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Luzerner Katholikinnen sorgen mit Wahlempfehlung für Aufregung

Der Katholische Frauenbund Luzern empfiehlt keine FDP- und SVP-Frauen für die nationalen Wahlen. Aus unterschiedlichen Gründen.
Lukas Nussbaumer
Am 20. Oktober finden Wahlen statt. Jetzt gilt es, Namen auf die Listen zu schreiben. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 13. Oktober 2019)

Am 20. Oktober finden Wahlen statt. Jetzt gilt es, Namen auf die Listen zu schreiben. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 13. Oktober 2019)

Mit Wahlempfehlungen ist es so eine Sache. Manchen ists nicht recht, wenn der eigene Name darauf steht. Beispielsweise SP-Präsident David Roth, der zusammen mit SVP-Nationalrat Franz Grüter für den Ständerat empfohlen wird – auf einer Liste «Links und Rechts nach Bern» (siehe diesen Beitrag).

Andere wiederum stören sich daran, dass sie beziehungsweise Parteikolleginnen gar nicht erst empfohlen werden. So SVP-Kantonsrat Pirmin Müller. Er kritisiert auf Facebook eine Wahlempfehlung des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) des Kantons Luzern. Dieser empfiehlt für die nationalen Wahlen ausschliesslich Kandidatinnen aus den Reihen von CVP, SP, Grünen und GLP, nicht aber von SVP und FDP. Müller fragt sich: «Warum sollen bürgerliche Frauen sich im Katholischen Frauenbund engagieren? Man wird ja abgelehnt.»

Aufruf an FDP-Frauen ging vergessen

Wer die Wahlempfehlung des SKF Luzern liest, findet darin tatsächlich «nur» Frauen von CVP (deren 6), SP (3), Grünen (2) und GLP (2), darunter CVP-Ständeratskandidatin Andrea Gmür (siehe Link).

Dabei war die Beschränkung auf Frauen aus den Lagern von CVP und links-grün gar nie Absicht, wie SKF-Luzern-Präsidentin Daniela Merkel-Lötscher sagt.

Man habe einen Aufruf unter den Kandidatinnen gemacht, dabei aber leider die FDP vergessen. Von der SVP hätten sich bis zur gewährten Frist keine Frauen gemeldet. Sie bedaure das: «Wir wollten nie jemanden brüskieren, denn wir sind parteipolitisch neutral. Ich entschuldige mich bei der FDP in aller Form», so Merkel-Lötscher.

FDP-Nationalratskandidatin Jacqueline Theiler sagt auf Anfrage, sie hätte eine Anfrage des SKF Luzern «sicher ernsthaft geprüft». Ob sie geantwortet hätte, könne sie in Unkenntnis des Wortlauts der Anfrage nicht sagen. Die Entschuldigung des SKF akzeptiert sie:

«Schön, dass man den Fehler einräumt.»

Neu werden alle Kandidatinnen empfohlen

Merkel räumt ein, dass man den Hinweis auf die von SVP-Frauen verpasste Frist in der Mitteilung an die Medien hätte erwähnen müssen. «Wir haben diesem Aspekt zu wenig Gewicht beigemessen». Der SKF Luzern werde sich auf seiner Webseite erklären, ebenso auf Facebook. Zudem werde man zum Ausdruck bringen, dass man grundsätzlich alle Frauen unterstütze, die sich für Gesellschaft, Politik und ein gemeinsames Zusammenleben engagieren. «Eine spezielle Wahlempfehlung wollten wir jedoch für diejenigen Kandidatinnen abgeben, die sich im Sinne des Leitbildes des SKF einsetzen, unabhängig vom gängigen Links- und Rechtsschema.»

Mit Pirmin Müller ist die Angelegenheit inzwischen geklärt – nachdem dieser mit Merkel-Lötscher telefoniert hat. Mit Pirmin Müller ist die Angelegenheit inzwischen geklärt – nachdem dieser mit Merkel-Lötscher telefoniert hat. Da der Katholische Frauenbund nun kommuniziere, dass er alle Kandidatinnen zur Wahl empfehle, sei das für ihn «korrekt und akzeptabel».

Er frage sich jedoch grundsätzlich, ob es sinnvoll sei, wenn sich kirchliche und kirchennahe Organisationen in die Parteipolitik einmischen. Müller: «Im aktuellen Fall wäre es besser gewesen, wenn der Frauenbund von Anfang an einfach alle Kandidatinnen zur Wahl empfohlen hätte.»

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