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WAFFEN-SAMMLERBÖRSE: Jäger, Sammler und Händler

Auf der Luzerner Allmend treffen sich dieses Wochenende Waffenliebhaber aller Couleur. Drei von Ihnen erzählen über ihre Leidenschaft.
Michael Voglsinger mit seinem Samurai-Schwert. Er ist Sammler und Händler. (Bild: Dominik Wunderli (Zürich, 8. März 2018))

Michael Voglsinger mit seinem Samurai-Schwert. Er ist Sammler und Händler. (Bild: Dominik Wunderli (Zürich, 8. März 2018))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Ab Freitag treffen sich auf der Luzerner Allmend Waffenliebhaber, -händler und -sammler: Dieses Wochenende findet die 44. Waffen-Sammlerbörse statt. An die 100 Aussteller präsentieren ihre Produkte – gut 10 000 Besucher werden in den drei Tagen erwartet.

Einer der Schwerpunkte ist dieses Jahr die Messerschmiede. Gezeigt werden unter anderem Klingen aus Damast. Für die Sicherheit und mit einem eigenen Stand ist die Luzerner Polizei vertreten. Mit einem Team aus dem Fachbereich Waffen und Sprengstoff wird dort über verbotene Waffen informiert. Denn immer wieder würden solche bei Kontrollen sichergestellt. Hier fehle offensichtlich ein Informationsmangel, heisst es bei Luzerner Polizei.

Die Messe in Luzern zählt in Europa zu den grössten und bedeutendsten Börsen für Schützen, Jäger und Liebhaber von Waffen und Militaria. Dementsprechend durchmischt und international ist das Publikum. Auch die drei folgenden Personen sind an der Börse anzutreffen: ein Zürcher Sammler und Händler, eine Krienser Sportlerin und ein Handwerker aus Liestal. Allen gemein ist die Liebe zur Waffe.

Der Sammler und Händler

Das Herz des 40-Jährigen Michael Voglsinger schlägt für orientalische Waffen und deren herausragende kunsthandwerkliche Fertigung. Vor gut vier Jahren machte der gelernte Koch seine 25-jährige Leidenschaft für Antiquitäten zum Beruf: «Antike Waffen aus diversen Regionen und Epochen, seien es nun Schwerter, Dolche, Säbel oder Degen, haben immer eine ganz eigene Geschichte und genau das fasziniert mich.» In Luzern stellt der Stadtzürcher bereits zum sechsten Mal aus. Die Messe sei für ihn, der ein «Stubenverkäufer» ist und einen Onlinehandel betreibt, die geeignete Plattform mit internationaler Ausstrahlung und ideal, um Kontakte zu knüpfen. Er zeigt vor allem Blankwaffen, also alles mit einer Klinge. Darunter sind etwa ein osmanischer Säbel aus der Zeit der Besetzung Wiens und ein japanisches Samuraischwert eines Meisterschmieds. Herausragende Stücke seien selten an Messen zu finden, Michael Voglsinger bewundert deshalb solche «Raritäten» in Museen und Fachbüchern.

Die Bogenschützin

Jana Arnet ist mit Pfeil und Bogen aufgewachsen. Ihre Eltern betreiben seit 25 Jahren in Kriens ein Fachgeschäft für Bogensport, Armbrust und Dart. Den ersten Bogen hatte Klein-Jana bereits mit drei Jahren: «Der war grösser als ich», erinnert sich die heute 26-Jährige. Mit einem guten Bogenlehrer könne man sehr jung starten. Das hatte Arnet, sie schaffte es bis ins Nationalkader. Die gesammelten Erfahrungen kann sie heute als Betriebsökonomin im elterlichen Unternehmen einbringen. Der Sport, so Arnet, sei eine spannende Kombination von Kraft, Konzentration und Präzision. Einfach eine «coole Sache». Zudem sei der Mensch seit je her mit Pfeil und Bogen stark verbunden und verdanke diesen seine Entwicklung: «Denn mit Pfeil und Bogen war es erst möglich, sich auf weite Distanz zu verteidigen, zuvor gelang dies nur nah mit Speer und Stock.» An der Messe hat der Familienbetrieb einen Schiessstand aufgebaut, da kann jeder unter fachkundiger Anleitung sein Können testen. Arnet: «Und wer weiss, vielleicht begeistert sich der eine oder die andere auch für diesen Sport.»

Der Messerschmied

Seit Kindesbeinen ist Karim Khedira von Klingen, Waffen und Schwertern begeistert. Eigentlich wollte der 29-Jährige seine Lehre auf diesem Metier machen. Doch er fand vor sieben Jahren keine geeignete Stelle und machte deshalb mit 22 Jahren eine Lehre als Feinmechaniker. «Hauptsache etwas mit den Händen arbeiten», habe er sich schon damals gesagt. Als er dann in Liestal den Messerschmied Eric Strübin kennenlernte, konnte er sich seinen Jugendwunsch erfüllen und in Strübins Werkstatt eine Lehre als Messerschmied machen. «Der Beruf ist enorm abwechslungsreich und solides Handwerk», erzählt Khedira begeistert. Mittlerweilen hat er die Werkstatt von seinem Chef übernommen. Nach Luzern bringt er über 20 Objekte. Darunter sind auch ein grosses arabisches Schwert, diverse Küchenmesser und Klappmesser – alle selber geschmiedet. Sein Meisterstück ist das arabische Schwert. Das hatte er zu Ehren seines tunesischen Vaters geschmiedet und wird es in Luzern präsentieren. «Steht irgendwo eine Ausstellung an, bringt mein Vater mir das Schwert vorbei – natürlich als Leihgabe,» so Khedira. Nebst der Schleiferei macht er Neuanfertigungen und gibt auch Kurse. Das Bewusstsein der Leute, lieber nur ein Messer zu haben, das gut schneidet, als viele stumpfe aus dem Supermarkt, habe sich verstärkt entwickelt. In ferner Zukunft will Khedira in seiner Werkstatt auch Lehrlinge ausbilden: «Ich bin überzeugt, dass dieses Handwerk noch Zukunft hat.»

Hinweis

44. Waffen-Sammlerbörse bis 25. März; Messe Luzern, Allmend; Öffnungszeiten: Fr/Sa: 10-18 Uhr; So: 10-17 Uhr. Weitere Infos unter www.waffenboerse-luzern.ch

Karim Khedira ist Messerschmied und arbeitet in seiner Werkstatt in Liestal. (Bild: Dominik Wunderli (Liestal, 7. März 2018))

Karim Khedira ist Messerschmied und arbeitet in seiner Werkstatt in Liestal. (Bild: Dominik Wunderli (Liestal, 7. März 2018))

Jana Arnet schiesst mit Pfeil und Bogen auf einen Ballon, der mit Wasser gefüllt ist. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 20. März 2018))

Jana Arnet schiesst mit Pfeil und Bogen auf einen Ballon, der mit Wasser gefüllt ist. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 20. März 2018))

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