WAGENBAUER: Umzugswagen stehen vor dem Finish

Noch fünfmal schlafen, dann ist Fasnacht. Ein Besuch bei den Wagenbauern macht neugierig.

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Die Zunft zu Safran macht den Fritschiraub zum Fasnachtssujet: LFK-Präsident Marco Imhof würde den gefangenen Fritschi am liebsten sofort befreien. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Die Zunft zu Safran macht den Fritschiraub zum Fasnachtssujet: LFK-Präsident Marco Imhof würde den gefangenen Fritschi am liebsten sofort befreien. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Bruder Fritschi hinter Gittern: Dieses Horrorszenario stellt die Zunft zu Safran auf einem ihrer Fasnachtswagen dar. Marcel Villiger, Vize-Umzugschef des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), rutscht das Fasnächtlerherz in die Hose: «Das tut weh. Bruder Fritschi muss frei sein.» Fritschivater Philipp Gmür beruhigt: «Wir nehmen den Fritschiraub mit Humor. Die Basler können uns zwar den Fritschi stehlen und unseren Wagen in Beschlag nehmen. Aber die Fasnacht können sie uns nicht nehmen.» LFK-Präsident Marco Imhof würde Bruder Fritschi am liebsten sofort befreien. Er sieht aber auch Positives: «Die Basler machen Fasnacht, und wir machen Fasnacht. Wenn wir zusammen feiern, wirds noch besser.»

800 Kilogramm Boxen
Wer sich am Donnerstagabend während des Baustellenrundgangs des LFK im Fliegerschuppen auf der Allmend umsah, merkte sofort, dass die beiden Recht haben: Um die Fasnacht muss man sich trotz Fritschiraub keine Sorgen machen. Die Umzugswagen sind nahezu bereit. «Wir haben im Oktober begonnen und die Zeit bis zum frühen Fasnachtsstart optimal eingeteilt», so Patrick Hauser, Präsident des Umzugskomitees der Zunft zu Safran. «Wir haben etwa 1500 bis 2000 Stunden gearbeitet und stehen nun kurz vor dem Finish», sagt er und widmet sich wieder den letzten Dekoarbeiten. Neben ihm testet Peter Bachmann die Lautsprecherboxen im Wagen der Maskenliebhabergesellschaft (MLG). «Im Wagen sind 800 Kilogramm Boxen drin. Das bringt bis zu 140 Dezibel.» Wie laut das wirklich ist, zeigt er erst an der Fasnacht – zum Glück. Denn der Mix aus Techno und Jodel ist gewöhnungsbedürftig. Er passt aber äusserst gut zum farbig-schrillen MLG-Sujet «Alpeparade».

Jodler verdrängen VBL
Ohne Technoeinflüsse wird dem Jodel bei der Wey-Zunft Tribut gezollt: «JoDu around the world» lautet ihr Sujet. Das dazu passende Chalet ist bereits fertig gebaut. Nur beim VBL-Bus fehlen noch die letzten Schrauben. Beim VBL-Bus? Marcel Manetsch von der Baugruppe der Wey-Zunft klärt auf: «Während des Jodlerfests wird die Seebrücke gesperrt – auch für den öV. Darum fährt die VBL bei uns mit.»

Streik und Chaos
Bei der Fidelitas Lucernensis fährt hingegen gar nichts mehr. Dort wird gestreikt. Der Fasnachtswagen zeigt die Folge: Verkehrschaos und Bauruine. 10 bis 15 Leute haben zweimal wöchentlich daran gearbeitet. Patrik Fischer, der noch die letzten Pinselstriche zieht, wird das 20-Meter-Gefährt ausfahren dürfen. «Das ist ein geiles Gefühl – vor allem, wenn das Wetter mitspielt, und viele Leute jubelnd am Strassenrand stehen.»

Tobias Lang