiedenen Kategorien startet. Denn die Voraussetzungen sind unterschiedlich, und deshalb wäre ein Wettkampf ohne Kategorien unfair. Uns hat interessiert, wie erfolgreich Luzern in seiner Kategorie ist – unter den sechs verglichenen Kantonen ist Luzern die Nummer 1.

Luzern steht bei Wertschöpfung, Beschäftigung und verfügbarem Einkommen gut da. Das könnte auch so sein ohne die landesweit tiefsten Firmensteuern, oder?

Es ist immer ein Mix aus verschiedenen Faktoren. Das Kostenumfeld ist einer der wichtigsten – und hier ist Luzern schweizweit führend. Das macht den Standort attraktiv für ansässige Firmen und Neuzuzüger.

Mit Ihrer Analyse können Sie nicht beweisen, dass die Steuerstrategie ein Erfolg ist.

2012 hat der Kanton Luzern die landesweit tiefsten Firmengewinnsteuern eingeführt. Seither erlebt der Kanton eine überdurchschnittliche wirtschaftliche Entwicklung. Das wirkt sich direkt auf das Wachstum des Steuersubstrats aus. Dieses ist permanent und markant angestiegen. Ich wüsste nicht, wie man den Erfolg der Strategie besser beweisen könnte.

Die Firmensteuern liegen Jahr für Jahr hinter den Budgetwerten zurück.

Entscheidend sind die Gesamtsteuereinnahmen. Dank tiefer Steuern konnten die Firmen mehr investieren. Das hat überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Und das wiederum brachte viele neue Arbeitnehmer, welche nun hier ihre Einkommen und Vermögen versteuern.

Wie beurteilen Sie das Risiko der Abwanderung von Firmen bei höheren Steuern?

Wir hatten in den 90er Jahren einen massiven Abfluss an Steuersubstrat in umliegende Kantone. Die Vorschläge der Regierung sind ein Rückschritt in das Steuerregime dieser Zeit.

Unter der Bevölkerung herrscht nicht das Gefühl vor, Luzern gehe es blendend. Zu präsent sind Sparprogramme und Kürzungen bei der Prämienverbilligung. Was sagen Sie diesen Leuten?

Das Problem Luzerns sind nicht die Steuereinnahmen, sondern das zu schnelle Wachstum bei den Ausgaben und starke Rückgänge beim nationalen Finanzausgleich (NFA). Diese haben nichts mit dem Erfolg der Steuerstrategie zu tun, sondern mit dem unsinnigen Konstrukt des NFA. Dadurch fehlen Luzern Mittel, welche die Regierung mit einer Erhöhung des Steuerfusses kompensieren wollte. Das Stimmvolk sah es anders und entschied, das Problem sei auf der Ausgabenseite zu lösen.

Wer Nicht-Luzerner über Luzern fragt, wird auf Zwangsferienwochen für Gymnasiasten oder auf die budgetlosen Zustände hingewiesen. Wie schafft es Luzern, dass die Aussenwahrnehmung eine bessere wird?

Ich stehe in engem Austausch mit vielen ausserkantonalen Personen. Sie nehmen wahr, dass sich Luzern wirtschaftlich sehr erfolgreich entwickelt. Und sie attestieren dem Kanton Luzern, dass er den anspruchsvollen Weg aus der Abhängigkeit vom NFA konsequent geht. Am Ende des Weges wird sich die Aussenwahrnehmung ins Positive drehen, und Luzern wird als positives Beispiel dienen.

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